„Ende durch Wende“

Lengenfeld/Stein.  Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums befassen sich mit 30 Jahre Mauerfall und tragen eine interessante Ausstellung zusammen.

Jonathan Wehr aus der Klasse 10b und Angelina Henning aus der 10a führen durch die Ausstellung „Ende durch Wende“.

Jonathan Wehr aus der Klasse 10b und Angelina Henning aus der 10a führen durch die Ausstellung „Ende durch Wende“.

Foto: Reiner Schmalzl

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„Dafür, dass sie die Zeit gar nicht selber erlebt haben, ist die Ausstellung richtig toll gemacht worden“, sagte Nancy Kaufhold aus Wendehausen zu der Sonderausstellung „Ende durch Wende“ im Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Lengenfeld/Stein. So wie der Mutti von Marie aus der Klasse 10a zollten auch andere Besucher ihre Anerkennung über die in einem kleinen Museum präsentierten Recherchen der Gymnasiasten.

Bei der am Mittwoch offiziell eröffneten Ausstellung handelt es sich um die Ergebnisse eines mehrwöchigen Projektes aller Klassen zum Thema „30 Jahre Mauerfall“. So waren die Klassen fünf bis sieben bei Wanderungen entlang des Grünen Bandes auf Spurensuche am einstigen Todesstreifen an der innerdeutschen Grenze.

Ein besonderer Bildungsauftrag

„Wir haben als Gymnasium im ehemaligen Grenzgebiet ja einen besonderen Bildungsauftrag, dieses Geschichtskapitel nicht in Vergessenheit geraten zu lassen“, erklärte die Geschichtslehrerin Dorothee Oppitz aus Wilbich. Die 32-Jährige ist selbst Absolventin des Eichsfelder Gymnasiums und nach Studium sowie Referendariat jetzt Lehrerin in Lengenfeld. Sie ließ mit Manuela Hentrich als weiterer Geschichtslehrerin und den zehnten Klassen die Resultate der einzelnen Klassen also in dieses kleine DDR- und Wende-Museum münden. Es wurde von den Schülern im Rahmen eines fächerübergreifenden Dalton-Pensums in eigener Regie erstellt, lobten die betreuenden Lehrerinnen.

Während die Schüler der Klassen acht und neun ihre Eltern, Großeltern und weitere Zeitzeugen befragt haben, ging es den elften Klassen um markante Zitate zur Wende. Schüler der zwölften Klassen wiederum haben versucht, Fluchtversuche vom Eichsfeld in den Westen zu dokumentieren und an das Grenzregime zu erinnern. Ergänzt wird dies beispielsweise durch das Modell eines Grenzabschnitts und einem originalen Stück der Berliner Mauer.

Auch Moppi und Pittiplatsch sind dabei

Ausgestellt sind aber auch Lehrbücher und Unterrichtsmaterial sowie Alltagsgegenstände aus sozialistischen Zeiten. Für Erheiterung hingegen sorgten unter vielen Gästen die aus dem Kinderfernsehen der DDR bekannten ausgestellten Figuren „Moppi“ und „Pittiplatsch“. Und bei den Führungen durch die Ausstellung erwiesen sich beispielsweise Angelina Henning aus Diedorf und Jonathan Wehr aus Großbartloff als angehende Museumspädagogen und regelrechte Insider zum jüngsten Kapitel deutscher Geschichte.

Die Ausstellung „Ende durch Wende“ können Interessierte am Montag, 16. Dezember, von 16 bis 17 Uhr besichtigen. Weitere Termine nach Voranmeldung unter Tel. 036027/70275.

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