Tasch verabschiedet sich vom Kreisvorsitz

Eichsfeld  Langjährige CDU-Chefin organisiert Generationswechsel. Wahlauswertung im Vorstand

Im Eichsfelder Kreisverband der CDU wird wenige Tage nach der Landtagswahl ein Generationswechsel eingeläutet. Die Vorsitzende Christina Tasch hat am Donnerstagabend den Mitgliedern des Kreisvorstandes in interner Sitzung offenbart, dass sie beim Kreisparteitag Ende November nach zehn Jahren nicht erneut zur Wahl stehen werde. Der stellvertretende Vorsitzende Thadäus König bestätigte auf Anfrage die entsprechende Information dieser Zeitung. Tasch war am Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Dass der Heiligenstädter CDU-Mann König, der bei der Landtagswahl das Direktmandat gegen AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke mit großem Vorsprung gewonnen hatte, ausgemachter Nachfolger für die 59-jährige Küllstedterin sein könnte, wird seit Tagen in Parteikreisen berichtet. König selbst erklärte: „Ich stehe als Kreisvorsitzender zur Verfügung.“ Vorbehaltlich des Delegiertenparteitages in drei Wochen könnte er damit den Generationswechsel im Kreisvorstand vollenden.

In einer am Freitag von der Kreisgeschäftsstelle der Union ausgesendeten Mitteilung – dass Tasch nicht wieder als Kreisvorsitzende kandidieren will wird darin mit keiner Silbe erwähnt – wird die Kreischefin so zitiert: „Unterschiedliche Positionen sind daher verständlich und beruhen zum Teil auch auf unterschiedlichen Erfahrungen.“

Die finden Niederschlag in einer vom Kreisvorstand einstimmig verabschiedeten Resolution. Darin wird jedwede Zusammenarbeit mit der AfD sehr deutlich ausgeschlossen, „ebenso eine Wahl eines CDU-Kandidaten mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten“. Dass der Landesvorsitzende Mike Mohring (CDU) Gespräche mit SPD, Grünen und FDP über eine Minderheitsregierung der politischen Mitte führen soll, unterstützt der Kreisverband. Gleichsam wird eingeschränkt: „Wenn SPD und Grüne keine Bereitschaft für eine Minderheitsregierung erklären, wie aktuell angedeutet, […] soll die CDU Thüringen ihre Aufgabe in einer dem Land dienenden, konstruktiven Opposition sehen.“ Die könne darin liegen, dass man einer sachbezogenen Unterstützung einer von Bodo Ramelow (Linke) geführten rot-rot-grünen Minderheitsregierung die Gefolgschaft bei Initiativen, „die positive Wirkungen für den Freistaat Thüringen besitzen“, nicht verweigert. Genannt werden zum Beispiel eine bessere Finanzausstattung der Kommunen, die Einstellung von mehr Lehrern oder Polizisten. Sollte eine solche Regierung aber erneut eine Gebietsreform angehen oder den Verfassungsschutz abschaffen wollen, „gibt es diese Unterstützung nicht“.

Dass CDU-Landrat Werner Henning in den vergangenen Tagen bundesweit Schlagzeilen mit der Forderung nach einer offensiven Zusammenarbeit mit der Linkspartei gemacht und überdies angedeutet hatte, dass er bei Mohring immer weniger ein Profil erkennen könne, war nach Informationen dieser Zeitung am Rande Thema der Sitzung. Henning selbst soll für etwa eine Stunde teilgenommen und seine Sicht der Dinge dargelegt haben. Unterstützung soll er von Landesvorstandsmitglied Heiko Steinecke bekommen haben, der auch die Mittelstandsvereinigung im Eichsfeld führt.

Gleichwohl hat es kritische Stimmen zur Haltung des Landrates gegeben. Angedeutet wird das sogar in der Mitteilung der Kreisgeschäftsstelle. „Das ist Demokratie, und die haben wir so gewollt“, wird die scheidende Kreisvorsitzende zitiert.

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.