Beethoven und Weber schätzen Instrumente eines Deunaers

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Symbolbild Klavier

Symbolbild Klavier

Foto: Britta Pedersen / dpa

Deuna.  Joseph Johann Brodmann leistete vor 225 Jahren den Wiener Bürgereid. Das Treuegelöbnis war verbunden mit einer Gebühr.

Joseph Johann Brodmann, geboren am 3. September 1763 in Deuna, Sohn des Tischlermeisters Johann Brodmann und dessen Ehefrau Maria Elisabeth, geborene Schwerdt, machte nach der Schulzeit eine Tischlerlehre – vermutlich bei seinem Vater und kam 1783 nach Wien, wo er Geselle bei dem jungen Orgelbauer und Klaviermacher Ferdinand Hofmann (1756-1829) wurde. Am 14. Oktober 1796, berichtet Josef Beykirch, Pfarrer i.R., leistete er den Wiener Bürgereid. Denn jeder neu aufzunehmende Bürger hatte unter zwei Zeugen einen Eid, ein Treuegelöbnis gegenüber dem Landesfürsten und der Stadt Wien, abzulegen und eine Gebühr zu entrichten.

Im Bürgereidbuch erfolgte hierüber die schriftliche Eintragung. Nun konnte er eine eigene Klaviermacher-Werkstatt einrichten, so Beykirch. Sein Lehrling Ignaz Bösendorfer (1794-1859) habe 1828 die Werkstatt übernommen, die heute neben Steinway & Sons zu den weltweit führenden Klavierherstellern gehört.

Die Instrumente von Joseph Johann Brodmann wurden unter anderem von Ludwig von Beethoven und Carl Maria von Weber gespielt und geschätzt. Ein Hammerflügel aus dem Besitz von Carl Maria von Weber befinde sich im Instrumenten-Museum Berlin, berichtet Beykirch. Er hätte ihn auf einer Konzertreise 1813 erworben. An diesem Hammerflügel komponierte er seine Oper „Freischütz“.

Interessant sei auch, was man über Brodmanns Nachfolger Ignaz Bösendorfer sagte, dass der Ruhm seiner Klaviere vor allem Franz Liszt zu verdanken sei. „Der Komponist schaffte es regelmäßig, durch sein extravagantes Pianospiel die üblichen Musikinstrumente bis zur Unbrauchbarkeit zu ramponieren. Bösendorfers Klaviere waren hingegen so robust und stabil gebaut, dass sie die Attacken des Meisters schadlos ertrugen“, erzählt der Pfarrer in Ruhestand.

Das sprach sich nicht nur in der Wiener Gesellschaft herum, sondern auch in ganz Europa und in Übersee, so Josef Beykirch. Brodmann verstarb am 13. Mai 1848 in Wien.