Unfälle häufen sich an Eichsfelder Kreuzung: Fahrer missachten Vorfahrt

Geismar  Verärgerter Bürger prangert Verkehrssituation im Kreuzungsbereich L 1007 - Abzweig Geismar an. Polizeisprecherin nennt Fakten und Zahlen.

Der Kreuzungsbereich der L 1007 (Heiligenstadt – Eschwege) und L 1003 (Geismar – Sickerode) Ortslage Geismar ist den Beamten der Polizeiinspektion Eichsfeld ­bekannt. Dort häufen sich Unfälle, allerdings ist es noch kein Unfallschwerpunkt.   

Der Kreuzungsbereich der L 1007 (Heiligenstadt – Eschwege) und L 1003 (Geismar – Sickerode) Ortslage Geismar ist den Beamten der Polizeiinspektion Eichsfeld ­bekannt. Dort häufen sich Unfälle, allerdings ist es noch kein Unfallschwerpunkt.   

Foto: Eckhard Jüngel

Lothar Schäfer macht sich große Sorgen. Er wohnt in Geismar und in den vergangenen Wochen und Monaten habe er dort vermehrt Unfälle regis­triert. Diese würden sich stets auf der Landesstraße 1007 zwischen Heiligenstadt und Eschwege, am Abzweig Geismar zutragen. Der Bürger spricht bereits von einem „Unfallschwerpunkt“.

Polizeisprecherin Fränze Töpfer versichert, dass die Beamten der Polizeiinspektion Eichsfeld diesen Bereich bereits im Blick haben. „Der Kreuzungsbereich der L 1007 (Heiligenstadt – Eschwege) und L 1003 (Geismar – Sickerode) Ortslage Geismar ist nicht unbekannt.“ Allerdings sei die Kreuzung nicht als Unfallschwerpunkt eingestuft. Dies erfolge erst, wenn binnen 36 Monaten fünf Unfälle in der gleichen Kategorie passieren. Zwei Beispiele: fünf Unfälle mit Schwerverletzten oder fünf Unfälle mit Leichtverletzten. Natürlich würde dabei auch die Unfallursache eine Rolle spielen.

Weiter erklärt Fränze Töpfer: „Ein Unfallschwerpunkt kann nur durch die örtliche Unfallkommission bestimmt werden, die sich an die Kategorien und Vorgaben halten muss.“ Die Kommission besteht aus Polizeibeamten und Vertretern der Straßenverkehrsbehörde, der unteren Straßenverkehrsbehörde sowie Vertretern des Landesamtes für Bau und Verkehr Region Nord. Mitunter würden auch die jeweiligen Bürgermeister teilnehmen sowie der Landrat. Diese Unfallkommission tagt einmal im Jahr und habe bereits im Juni zusammengesessen. Allerdings sei dieser Bereich bis dato eher unauffällig gewesen. Das belegt die Polizeisprecherin auch mit Zahlen: „2019 haben sich seit Mai bis jetzt, Oktober, fünf Verkehrsunfälle im besagten Kreuzungsbereich ereignet. Die Unfallverursacher machten jeweils Vorfahrt- oder Abbiegefehler, welche unfallursächlich waren. In vier Fällen ist es zu Verletzten (zweimal zu schweren Verletzungen) gekommen. Insofern handelt es sich um einen unfallauffälligen Bereich. Der letzte Unfall ereignete sich am 24. September.“ Im vergangenen Jahr seien mit den gleichen Unfallursachen vier Verkehrsunfälle aufgenommen worden – in drei Fällen mit Verletzten. Fränze Töpfer betont, dass es sich dabei um Vorfahrtsfehler handle und appelliert an jeden Autofahrer, die Vorfahrt entsprechend zu beachten. Außerdem sei die Geschwindigkeit in dem Bereich schon auf 70 km/h heruntergesetzt. „Dort gibt es nun vermehrt Geschwindigkeitskontrollen durch die Eichsfelder Polizei. Denn das Problem ist auch, dass sich seitens der Fahrer nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit gehalten wird.“

Nichtsdestotrotz geht sie davon aus, dass dieser Kreuzungsbereich bei Geismar im kommenden Jahr bei der Unfallkommission Thema sein wird. „Sollte es dort zu weiteren, auch gravierenden Unfälle kommen, kann auch eine Sondersitzung einberufen werden“, erklärt Fränze Töpfer.

Aber selbst wenn dieser Kreuzungsbereich als Unfallschwerpunkt deklariert wird, muss nach entsprechenden Maßnahmen geschaut werden. Eine Möglichkeit wären bauliche Veränderungen – unter anderem Ampeln oder Verkehrsschilder. „Auch hier muss Kosten und Nutzen abgewogen werden, denn die Unfallursache spielt immer eine Rolle.“

Unfälle im Kreuzungsbereich

- 2018: vier Verkehrs­unfälle, drei davon mit Verletzten

- Mai bis Oktober 2019: fünf Verkehrsunfälle, in vier Fällen mit Verletzten, zweimal schwer

- Ursache: Vorfahrt- oder Abbiegefehler

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