55-jähriger Eichsfelder unter Europas besten Zehnkämpfern

Eichsfeld/Caorle  Sven Goos belegt sechsten Platz bei der Europameisterschaft in Italien und stellt neuen Thüringer Landesrekord im Hochsprung in seiner Altersklasse auf.

Zehnkämpfer Sven Goos belegt bei den Europameisterschaften Platz 6. 

Zehnkämpfer Sven Goos belegt bei den Europameisterschaften Platz 6. 

Foto: Heike Goos

Sprungkraft, Schnelligkeit und Ausdauer – Voraussetzungen, die für einen Zehnkampf-Sportler unabdingbar sind. Und über diese sportlichen Fähigkeiten verfügt Sven Goos, der das bei den Senioren-Europameisterschaften in Caorle (Italien) unter Beweis stellte.

Mit stolzen 4988 Punkten sicherte sich der 55-Jährige den sechsten Platz. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt der Eichsfelder glücklich und zufrieden. Denn sein Ziel war es, unter die besten Zehn zu kommen. Aber nicht nur das hat der begeisterte Sportler geschafft. In seiner Lieblingsdisziplin, dem Hochsprung, hat er den bisherigen Thüringer Landesrekord in seiner Altersklasse überboten. Sven Goos erhöhte den bisherigen Rekord von 1,55 Meter um fünf Zentimeter. Der neue liegt nun bei 1,60 Meter.

Unterstützung von Trainer und Frau

Wie der Name Zehnkampf es schon sagt, setzt dieser sich aus zehn einzelnen Disziplinen zusammen. Er wird an zwei Tagen durchgeführt. Am ersten Tag musste Sven Goos sein Können im 100-Meter-Sprint, bei Weitsprung, Kugelstoßen, Hochsprung und 400-Meter-Lauf beweisen. Der folgende Wettkampftag setzte sich aus 100 Metern Hürden, Diskuswerfen, Stabhochsprung, Speerwerfen und den 1500-Metern zusammen. Mit dem Eichsfelder gingen 18 weitere Teilnehmer in der Altersklasse 55 bis 59 an den Start. Das Feld habe sich allerdings gelichtet, so dass am Ende zwölf Wettkämpfer übrig blieben, erzählt Sven Goos. Während der Europameisterschaft in Caorle war seine Frau Heike Goos dabei. Sie sorgte nicht nur für die sogenannte seelische und moralische Unterstützung, sie kümmerte sich auch um die Verpflegung ihres Mannes und hielt die Kleidung bereit. Denn fast jede Disziplin braucht andere Kleidung oder zumindest ein anderes Paar Schuhe. Wie es sich für eine Europameisterschaft gehört, treten die Sportler in Trainingskleidung ihrer jeweiligen Nationalität an. Und obwohl die Sportler dann das deutsche Team bilden, sind sie auf sich alleine gestellt.

Sven Goos betreibt den Zehnkampf bereits seit 2006. „Damals habe ich wieder angefangen, weil ich was machen wollte.“ Bereits in jungen Jahren sei er in der Leichtathletik sehr gut gewesen, so dass der Zehnkampf für ihn ideal sei. Der 55-Jährige trainiert sowohl im Leinefelder Stadion als auch in Mühlhausen. Dort übt er mit seinem Trainer Horst Kloße und Partner Thomas Levi den Stabhochsprung. „Das musst du richtig im Verein und mit einem Trainer üben.“

Unterstützung erfährt Sven Goos in der Leinestadt von Jürgen Bänder, der ihm ermöglicht, regelmäßig im Stadion zu trainieren. „Ich habe einen Trainingsplan, und zwei bis drei Mal die Woche absolviere ich den.“

Das Training sei bei ihm kontinuierlich. Natürlich intensivierte er die Einheiten vor dem großen Wettkampf, allerdings erweiterte er nicht den Umfang. „Ich muss da aufpassen, dass ich mich nicht kurz vorher verletzte, wenn ich das Training übertreibe.“ Denn das hatte Sven Goos bereits vor zwei Jahren bei der Europameisterschaft. Aus diesem Grund musste er auch auf eine Teilnahme verzichten. Es war inzwischen der zweite große Wettkampf. Neben der diesjährigen EM war er 2015 bei der Weltmeisterschaft in Lyon. Dort belegte er Platz 20.

Keine Normen für Senioren-EM

Der Eichsfelder erklärt, dass es für solche Senioren-Meisterschaften keine Normen gebe. „Du kennst deine Leistungen und kannst einschätzen, ob du dich daran beteiligen kannst oder eben nicht.“ Wichtig sei, dass der Sportler alle Disziplinen gut beherrsche, um Punkte zu sammeln. Sportliche Orientierung bieten auch die sogenannten Zehnkämpfe für Jedermann, an denen der 55-Jährige schon um die zehn Mal erfolgreich teilgenommen hat.

Die sportlichen Strapazen liegen nun hinter Sven Goos, und mit dem Ergebnis ist der 55-Jährige „sehr zufrieden.“ Nun stehen Alltag und Sportprogramm wieder auf den Plan – und das erfordert auch Ausdauer.

Zu den Kommentaren