Erster Zielbahnhof für Abiturienten des Worbiser Gymnasiums erreicht

Worbis  Nach dem Erreichen des Abiturs und der feierlichen Übergabe der Zeugnisse geht die Reise für die 76 Absolventen des Marie-Curie-Gymnasiums weiter.

Die diesjährigen Absolventen des Gymnasiums Marie Curie Worbis mit ihren Zeugnissen und je einer Rose.

Die diesjährigen Absolventen des Gymnasiums Marie Curie Worbis mit ihren Zeugnissen und je einer Rose.

Foto: Tobias Mueller

Die Abiturzeugnisse wurden den diesjährigen Abiturienten des Staatlichen Gymnasiums Marie Curie am Ende ihrer Schulzeit feierlich übergeben. Neben verschiedenen Festansprachen rundeten der Schulchor unter der Leitung von Herrn Heddergott und das Saxophon-Quartett die Festveranstaltung ab. In ihrer Begrüßungsrede wies Frau Münch darauf hin, dass nach einer acht Jahre andauernden Reise 76 Schülerinnen und Schüler den Zielbahnhof, das Abitur, erreicht haben.

„Am 22. August 2011, dem Tag der Einschulung an unserem Gymnasium, erschien das Erlangen der Allgemeinen Hochschulreife noch in weiter Ferne, Entscheidungen über den weiteren Lebensweg völlig unbedeutend und irreal, doch nun ist der Moment gekommen, wo aus Träumen Realität werden kann, wo die entfernte Zukunft Gegenwart ist.“ Frau Münch wünschte den Reisenden viel Spaß beim Umsteigen und ermahnte, nicht den nächsten Zug zu verpassen.

Stolz und Wehmut zugleich

Daran schloss sich das Lied „Shallow“ durch den Schulchor an. Gebannt und gerührt zugleich lauschte das Publikum dem Gesangsbeitrag. Wo zuvor Anspannung die Emotionen beherrschte, machten sich bei allen Anwesenden Stolz und Wehmut zugleich breit.

Der gewohnte Raum der Schule, welcher zwölf Jahre lang den Alltag gestaltete und zu einer zweiten Heimat geworden ist, ein Raum, in dem Fremde zu Freunden und der Grundstein für die weitere Zukunft gelegt wurde, wird nun verlassen. Die aufregende Zukunft steht in den Startlöchern und wartet darauf, erkundet zu werden.

Nicht selten konnte man beobachten, dass sich unter den Gästen ein zaghaftes Lächeln zeigte oder sogar die ein oder andere Träne getrocknet werden musste.

Die Zukunft eines jeden Einzelnen liegt in der eigenen Hand

Danach folgte die Festrede unseres Schulleiters, Herrn Schüler. In dieser betonte er, dass die Zukunft eines jeden Einzelnen in der eigenen Hand liege und nicht mit absoluter Gewissheit vorausgesagt werden könne. Die Lehrerinnen und Lehrer hätten in den vergangenen Jahren den Grundstein für einen erfolgreichen Abschluss gelegt. Hätten die Eltern jedoch die Kolleginnen und Kollegen dabei nicht tatkräftig unterstützt, wäre das Ziel des Abiturs bei dem Einen oder Anderen in weite Ferne gerückt.

„Sie, liebe Eltern, haben die Herkulesaufgabe mit Bravour gemeistert und können somit stolz darauf sein“, so Schüler weiter. „Das Abiturzeugnis ist nun eure Eintrittskarte in eine neue Welt, die stets ihre Ecken und Kanten haben und nie bedingungslos voraussagbar sein wird.“ Frei nach Immanuel Kant müsse man stets den Mut haben, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, um die in greifbare Nähe gerückte Zukunft auch zu seiner zu machen.

Nach einem weiteren musikalischen Beitrag erfolgte dann die feierliche Zeugnisübergabe, bei der auch traditionell die Kleinsten unseres Gymnasiums den Größten einen Blumengruß überreichten.

Besonders geehrt wurden dabei Lorenz Schröter, Sarah Helbing und Finn Malte Helbing, da sie einen Abiturdurchschnitt von 1,1 erzielt haben. Die Schlussworte der feierlichen Zeugnisübergabe lagen bei Herrn Bertram, dem Vorsitzenden des Schulfördervereins.

Nun gilt es, die eigene Zukunft zu gestalten

Er eröffnete seine Rede mit einem Verweis auf das aktuelle Horoskop aus der Tageszeitung. Er machte deutlich, dass diese „Weisheiten“ häufig wenig Konkretes enthalten würden und dennoch der Bereich der Wahrsagerei, sei es durch eine Glaskugel, die Sterne oder eine neue App auf dem Smartphone, ein lukratives Geschäftsmodell sei, bei dem auch in Deutschland jährlich über 100 Millionen Euro Umsatz erzielt werden würden. „Der Wunsch nach Orientierung in einer globalisierten Welt treibt den Menschen an, auch das Ungewisse zur vermeintlichen Gewissheit werden zu lassen, ist handlungsbestimmend.“ Dabei gebe es viele Angebote und Möglichkeiten, die eigene Zukunft nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu gestalten.

„Trägheit, Feigheit und Gleichgültigkeit“, so Bertram weiter, „dürfen nicht über das Träumen, die Hoffnung und den Mut zum Einfach-mal-machen gewinnen.“ Jeder habe das Recht und die Pflicht, seine Zukunft immer wieder neu zu überdenken, neu zu gestalten und gegebenenfalls eine andere Richtung einzuschlagen. Abschließend gab er dem Publikum zwei Fragen mit auf den Weg: erstens „Was bin ich bereit für meine Zukunft zu tun?“ und zweitens „Bin ich eigentlich schon Mitglied im Förderverein?“. Letztere Frage sorgte für Erheiterung und löste letzte Anspannungen. Das abschließende beschwingt Spiel des Saxophon-Quartetts ließ die Vorfreude auf den weiteren Verlauf des Tages steigen.

Am Nachmittag folgte traditionell der Gottesdienst, welchem sich am Abend der Abiball in der Lindenhalle anschloss. Letzterer rundete den ereignisreichen Tag gelungen ab. So konnte hier gemeinsam gelacht und in Erinnerung geschwelgt, konnten aber auch anregende Gespräche geführt sowie das Tanzbein geschwungen werden.

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