Schmiras Einwohner befürchten zur Buga permanente Staus

Der Verkehr in Erfurt nimmt zu, ein großer Teil rollt von der Autobahn kommend durch Schmira. Das missfällt den dortigen Anwohnern arg.

Rechts von der Wendeschleife, wo derzeit noch alles grün ist, soll der neue P&R-Platz entstehen.

Rechts von der Wendeschleife, wo derzeit noch alles grün ist, soll der neue P&R-Platz entstehen.

Foto: Marco Schmidt

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Noch knapp 500 Tage sind es bis zur Eröffnung der Bundesgartenschau (Buga), dann erhoffen sich die Verantwortlichen für die 171 Buga-Tage etwa zwei Millionen Besucher. Dieser Zeit sehen einige Bürger in Schmira bereits jetzt mit Bangen entgegen.

„Auf der Grundlage der Studie Westeinfahrt Erfurt wird zur Buga von einer zu erwartenden Frequenz der Besucher zu 70 Prozent aus Richtung Gotha kommend ausgegangen“, sagt Reinhard Schmidt von der Bürgerinitiative Schmira.

„Wir erwarten von der Stadtverwaltung eine Überarbeitung des Verkehrskonzeptes unter Einbeziehung des fließenden Verkehrs mit Schwerpunkt der Verteilung der zu erwartenden Verkehrsströme bei den Zufahrten“, sagt Reinhard Schmidt. „Nur einzig die Schaffung eines zusätzlichen Parkplatzes im ruhenden Verkehr ist für das zu erwartende hohe, zeitgleiche Verkehrsaufkommen von der westlichen Autobahnabfahrt als Verkehrskonzept der Stadt anlässlich der Buga recht dürftig.“

Der neue P&R-Platz soll an der Kreuzung von Gothaer Straße und Wartburgstraße gebaut werden und ist für 354 Autos, 50 Busse und Wohnmobile ausgelegt. Während der Buga ist er kostenpflichtig, danach wird er wie die anderen P&R-Plätze kostenfrei für Pendler zur Verfügung stehen.

Bei der Planung stand für die Verantwortlichen eines im Vordergrund: „Unser Ziel ist es, den Verkehr zu konzentrieren und schnell auf die Parkplätze zu leiten“, sagt Achim Kinzel vom Stadtplanungsamt. Er verstehe die Betroffenheiten der Schmiraer, aber die Stadt habe sich zur Buga bekannt und nun müsse im Interesse aller eine Lösung gefunden werden. „Wir tun eine ganze Menge, damit die Besucher ihr Auto stehen lassen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen.“

Eine dritte Spur, wie sie die Schmirarer vorschlagen, habe bereits zur Debatte gestanden und sei abgelehnt worden. Bedarfsgerechte Lösungen für besucherstarke Einzelveranstaltungen seien schon allein aus Kostengründen nicht realisierbar. Erfahrungen bei anderen Bugas und Gutachten zu den sogenannten Tagesganglinien zeigten, dass sich die Anreise meist über etwa drei Stunden strecke.

Die Abreise sei eher das Problem. Auch ein Pendelverkehr zwischen einem Parkplatz neben der Autobahnabfahrt und der Messe sei schon vor Jahren untersucht und als nicht praktikabel eingestuft worden. Es sind unterschiedliche Interessen, die aufeinander prallen. In den vergangenen Wochen waren die Ortsteilbürgermeister von Schmira und Hochheim angehört worden.

In der kommenden Woche ist „Das Tor zur Stadt“, wie der neue Parkplatz heißen soll, Thema im Buga-Ausschuss. Dieser ist öffentlich und findet am 17. Dezember um 17 Uhr im Rathaus statt.

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