Vereinte Nationen zeichnen Projekt des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal aus

Fürstenhagen.  Die Uno würdigt besondere Initiative im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal für Menschen mit Handycap.

Mit Rollstühlen durch den Wald. Um aktive Vielfalt für alle geht es bei dem Projekt von Sven Pompe und Marco Pompe im Naturpark.

Mit Rollstühlen durch den Wald. Um aktive Vielfalt für alle geht es bei dem Projekt von Sven Pompe und Marco Pompe im Naturpark.

Foto: Jana Bittner

Die Vereinten Nationen haben im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ die Initiative „Iloh – Ich lebe ohne Hindernisse“ des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratals erneut ausgezeichnet. Denn gerade Menschen mit Handicap seien herzlich willkommen.

„Wir gehen davon aus, dass mit der erneuten Auszeichnung wir weiterhin überregional auf die Naturparkregion aufmerksam machen, denn barrierearmes Reisen und Erleben ist hier vor Ort ein Thema geworden, über das nicht nur gesprochen wird. Ich bin stolz darauf, dass Iloh hier einen Beitrag leisten konnte“, sagt Marco Pompe, Mitbegründer der Initiative aus Mühlhausen.

Naturpark leistet wichtigen Beitrage für Teilhabe aller Menschen

Dass der Naturpark mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag für die Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft leisten möchte, betont Naturparkleiterin Claudia Wilhelm. „Mit regionalen Angeboten wollen wir allen Menschen aus verschiedenen Teilen der Bevölkerung das Erleben der Natur ermöglichen. Dies fördert den Austausch und das gegenseitige Verständnis und unterstützt ein gemeinsames Engagement für Natur und Naturschutz.“ Iloh sei ein hervorragendes Beispiel, wie dies gelingen kann.

Bereits 2017 hat die Initiatoren-Gruppe, die ihren Vereinssitz am Rehasportzentrum Mühlhausen hat, erstmals diese Würdigung der Vereinten Nationen erhalten. „Die UN-Dekade-Jury berücksichtigt bei der Bewertung im Auswahlverfahren insbesondere Projekte, die soziale Aktivitäten mit dem Erhalt der Vielfalt der Natur verbinden und Menschen für die biologische Vielfalt sensibilisieren“, erklärt Claudia Wilhelm.

Die Projekte lenken den Blick auf die Chancen, die Natur für den sozialen Zusammenhalt bietet und werden durch die Brüder Marco und Sven Pompe gemeinsam mit dem Extremsportler Guido Kunze organisiert. Ziel des Teams sei es, einmal im Jahr eine Veranstaltung zu planen und umzusetzen, die experimentellen Charakter habe. Bisher habe man schon mehrere Rad- und Wandertouren, Schlauchbootfahrten, Outdoor-Camps, Rundflüge in der Region organisieren können.

„Waldbaden auf Rädern“ wegen Corona-Pandemie auf 2021 verschoben

„Für 2020 war eigentlich das Projekt ,Waldbaden auf Rädern’ in Verbindung mit dem Waldresort in Weberstedt geplant, dies wurde aufgrund der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben“, erklären die Organisatoren. Motivation sei, das Konzept Waldbaden für Personen mit Gehbehinderung oder im Rollstuhl erlebbar zu machen und dauerhaft mit in der Region anzubieten.

„Die erneute Auszeichnung war gewissermaßen fast wie ein Geburtstagsgeschenk für die Iloh-Gruppe, denn wir sind punktgenau fünf Jahre in der Naturparkregion aktiv und als Botschafter für Barrierefreiheit unterwegs“, freut sich so Marco Pompe. Neben der Unterstützung von Iloh erarbeite die Verwaltung aktuell, im Rahmen der Erstellung des Umweltbildungskonzeptes, an einer Bestandserfassung zur Barrierefreiheit, erklärt Claudia Wilhelm. Ziel sei, Ende 2020 barrierefreie Angebote im Naturparkgebiet zu eruieren, Nutzer nach ihren Erwartungen und Wünschen zu befragen und anschließend eine Maßnahmenplanung abzuleiten.