Wenn der Vater mit dem Sohne

Dingelstädt  Unstrutlauf: Christian Kroll läuft in Dingelstädt den Halbmarathon und ist stolz auf seinen talentierten Filius Nico

Dynamischer Start des Laufes über zehn Kilometer mit dem späteren jungen Sieger Hagen Selle (86), der für die Strecke entlang der Unstrut respektable 36,49 Minuten bis ins Ziel am Gymnasium benötigte. S

Dynamischer Start des Laufes über zehn Kilometer mit dem späteren jungen Sieger Hagen Selle (86), der für die Strecke entlang der Unstrut respektable 36,49 Minuten bis ins Ziel am Gymnasium benötigte. S

Foto: UWE PETZL

Bereits zum sechsten Mal veranstaltete das St. Josefs-Gymnasium in Dingelstädt den Unstrutlauf und erfuhr mit 493 Ausdauerathleten einen neuen Teilnehmerrekord.

„Erfreulich ist, dass 200 Nachwuchsläufer über die Strecken von einen und zwei Kilometer an den Start gingen“, sagte Hauptorganisator Andreas John, der selbst ein aktiver Läufer über lange Distanzen ist, aus organisatorischen Gründen aber nur zum Zugucken verurteilt war.

Bereits am frühen Vormittag wurden die 25 Aktiven beim Halbmarathon auf die 21.1 Kilometer lange Distanz geschickt. Erneut unterstrich der Faulunger Tobias Kaufhold seine große läuferische Klasse und stürmte mit über vier Minuten Vorsprung vor Andreas Spangenberg vom 1. Eichsfelder SC in 1:21:28,2 Stunden fit wie ein Turnschuh und begeistert empfangen von den zahlreichen Zuschauern ins Ziel vor dem Haupteingang des Gymnasiums, freudig empfangen von seiner Ehefrau Doreen und seinem kleinen Sohn Moritz. „Die Strecke ist leicht wellig, aber sehr gut zu laufen“, erklärte der 33-jährige Buchhalter bei einem Küllstedter Unternehmen schon kurze Zeit nach der Ankunft mit ruhigem Atem. Dann erwähnte der Sieger zahlreicher Läufe auch des Neunspringer Eichsfeld-Cups, zu dessen Serie auch der Unstrutlauf als abschließende von neun Veranstaltungen zählt, dass ihn seine liebenswerte Gattin bei den Trainingsläufen auf dem Fahrrad begleitet und stark motiviert.

Glücklich war auch die gebürtige Breitenbächerin Karina Wilhelm, die mit ihrer Zeit von 1:34:33,4 Stunden die weibliche Konkurrenz dominierte. Die 27-jährige früher Torjägerin des Fußball-Verbandsligisten FSV Uder hat ihr Studium in Sport und Germanistik in Göttingen beendet und ist als Referendarin am Gymnasium in der Unstrutstadt tätig.

Für seinen Start beim Berlin-Marathon in zwei Wochen bereitete sich der 43-jährige Christoph Kroll vom LTV Obereichsfeld vor, der nach 1:32:57,1 Stunden den Halbmarathon beendete und im Vorderfeld landete. „An der Spree will ich die 42,1 Kilometer unter drei Stunden bewältigen“, sagte der im niedersächsischen Gieboldehausen im Untereichsfeld lebende Familienvater, dessen Sohn zwölfjähriger Sohn Nico über die fünf Kilometer in für sein Alter hervorragenden 19:11,1 Minuten nur 70 Sekunden hinter dem 16-jährigen Sieger David Saul in der Spitzengruppe unter den 152 Startern den Lauf beendete. „Er ist ein großes Talent“, sagte der Gernröder Matthias Wieg als sportlicher Leiter des LTV Obereichsfeld, der für den Halbmarathon 1:32:56,9 Stunden benötigte, über sein junges Vereinsmitglied. Der 34-Jährige nannte zudem noch die beiden großen 18-jährigen Nachwuchstalente Morris Weihmüller und Noah Löser aus Heiligenstadt im LTV Obereichsfeld, die an der Unstrut diesmal nicht an den Start gingen.

Wie Kaufhold über die längste Laufdistanz dominierte über die zehn Kilometer auch Hagen Selle vom 1. SGV Mühlhausen die 47-köpfige Konkurrenz. Der 17-Jährige hatte im Ziel zweieinhalb Minuten Vorsprung vor dem vereinslosen Thomas Münster. Stolz darüber, als schnellste Frau die 5000 Meter in 21:57,7 Minuten gelaufen zu haben, war die 23-jährige Jasmin Nachtwey von den Lauffreunden Kreuzebra. „Die Strecke war recht flach und man konnte gut Tempo laufen“, erzählte die frisch examinierte Sportwissenschaftlerin der Universität Jena, die seit einiger Zeit ihre Freude am Triathlon mit Radfahren und Schwimmen entdeckt hat. Zufrieden im Ziel war auch Peter Krippendorf als Direktor des Gymnasiums, denn mit 58:16,7 Minuten hatte der 63-Jährige das persönliche Ziel, unter einer Stunde zu bleiben, erreicht.

Bei der Ehrung der Gesamtsieger und Platzierten des Neunspringer Eichsfeld-Cups teilte dessen 69 Jahre alter Organisator Raimund Arand aus Kirchgandern den Laufenthusiasten vor dem Schulgebäude mit, dass es in der beliebten Laufserie im kommenden Jahr elf Veranstaltungen gibt. Neben dem Kanonenbahnlauf in Lengenfeld/Stein als Rückkehrer wird erstmalig der Südeichsfeldlauf in Diedorf im Unstrut-Hainich-Kreis dazugehören.

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