„Brillenhelden“ aus Worbis auf Platz 3 bei nationalem Wettbewerb

Worbis.  Jungunternehmer aus Worbis holen als erste in Thüringen einen Platz beim Handwerkspreis der Bürgschaftsbanken.

Natalie Rosner und Franz Joseph Rosner von den „Brillenhelden“ in Worbis freuen sich über den 3. Platz beim Handwerkspreis der Deutschen Bürgschaftsbanken.

Natalie Rosner und Franz Joseph Rosner von den „Brillenhelden“ in Worbis freuen sich über den 3. Platz beim Handwerkspreis der Deutschen Bürgschaftsbanken.

Foto: Eckhard Jüngel

Seitdem die „Brillenhelden“ im Mai vergangenen Jahres in der Langen Straße in Worbis eingezogen sind, haben die beiden Unternehmer hinter dem etwas anderen Optikergeschäft recht aufregende Zeiten erlebt. Nach der Euphorie der Neueröffnung und dem Einstieg in den Alltag kam auf Natalie und Franz Rosner die Corona-Krise zu. Verdruss ist bei den beiden aber nicht angesagt. Wohl auch, da sie trotz Krise einen Preis einheimsen konnten, mit dem sie die Ersten in ganz Thüringen sind.

Es handelt sich dabei um den 8. Handwerkspreis der Deutschen Bürgschaftsbanken. Dort haben es die beiden als erste Thüringer überhaupt geschafft, neben sieben anderen Unternehmen ins Finale einzuziehen – und dann gab es auch noch einen Platz auf den Treppchen. Natalie und Franz Rosner durften sich über de dritten Platz freuen, der immerhin mit 1000 Euro dotiert ist.

„Jedes Bundesland hat eine Bürgschaftsbank“, erklärt Natalie Rosner. „Und jede davon durfte drei Unternehmen für den Preis vorschlagen.“ Bedingung für die Teilnahme sei, dass es sich um einen Handwerksbetrieb handelt und man eine Bürgschaft bei der entsprechenden Bank aufgenommen hat. „Man hat uns gefragt, ob wir die Nominierung annehmen würden. Wir sagten ja, aber waren ehrlich überrascht. Normalerweise sind das eher Unternehmen mit mehr Mitarbeitern, die viel länger als wir existieren und auch mehr Umsatz machen.“ Aber ganz im olympischen Gedanken – dabei sein ist alles – ließ man sich davon nicht abschrecken.

Eigentlich hätte die Preisverleihung bei der Internationalen Handwerksmesse in München über die Bühne gehen sollen, diese wurde aber abgesagt, und so kam Michael Burchardt von der Geschäftsführung der Bürgschaftsbank Thüringen selbst nach Worbis und brachte Urkunde und Glückwünsche mit. Den ersten Platz machte ein Zahntechniker, den zweiten eine Feinkostmanufaktur.

Die Urkunde steht auf einem der Holzschränke, über dem die zahlreichen Brillengestelle präsentiert werden. Gleich daneben fällt noch ein weiterer ins Auge. Natalie Rosner lacht und sagt: „Ich bin auch im vergangenen Jahr Gesicht des Handwerks geworden.“ Den Wettbewerb der Handwerkskammer Erfurt gab es im vergangenen Jahr zum ersten Mal. 28 junge Handwerker aus Nord- und Mittelthüringen hatten sich dafür beworben. Natalie Rosner hatte sich gegen ihre Mitbewerberinnen bei den Wissensfragen, bei Fragen über ihren Beruf und bei einer Kreativaufgabe durchgesetzt.

Zusammen mit Brauer Jan Schlennstedt aus Erfurt, der bei den Männern gewann, hatte sie im folgenden Jahr die Aufgabe, die nächste Generation für das Handwerk zu begeistern, indem sie ihrem Beruf für ein Jahr ein Gesicht gab und ihren Betrieb präsentieren konnte. „Nachwuchs ist das Allerwichtigste“, ist auch Franz Rosner überzeugt. Auch deswegen habe man trotz Corona gerade eine Praktikantin im Laden. „Wir müssen die Jugend für das Handwerk begeistern“, sagt er.

Er selbst hatte sein Glück beim Wettbewerb in diesem Jahr versucht. „Ich bin an der Kreativaufgabe gescheitert. Man sollte etwas formen, dass zum eigenen Beruf gehört. Natalie hatte im vergangenen Jahr eine Brille gemacht, ich wollte etwas nicht so Offensichtliches und habe einen Sehnerv modelliert. Das war dann wohl nicht ganz so offensichtlich für die Juroren“, sagt er und lacht.