Holzkunst-Geschäft öffnet in Rengelrode

Rengelrode  Helmut Hoppe macht eine Leidenschaft zum Beruf und hat den Mut, in einem Dorf einen neuen Laden zu eröffnen. Seine Kunst will ein Brückenschlag zwischen dem Erzgebirge und dem Eichsfeld sein.

Helmut Hoppe eröffnet heute mit einem Tag der offenen Tür in dem kleinen Heiligenstädter Ortsteil Rengelrode ein Geschäft für Holzkunst.

Helmut Hoppe eröffnet heute mit einem Tag der offenen Tür in dem kleinen Heiligenstädter Ortsteil Rengelrode ein Geschäft für Holzkunst.

Foto: Sigrid Aschoff

Dass in einem Dorf ein Laden eröffnet wird, das ist heute eine Seltenheit, denn dazu braucht es nicht nur eine gute Idee, sondern auch Mut. Und diesen hat der Wahl-Rengelröder Helmut Hoppe. Der Maschinenbauingenieur, der zuletzt als Qualitätsleiter bei einem großen Unternehmen arbeitete, ist ein leidenschaftlicher Bastler, der den Umgang mit Holz liebt. Doch in seinem Job hat er für die Familie und sein Hobby nur wenig Zeit. Und er muss pendeln. Dann trifft er eine Entscheidung. In Rengelrode, wo er seit neun Jahren lebt, will er jetzt als Selbstständiger seine Werkstatt „Eichsfelder Holzkunst“ mit einem Präsentationsraum für den Verkauf eröffnen.

„Ich habe schon immer gern gebastelt, Geschenke für Geburtstage gefertigt und auch Pyramiden“, erzählt der 62-Jährige. Und mit Pyramiden aus dem Erzgebirge kennt sich Helmut Hoppe aus. Doch er will ihnen seinen eigenen Stil verleihen, ebenso den Motivbögen, die er fertigt. Die sind individuell, sachlich, „nicht so verspielt wie die aus dem Erzgebirge. Sie sind auch etwas für moderne Wohnungen“, sagt er.

Da es ihm an Ideen nicht mangelt, er selbst entwirft und baut, war der nächste Schritt Investieren. Und das tat Helmut Hoppe und schaffte einen Laser für große Flächen und eine CNC-Fräsmaschine an. Der Grundstock war gelegt. Nun brauchte es nur noch Räumlichkeiten zum Verkauf. Der Rengelröder sah sich um und stieß in der Stadt auf hohe Mieten. Doch warum nicht in Rengelrode direkt neben dem Wohnhaus in der Dorfstraße einen Laden eröffnen? Frau, Kinder und gute Freunde unterstützten ihn und halfen beim Bau eines Präsentationsraumes. Die kleine Holzkunstscheune befindet sich gleich neben der Werkstatt, in der der Bastler fleißig werkelt. Ob zum Kindergeburtstag für einen Jungen, der nicht nur eine hübsche Zehn aus Holz bekommt, sondern einen stilisierten Traktor, den er so mag, oder das kleine Mädchen, das sich mehr über ein Einhorn als das Gefährt freut – Helmut Hoppe hat für verschiedenste Anlässe Ideen parat. „Auch für ein Paar, das sich bei den Nachbarn bedanken will, das während des Urlaubs auf die Hunde aufpasste. Ich lasse mich von den Wünschen der Kunden inspirieren, und die können vom Format auch schon mal etwas größer sein“, sagt er und dreht eine Zettelbox in der Hand, auf der ein dörfliches Motiv eingebrannt ist. Im umfunktionierten Schrank stehen derweil aufwendig gestaltete und beleuchtete Bögen, im Regal kleine Notenschlüssel, Tannenbäumchen und aus Holz gestaltete Schriftzüge. Da bekommen die Worte „Ich liebe dich“ noch einmal eine besondere Note. Auch Lampen und Stelen fertigt der Jungunternehmer. Originale erzgebirgische Kunst aus Seiffen wird es bei Helmut Hoppe aber auch geben – Pyramiden, Nussknacker und Schwibbögen. „Ich möchte den Bogen zwischen traditioneller Erzgebirgischer und individueller Eichsfelder Holzkunst schlagen“, sagt der Rengelröder.

Mit Holz hat sich der Sohn eines Zimmermanns schon immer beschäftigt. „Es ist ein warmer Stoff, der sich gut bearbeiten lässt und noch dazu gut riecht“, schwärmt er. Die Buche, die eine schöne Maserung hat, mag er ebenso wie die Pappel oder Birke.

Doch schnell muss weiter Hand angelegt werden, denn heute und am Samstag ist Tag der offenen Tür. Hoppe freut sich auf die Besucher und besonders auf die aus dem Dorf. „Hier habe ich mich von Anfang an angekommen gefühlt“, meint er. Und ist der Laden eröffnet, ist auch schon der nächste Schritt geplant: ein Onlineshop.

Tag der offenen Tür: 8. No-vember, 14 bis 18 Uhr, 9. November, 10 bis 17 Uhr

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