Bauhausbiografien auf einen Klick im neuen Online-Archiv der Uni Erfurt

Weimar  Die Forschungsstelle der Universität Erfurt erstellt ein digitales Personenarchiv aller für das Bauhaus relevanten Personen.

So viele Bauhäusler, so viele Biographien, nicht alle sind bekannt. An den Bauhaus-Künstler Erich Borchert (1907-1944, rechts), hier mit Kollegen und Freunden

So viele Bauhäusler, so viele Biographien, nicht alle sind bekannt. An den Bauhaus-Künstler Erich Borchert (1907-1944, rechts), hier mit Kollegen und Freunden

Foto: Privat

Erich Borchert. Erich Borchert? Erst das Symposium am Sonntag in Weimar lüftete viele Geheimnisse um den in der Öffentlichkeit weithin unbekannten Bauhäusler. Wer aber waren beispielsweise Heiner Knaub, Ernst Paul Zwiauer, Clara Bischoff oder Thekla Dietrich-Wiede?Neben den berühmten Meistern wie Walter Gropius, Paul Klee und Wassily Kandinsky gab es am Bauhaus eine Vielzahl an Schülern und Hospitanten.

Wer aber waren sie? Eine unschätzbare Recherchehilfe gibt jetzt die Universität Erfurt Forschern in die Hand. Immerhin haben am Bauhaus in den 14 Jahren seiner Existenz an drei Standorten knapp 1500 Personen gewirkt.

Unter https://bauhaus.community / wurde die neue Datenbank aller für das Bauhaus relevanten Personen freigeschaltet. Darauf macht die Universitäts-Bibliothek der Bauhaus-Universität Weimar in ihrem aktuellen Newsletter aufmerksam. Die umfassende Datenbank wurde von der Forschungsstelle für die Biografien ehemaliger Bauhaus-Angehöriger (BeBA) an der Universität Erfurt erarbeitet und steht kostenfrei online zur Verfügung. Sie biete damit nach Angaben aus der Erfurter Uni eine Antwort auf die komplexe Frage, wer eigentlich am Bauhaus gewirkt hat.

Von vielen dieser Lehrenden und Studenten sei heute oft nur noch der Name bekannt, und der sei oft nicht einmal Kunsthistorikern ein Begriff, denn es gab bislang kein einheitliches oder systematisches Register, das zuverlässig alle Bauhäusler erfasst.

„Wir machen der Öffentlichkeit die Ergebnisse unserer jahrelangen Forschungen kostenlos zugänglich, um zum ersten Mal einen vollständigen Überblick über das Lehrpersonal, die Schülerschaft und die Gäste am Bauhaus zu ermöglichen“, erklärte Patrick Rössler, Leiter der Forschungsstelle. Das digitale Personenlexikon erschließe die wichtigsten biografischen Informationen zu jeder Person.

„Nun gibt es die lang erwartete, verbindliche Liste aller Bauhaus-Angehörigen, welche die Forschung, Studierende, aber auch Galerien und alle Kunstinteressierten bisher vermissten“, verdeutlichte Magdalena Droste, die gemeinsam mit ihrem Erfurter Kollegen ein Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft geleitet hat, in dessen Umfeld die Datenbank entstanden ist. Projektleiterin Anke Blümm betonte die Bedeutung dieser neuen Quelle auch für die weltweite Bauhaus-Rezeption, denn „bisher musste man diese Informationen entweder mühsam aus den Anhängen einzelner, oft längst vergriffener Bücher entnehmen oder die Archive in Weimar, Dessau und Berlin aufsuchen – jetzt hat man die Informationen mit wenigen Mausklicks auf seinem Bildschirm verfügbar.“

Die Datenbank wurde durch die Weimarer Informationsdesigner Jens Weber und Andreas Wolter freigeschaltet, die im Forschungsteam für die Datenbankarchitektur und die Visualisierung der Informationen zuständig waren.

Wie die Universität Erfurt weiter mitteilt, sind ausgewählte Informationsgrafiken als „Bauhaus Shortcuts“ ebenfalls auf der Webseite der Forschungsstelle verfügbar.

Die Arbeit der Forschungsstelle wird von der Universität Erfurt und der Thüringer Staatskanzlei im Rahmen des „bauhaus100“-Jubiläumsprogramms gefördert.

Digitales Personenarchiv unter https://bauhaus.community /

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