Hundeshagener Streuobstwiese dient auch dem Artenschutz

Hundeshagen  Revierleiter Raik Scheffler erhält für sein Engagement den Naturschutzpreis der Volksbank mit 1500 Euro.

Raik Scheffler und seine Söhne erhalten den Naturschutzpreis der Volksbank Mitte. Er wird vom Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf Döring (rechts) überreicht. Die Männer sowie Gäste stoßen gemeinsam mit selbst gepresstem Apfelsaft an.

Foto: Eckhard Jüngel

Sie stehen inmitten einer Streuobstwiese. Hier einige Apfelbäume, dort Birnen und zwischen den verschiedenen Obstsorten summen Bienen munter herum. Zeit, mit einem selbst gepressten Apfelsaft auf den Erfolg anzustoßen. Denn Revierleiter Raik Scheffler hat sich erfolgreich für den Naturschutzpreis der Volksbank Mitte im Bereich der Jägerschaft Worbis beworben.

In seinem eingereichten Projekt stehen die Entwicklung und Pflege einer Streuobstwiese im Fokus, speziell unter dem Gesichtspunkt des Artenschutzes. Das Projektgebiet gehört der Jagdgenossenschaft Hundeshagen 1, und Jagdpächter ist Tino Seifert. Doch der Flächeneigentümer ist Raik Scheffler, der das Projekt mit seinen Söhnen durchführt. Es umfasst eine Größe von 0,8 Hektar. Ziel des Projektes ist es, den Baumbestand alter Obstsorten in diesem Bereich zu erhalten und zu erweitern. In dem Zusammenhang räumt Raik Scheffler mit dem Vorurteil auf, dass alte Obstsorten nicht schmecken würden. Denn das könne er so nicht bestätigen. Auch der Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Wildtiere soll optimiert und dem allgemeinen Biodiversitätsverlust in der offenen Landschaft entgegen gewirkt werden, schreibt Raik Scheffler in seinem Dossier. Zu seinen weiteren Zielen gehört auch die „dauerhafte Pflege eines historischen Bestandteils unserer Kulturlandschaft“. Natürlich hofft er, dass sein Projekt ein positives Beispiel ist und etliche Nachahmer findet. Mit den angepflanzten Bäumen und den angesiedelten Bienen sollen natürlich auch Obst und Honig regional und ökologisch erzeugt werden.

Die Ziele sind schnell formuliert, doch da stecken umfangreiche Maßnahmen dahinter – unter anderem die behutsame Pflege der Bäume. Das bedeutet, den Baumschnitt über Jahre strecken und Misteln als Ektoparasit, also Parasiten die auf den äußeren Oberflächen leben, entfernen. Weitere Aufgaben sind: Ersatzpflanzungen, Baumschnitt und Anlegen einer Benjeshecke als Biotopelement. Totholz bleibe beispielsweise auch auf der Fläche liegen, erklärt Raik Scheffler, das könne auch jeder zu Hause machen, einfach einen Baumstumpf stehen zu lassen. Für Eidechsen, Höhlenbrüter und Fledermäuse werden entsprechende Unterschlupfmöglichkeiten hergerichtet. Die eingangs aufgeworfene Biodiversitätssteigerung der Fläche soll durch einen wild wuchernden Bereich mit unterschiedlichen Pflanzen gewährleistet werden.

Die Arbeiten, die den Erhalt einer solche Streuobstwiese sichern und gleichzeitig ausbauen, sind umfangreich und fast ganzjährig. Doch Raik Scheffler erfährt viel Unterstützung durch seine Söhne, die bei der Umsetzung helfen.

Der Naturschutzpreis der Volksbank wird jährlich ausgeschrieben, und die Jägerschaft Worbis beteiligt sich seit einigen Jahren, sagt die Vorsitzende Rosi Bötticher. Sie würde sich noch mehr Beteiligung wünschen, denn viele der Förster und Jäger in dem Bereich würden sich engagieren und etwas für die Natur tun. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert, die natürlich mit in die Pflege der Streuobstwiese einfließen. Der Preis wird noch im Bereich Heiligenstadt und Dingelstädt vergeben, so Rosi Bötticher, die unter anderem mit einem Kollegen und Rolf Döring von der Volksbank vor Ort sind.

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