Arne Ott ist neuer Chef des Erfurter Immobilienamtes

Erfurt.  Arne Ott folgt Torben Stefani als Chef des Immobilienamtes in Erfurt. Ein Eigenbetrieb Schulen macht ohne Finanzierung wenig Sinn, findet er.

Arne Ott (rechts) leitet seit Jahresbeginn das Amt für Grundstücks- und Gebäudeverwaltung in Erfurt, das Torben Stefani vier Jahre lang kommissarisch betreute. 

Arne Ott (rechts) leitet seit Jahresbeginn das Amt für Grundstücks- und Gebäudeverwaltung in Erfurt, das Torben Stefani vier Jahre lang kommissarisch betreute. 

Foto: Holger Wetzel

Unter optimalen finanziellen Bedingungen dauert die Umsetzung des Erfurter Schulbau- und Schulsanierungsprogramms 15 bis 20 Jahre. Das schätzt der neue zuständige Amtsleiter ein: Arne Ott (34), der seit 2010 im Amt für Grundstücks- und Gebäudeverwaltung beschäftigt ist, hat am 1. Januar dessen Leitung übernommen.

Zu den rund 400 städtischen Immobilien, die das Amt betreut, gehören auch die 68 Schulstandorte, zu denen in den kommenden Jahren noch zwei neue hinzukommen sollen. Der Schulbau gilt als Erfurts wichtigste Aufgabe.

Arne Ott war bereits in der Projektgruppe aktiv, die einen Eigenbetrieb für die Schulen vorbereiten sollte. Die Pläne scheiterten aber an der mangelnden finanziellen Ausstattung.

Ohne die 100 Millionen Euro, die auch aus einer vom Stadtrat abgelehnten Eingliederung der Kowo in die Stadtwerke erlöst werden sollten, mache der Eigenbetrieb wenig Sinn, meint Ott. „Ohne feste Tranchen an Geld, nur mit Verwaltungsaufgaben, können wir auch als Amt weitermachen“, sagt er. Die Ausschreibung sieht Ott aber als Werkleiter vor, sollte der Eigenbetrieb doch noch kommen.

Bauhof Petersberg soll um Maler ergänzt und zu einer Werkstatt ausgebaut werden

Torben Stefani (45), der das Immobilienamt vier Jahre lang kommissarisch und zusätzlich geleitet hatte, konzentriert sich fortan wieder auf das Amt für Geoinformation, Bodenordnung und Liegenschaften, dessen Leiter er bleibt. Dort ist er gemeinsam mit rund 60 Mitarbeitern für den An- und Verkauf und die Verwaltung von derzeit rund 20.000 städtischen Flurstücken zuständig.

Arne Ott hat im Immobilienamt rund 220 Mitarbeiter zur Verfügung. Darunter sind allein 120 Hausmeister und Hausarbeiter. Der neue Amtsleiter plant, diesen Bereich auszubauen: Der Bauhof Petersberg soll um Maler ergänzt und zu einer Werkstatt ausgebaut werden, deren Mitarbeiter Kleinstreparaturen an den städtischen Gebäuden unkompliziert ausführen können.

Das „Amt 23“, wie das Immobilienamt intern genannt wird, ist für seinen Personalmangel berüchtigt. „Es ist unstrittig, dass wir ein großes Personalproblem in Ingenieur- und technischen Bereichen haben“, sagt Ott. Er begründet das mit den Tariflöhnen, die mit den Gehältern auf dem freien Markt nicht mithalten könnten.

Ein Teil der Lösung soll ein duales Studium zum Bauingenieur sein, um Nachwuchs im eigenen Haus auszubilden und möglichst langfristig zu binden. Planungsaufträge würden zunehmend auch extern ausgeschrieben, sagt Ott. Doch mache das die Projekte nicht billiger.

Schulbauprogramm soll fortgesetzt werden

Arne Ott hat selbst 2007 mit einem dualen Studium bei der Stadtverwaltung begonnen. 2015 schloss er noch ein Master-Studium im Facility Management erfolgreich ab. Die Erkenntnisse sollen unter anderem darin münden, dass der Lebenszyklus eines Gebäudes und die Betriebskosten schon bei der Planung mehr Gewicht erhalten.

Damit setzte Arne Ott die Strategie fort, die Torben Stefani in den letzten vier Jahren begonnen hat. Stefani brachte auch das Schulbauprogramm maßgeblich mit auf den Weg. „Ich bin froh, dass Arne Ott sich erfolgreich beworben hat“, sagt Stefani.

Im eigenen Amt will Torben Stefani sich dafür einsetzen, dass Grundstücke schon vor ihrer Entwicklung für die Stadt aufgekauft werden. So könne die Stadt mehr Einfluss auf die Stadtentwicklung nehmen und zugleich Baulandmodelle oder Grundstücksvergaben nach Konzept ermöglichen.