Bischof Ulrich Neymeyr über Rot-Weiß Erfurt: „Ich wünsche der Mannschaft den Aufstieg“

Erfurt  Bischof Ulrich Neymeyr, Ehrenmitglied des FC Rot-Weiß Erfurt, über göttlichen Beistand, sportliche Prognosen und Brasiliens Star Neymar.

Erfurts  Bischof Ulrich Neymeyr ist RWE-Ehrenmitglied.

Erfurts  Bischof Ulrich Neymeyr ist RWE-Ehrenmitglied.

Foto: M. Keller

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Ein Bischof beim heimischen Fußballclub auf der Ehrentribüne. Wo gibt’s das schon. Beim FC Rot-Weiß Erfurt. Am Freitagabend durfte sich der Viertligist im Heimspiel gegen Auerbach (2:1) über den ersten Saisonsieg und sich während der 90 Minuten über geistlichen Beistand des Erfurter Bischofs Ulrich Neymeyr freuen. Nach Abpfiff ergab sich die Möglichkeit einer Spielanalyse mit dem christlichen Würdenträger.

Excellenz, Sie hatten vorab ein glattes 2:0 getippt. Das war knapp daneben ...

Na gut, mit dem unglücklichen Tor (unter gütiger Mithilfe von RWE-Torwart Julian Knoll/Anm. d. Autors) hatte ich nicht gerechnet.

Dennoch zufrieden?

Am Ende zählen der Sieg und die drei Punkte.

War das ein Sieg mit göttlichem Beistand?

Nein, glaube ich nicht. So einfach ist das nicht, dass Gott ein Fußballspiel lenkt.

Wenn man aber diverse Fußballspiele anschaut, bekreuzigen sich viele Akteure vor Spielbeginn. Das müsste den lieben Gott doch eigentlich in Gewissensnöte bringen. Denn wem soll er zugeneigt sein?

Das ist das Problem. Wenn beide Mannschaften um den Sieg beten, ist der liebe Gott schon draußen.

Am besten also, man hält sich an die Devise „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott“?

Ja, kann man so sagen.

Wie kam es eigentlich, dass Sie RWE-Ehrenmitglied wurden?

Das weiß ich auch nicht. Das war ein Geschenk zu meinem 60. Geburtstag. Darüber habe ich mich so sehr gefreut, dass ich mir vorgenommen habe, mindestens einmal pro Saison ein RWE-Spiel zu besuchen.

Haben Sie eigentlich eine echte Affinität zum Fußball?

Natürlich schaue ich mir die großen Turniere an. Und ich nehme teil am Schicksal der Mannschaft der Stadt, in der ich lebe. Zuvor war das in Mainz nicht anders. Die Vereinsfarben sind dieselben und Erfurt und Mainz sind Partnerstädte. Da kann man nichts falsch machen.

Man muss das fragen: Sind Sie auf Grund ihres Namens schon mal mit der Diva aus Paris verwechselt worden?

Dass jemand Herr Neymar statt Neymeyr sagt, ist ganz häufig geworden, seit der Neymar bekannt geworden ist. Ich reagiere da amüsiert. Bei der WM in Brasilien hat man mir ein Nationaltrikot geschenkt, da stand Neymeyr drauf.

Tippen Sie mal, wo Rot-Weiß am Ende der Saison in der Tabelle rauskommen wird.

Also ich wünsche der Mannschaft wirklich den Aufstieg, spätestens nächste Saison.

Und eine geistliche Prognose bitte, wann RWE endlich wieder aus diesem Tal der Tränen herauskommen wird.

Ich hoffe, dass die Leute merken, wie sich die Mannschaft engagiert. Das hat man bei diesem Spiel gemerkt. Sie sollen wieder ins Stadion kommen und dadurch für Rückhalt sorgen. Und natürlich wünsche ich mir, dass da auch die finanzielle Unterstützung da ist.

Sie hatten unlängst die Spieler in den Dom eingeladen. Ihr Eindruck?

Man merkt schon, dass die Spieler engagiert sind. Und wenn auch die Leute merken, die kämpfen für unseren Verein, macht es auch wieder Spaß ins Stadion zu gehen.

Schließen Sie eigentlich den FC Rot-Weiß jeden Abend in Ihr Nachtgebet ein?

Nein, das würde zu weit führen. Außerdem bin ich Bischof für ganz Thüringen. Da kann ich die anderen Mannschaften nicht ganz ausschließen.

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