Kindergartenleiterin in Rüdigershagen über bewegte Jahre im Traumberuf

Rüdigershagen.  Margit Triesch, Kindergartenleiterin in Rüdigershagen, geht nach 40 Dienstjahren in Rente.

Margit Triesch, Kindergartenleiterin in Rüdigershagen, geht im kommenden Jahr in Rente und freut sich trotz ein bisschen Wehmut über frischen Wind in der Einrichtung.

Margit Triesch, Kindergartenleiterin in Rüdigershagen, geht im kommenden Jahr in Rente und freut sich trotz ein bisschen Wehmut über frischen Wind in der Einrichtung.

Foto: Johanna Braun

„Wie wird das, wenn du gehst? Das Haus gibt es doch nur mit dir.“ Solche Sätze hört Margit Triesch aktuell häufiger von den Rüdigershagenern in Bezug auf den Kindergarten im Ort. Und irgendwie haben die Leute damit auch Recht, denn Margit Triesch arbeitet seit 1981 in der Einrichtung, hatte später dort die Leitung übernommen und wird im kommenden Jahr in Rente gehen. Viele der Rüdigershagener sind selbst in diesen Kindergarten gegangen, bringen nun ihre Kinder. Aber Margit Triesch versichert: „Es geht schon weiter, auch ohne mich.“

Die heute 62-Jährige ist gelernte Krippenerzieherin und arbeitete bis zur Wende auch in der Krippe der Einrichtung. „Damals hatten wir allein dort 16 bis 18 Kinder, im Kindergarten nochmal 40 dazu.“ Nach der Wende ging das stetig bergab, sodass 1995 nur noch eine Gruppe übrig war. Margit Triesch schmiss den Laden damals gemeinsam mit Sylvia Herrling, die ebenfalls noch im Kindergarten arbeitet. Damals wurde Margit Triesch auch Leiterin des Kindergartens. „Ich habe mich nie bewusst dafür entschieden und es war auch eher eine Gruppenleitung damals“, sagt sie heute.

2011 gingen die Anmeldezahlen so weit zurück, dass sich die Gemeinde, die Träger der Einrichtung ist, mit einer Schließung befassen musste. Weil auch die Geburtenzahlen im Ort keinen positiven Trend versprachen, hätte man damals mit acht Kindern dagestanden. Daraufhin gründete sich eine Elterninitiative, die sich den Erhalt der Einrichtung auf die Fahnen schrieb. „Es wurde mit der Gemeinde verhandelt, Werbung gemacht“, erinnert sich Margit Triesch. „Das Engagement der Eltern war riesig.“

Nach und nach gab es mehr Anmeldungen. Vor allem Eltern aus Niederorschel gefiel die kleine Einrichtung. „So wurde die ganze Sache gedreht. Wir konnten 2012 und 2014 jeweils eine neue Kollegin einstellen.“ Heute gehen 32 Kinder in die Einrichtung, auch eine technische Kraft wird beschäftigt. „Die Zahlen sind stabil geblieben, wir kratzen derzeit an unserer Kapazitätsgrenze.“

Zwar kam also die Kindergartenleitung eher per Zufall, den Beruf an sich hat sich Margit Triesch aber mit Fleiß ausgesucht. „Ich wusste schon immer, dass ich mal Erzieherin werden will.“ Es sei eine „super interessante Arbeit“, für die man aber berufen sein müsse. Wert habe sie immer darauf gelegt, dass der Kindergarten Teil des Dorfes ist und das ganz viel draußen gespielt wird.

Und gibt es etwas, was sie ihrem 40 Jahre jüngerem Ich raten würde, wenn sie könnte? „Das Kind immer in den Mittelpunkt stellen. Stets danach schauen, was das Kind braucht, warum es sich so verhält, wie es sich verhält. Und ich würde raten, sich immer zu vergegenwärtigen, Ruhe zu bewahren.“

An einer kleinen Einrichtung gefällt Margit Triesch besonders, dass man den persönlichen Kontakt zu den Eltern besser halten und sich im Kollegium aufeinander verlassen kann. „Die Nähe zueinander ist eine ganz tolle.“ Sie sei davon überzeugt, dass es neben Erfahrung auch immer frischen Wind braucht und so macht sich Margit Triesch keinerlei Sorgen um die Zeit nach ihr. Mit ihrer eigenen, von der sie nun viel mehr haben wird, weiß sie auch schon etwas anzufangen. Sie wird mehr davon für ihre zwei Enkel haben.