Stich-Wort Eichsfeld: Über den Tellerrand schauen

Silvana Tismer über einen besonderen Tag

Silvana Tismer  Lokalredaktion Eichsfeld

Silvana Tismer Lokalredaktion Eichsfeld

Foto: Olaf Schäfer

Vor 18 Jahren, 1992, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut erklärt. Doch was ist eigentlich Armut? Armut bezeichnet die mangelnde Befriedigung der Grundbedürfnisse, nämlich nach Nahrung, Wasser, Kleidern, Wohnraum, Gesundheit. Dabei geht es weniger um den Mangel an Geld – dann spricht man von Mittellosigkeit.

2019 hatte ich das Privileg – und das war es auch –, 14 Tage durch den Norden Indiens reisen zu dürfen. 3300 Kilometer von Neu-Delhi bis kurz vor die pakistanische Grenze, in Städte wie Jodhpur, Jaipur, Udaipur, Jaisalmer und Agra mit dem unglaublichen Taj Mahal. Dieses Land ist wunderschön. Aber dort habe ich gesehen, was wirklich Armut ist. Die Menschen auf der Straße bettelnd, in elenden Hütten zusammengepfercht – man wird demütig. Ein anderes Wort als Demut gibt es nicht, wenn man sich dort umsieht und daran denkt, was man in Deutschland hat.

Ja, natürlich gibt es in Deutschland auch Armut. Menschen ohne Wohnsitz, Menschen, die sich keine Krankenversicherung leisten können, Altersarmut. Aber es gibt soziale Netze, die auffangen. Die gibt es in Indien nicht. Wir sollten dankbar sein, hier leben zu dürfen. Vielleicht denken wir morgen, am 17. Oktober, einfach mal an andere.