Autor Frank Quilitzsch stellt in Heiligenstadt sein neues Buch vor

Christine Bose
| Lesedauer: 3 Minuten
Beim Gespräch zur Buchvorstellung im Alten Rathaus trafen sich Autor Frank Quilitzsch (rechts) und Achim Otto, Leiter des Heiligenstädter Forstamtes.

Beim Gespräch zur Buchvorstellung im Alten Rathaus trafen sich Autor Frank Quilitzsch (rechts) und Achim Otto, Leiter des Heiligenstädter Forstamtes.

Foto: Christine Bose

Heiligenstadt.  Buchvorstellung und Gesprächsrunde im Heiligenstädter Alten Rathaus.

Wilhelm, wie sieht der Wald wieder aus!“ Das ist nicht etwa der Ausruf, mit dem sich eine entrüstete Spaziergängerin an ihren sie begleitenden Ehemann wendet, um den Zustand von Deutschlands Wäldern lauthals zu beklagen. Es ist der Titel des neuesten Buches von Frank Quilitzsch, Autor, Germanist und Journalist.

Ein Jahr lang war er unterwegs mit Thüringer Förstern und Baumforschern. Ausgangsort und Ziel: Thüringens Landeshauptstadt, wo er zu Hause ist. Gegenwärtig befindet er sich auf Lesereise. Im Festsaal des Alten Rathauses wurden er und der Heiligenstädter Forstamtsleiter Achim Otto am Dienstagabend von Jana Bauer, Leiterin der Stadtbibliothek, begrüßt. Aus der Großstadt kommend erwähnte der Autor das wichtige Thema „Stadtbäume, Stadtbegrünung und Schaffen von Pflanzräumen“. Im Publikum saßen, darauf verwies Achim Otto in der Diskussion, Kollegen von ihm aus der Region.

Am 20. Februar vergangenen Jahres hatte Frank Quilitzsch Oberhof als erstes Ziel, wo er Forstamtsleiter Bernd Wilhelm aufsuchte. Der Autor erinnerte an das ungewöhnlich warme Wetter Mitte Februar in Erfurt: Ein milder Südwestwind wehte, Schneeglöckchen und Krokusse hatten sich schon hervorgewagt zu einer Zeit, die eigentlich traditionell als Monat der Winterurlauber in Thüringen gilt.

In Oberhof blühen Krokusse und Schneeglöckchen im Februar

Die erste, aber nicht die letzte Begegnung mit dem Oberhofer Förster führte zum Buchtitel, denn den Satz „Wilhelm, wie sieht der Wald wieder aus!“ hatte der Forstmann leider schon oft hören müssen. Drei trockene Sommer hintereinander mit zu wenig Niederschlägen, warme Winter, Angriffe des Borkenkäfers gefährden, für jeden sichtbar, die Bäume.

„Ich bin als Praktikant in den Wald gegangen, habe viele Fragen gestellt“, erklärte der Autor. Er hat auch die Forstbaumschule in Breitenworbis besucht, die zum Forstamtsbereich Leinefelde gehört.

Dort sprach er mit Elger Kohlstedt als Verantwortlichem, der seine Schützlinge, die Bäumchen, so gut betreut, wie Kinder betreut werden. Auf diese Weise hat es der „Praktikant“ erlebt und von ihm gehört, früher sei langsam aufgeforstet worden, heute rolle im symbolischen Sinne eine Lawine. Dennoch bleibt Förster Kohlstedt optimistisch und hat dem Buchautor mit auf den Weg gegeben: „Die Wälder werden im Eichsfeld nicht verschwinden.“

Im Rathaus-Gespräch und der Diskussion unterstrichen Frank Quilitzsch und Achim Otto, es gäbe niemandem im Raum, der noch nie Produkte aus dem Wald gebraucht habe, seien es speziell Holz für den Bau eines Dachstuhles, ein Möbelstück oder Papier für die unterschiedlichsten Zwecke. Heiligenstadts Forstamtsleiter nannte die per Gesetz geregelte Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes.

Er lobte „die unwahrscheinlich große Bereitschaft der Bevölkerung“, beispielsweise auch die Motivation von Schülern, Bäumchen zu pflanzen und nannte die alljährlichen Waldjugendspiele.

Jedoch ließ er eine Tatsache nicht unerwähnt: Zukünftige Förster würden vier bis fünf Jahre studieren und das sei nicht zu vergleichen mit den Informationen, die sich manche Menschen „mit drei Mausklicks“ aus dem Internet holten.

Seine konkrete Vorstellung für die Zukunft: Keine Monokultur, mindestens fünf Baumarten pro Aufforstungsfläche, für einen Laub-Mischwald in dreißig Jahren.

Buchautor Frank Quilitzsch lud er ein, erneut ins Eichsfeld zu kommen, dann möchte er seinem Gast eine Besonderheit zeigen: das größte zusammenhängende Eibengebiet Thüringens und Deutschlands.