Die Sanierung von „Stadt L“ in Leinefelde beginnt

Leinefelde.  In dem Gebäudeensemble aus den 70er-Jahren beginnt der Rückbau. Es soll fließend weitergehen. Die eigentümliche Deckenkonstruktion soll erhalten werden.

Die Arbeiten am ehemaligen „Stadt L" in Leinefelde haben begonnen. Die Stadt Leinefelde-Worbis will den Gebäudekomplex komplett sanieren. Dort sollen eine Bibliothek, die Urania-Bildungsgesellschaft und zwei Friseure Platz finden. 

Die Arbeiten am ehemaligen „Stadt L" in Leinefelde haben begonnen. Die Stadt Leinefelde-Worbis will den Gebäudekomplex komplett sanieren. Dort sollen eine Bibliothek, die Urania-Bildungsgesellschaft und zwei Friseure Platz finden. 

Foto: Eckhard Jüngel

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Am „Stadt L“ in Leinefelde bewegt sich aktuell etwas. Dort soll nach dem Plan der Stadt Leinefelde-Worbis nach einer Komplettsanierung die Stadtbibliothek einziehen. Es sind Gewerbeeinheiten vorgesehen und ein Konferenzraum, der multifunktional das Foyer der Obereichsfeldhalle oder die Bibliothek vergrößern und damit auch für verschiedene Veranstaltungsformate genutzt werden kann.

Seit der vergangenen Woche arbeiten Mitarbeiter der Firma SRG Sondershausen Recycling an dem Ensemble aus den 70er-Jahren. Sie haben zum Beispiel damit begonnen, die Deckenkonstruktion des Komplexes freizulegen, die das Gebäude so besonders macht. Die Leinefelder und Gäste kennen sie bereits aus dem Foyer der Obereichsfeldhalle.

Diese Fertigteildecken, die zu DDR-Zeiten häufig verbaut wurden, sollen aus zwei Gründen erhalten werden. Sie haben den Vorteil, dass man mit ihnen eine große Spannweite überwinden kann, heißt es aus dem Bauamt. Und sie seien auch etwas Erhaltenswertes. Denn auch wenn einige Bürger sie schlichtweg hässlich finden, hätten sie doch einen nostalgischen Charakter. Deshalb werde die Decke komplett freigelegt.

Haus stand jahrelang leer

Den Gebäudekomplex hatte die Treuhand nach der Wende an einen Privatmann verkauft. Gaststätte, Eiscafé und Bar, also das eigentliche „Stadt L“, wurden bald geschlossen. Noch vor sechs Jahren waren im Haus ein Getränkemarkt und ein Spielcasino untergebracht. Lange Zeit stand es nun leer.

Neben der Decke arbeite man gerade daran, innen die Trennwände aus Rigipsplatten zu entfernen. Der Kellerbereich wird entkernt. Das ganze Vorhaben sei gewissermaßen ein großer Bauabschnitt, weil alles fließend vonstatten gehen wird, berichtet das Bauamt der Stadt. Jetzt seien der Rückbau eingeleitet und die Baustelleneinrichtung, also zum Beispiel Container und Beleuchtung, gestellt worden.

Wenn man damit durch ist, werden die Gewerke Rohbau, Aufzug, Klempner- und Elektroarbeiten, Gerüst, Zimmerarbeiten und Dachdeckerarbeiten ausgeschrieben. Ende des Jahres soll dann der Innenausbau ausgeschrieben werden. Wenn alles nach Plan läuft, können die Gewerbeeinheiten Anfang bis Mitte 2022 bezogen werden. Hier sollen die Urania-Bildungsgesellschaft sowie zwei Friseure unterkommen.

Verbindung zur Obereichsfeldhalle wird hergestellt

Obwohl die Obereichsfeldhalle und das „Stadt L“ baulich verbunden sind, gibt es momentan noch keine unmittelbare Verbindung zwischen den beiden Gebäuden. Aus dem Bauamt heißt es, dass dieser Verbindungsgang dort entstehen soll, wo sich jetzt die Behindertentoiletten im Foyer der Obereichsfeldhalle befinden. Sie finden dann an einer anderen Stelle einen neuen Platz.

Vier Millionen Euro EFRE-Fördermittel (Europäische Fonds für regionale Entwicklung) für nachhaltige Stadtsanierung sind für den Umbau des „Stadt L“ vorgesehen. Es soll als gesamtstädtisches Gebäude genutzt werden. Die damalige Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller (Linke), hatte Anfang September den Fördermittelbescheid nach Leinefelde gebracht. „Das wird die Attraktivität am Zentralen Platz erhöhen“, sagte sie damals. Und auch für die kommenden Jahre seien EFRE-Mittel eingeplant, ließ sie im September verlauten. Im Haushalt der Einheitsstadt für das Jahr 2020 sind außerdem 1,8 Millionen Euro für die Ergänzung der Obereichsfeldhalle und das „Stadt L“ eingestellt.

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