„Buga vor historischer Erfurter Kulisse wird Besucher begeistern“

Erfurt  Buga-Chefin Kathrin Weiß: Alle Ausstellungsbereiche im Zeitplan. Neue Info-Formate sollen bei Erfurtern endlich die Vorfreude wecken

Optimismus auch in Plakatform – am Außenzaun des Egaparks.

Optimismus auch in Plakatform – am Außenzaun des Egaparks.

Foto: Casjen Carl

Eifrig gelesen wurde gestern in den Morgenstunden die Analyse zum Zwischenstand der Buga-Vorbereitungen auch in den Büros der Buga gGmbH. „Liegt die Messlatte zu hoch?“ hatte diese Zeitung mit Blick auf die erfolgreich beendete Buga in Heilbronn und den Stand der Vorbereitungen in Erfurt gefragt.

„Beim letzten Buga-Infotag hätten wir schon Dauerkarten verkaufen können“, sagt Buga-Chefin Kathrin Weiß. Quasi als ein Beispiel dafür, was in ihrem Inneren die große Zuversicht nährt, dass Erfurt die Messlatte locker noch höher legen kann.

Nun könnte man das als Zweckoptimismus deuten, wie es vielleicht zum Stellenprofil ihres Jobs gehört. Aber nein, sie zeigt sich ganz sicher, dass es nun mit der Stimmung in der Stadt für die Buga aufwärts gehe.

Sie weiß sich und ihre Kollegen aber auf einem mühsamen Weg. Denn geplatzte Träume auf dem Petersberg und das formelle Streichen der Geraaue als dritten Buga-Ausstellungsbereich hätten sich leider im Denken der Erfurter verwurzelt. Und obwohl die Bauarbeiten manch Unannehmlichkeiten mit sich brächten, kämen mit den Baggern doch die sichtbaren Zeichen einer erfolgreichen Vorbereitung der Gartenschau.

Fast dankbar ist die Buga-Chefin der gestellten Frage, ob die Erfurter Buga 2021 das Zeug dazu hat, eine bundesweit gefeierte Bundesgartenschau zu werden. „Pflanzen und Events – das sind die Hauptgründe, warum die Besucher zu den Gartenschauen fahren“, sagt Weiß. „Und hier wird alles, was geplant ist, nach heutigem Stand auch fertig.“ Seien es die Gärten der Epochen auf dem Petersberg oder der Iris- und der Rosengarten auf der Ega. „Es gibt bei einer Bundesgartenschau eben nicht die eine große Attraktion. Aber die Gesamtheit wird die Besucher begeistern.“

Gerade im Kontext mit Erfurt als Gastgeberstadt. „Wir haben doch eine der schönsten Städte, mit der Buga setzen wir dem das i-Tüpfelchen auf.“ Eine Bundesgartenschau vor so einer historischen Kulisse sei einmalig.

Die Erfurter mit dieser Vorfreude mitzunehmen, das sei nun auch die dringlichste Aufgabe, die ansteht. Hier hätten sie aus der Vergangenheit gelernt.

Zwar gab es schon viele unterschiedliche Informationsangebote. Da sei an die Buga-Dialoge erinnert. Nun aber zeige sich, dass die seit kurzem angebotenen Buga-Spaziergänge wohl das effektivere Format sind.

So sollen diese nun alle 14 Tage angeboten werden. Bei den Spaziergängen könnten – wenn auch noch nicht blühende Gärten – doch aber Fortschritte bei den Vorbereitungen gezeigt werden. Und auch durch die Erfurter Nachfragen gestellt werden.

So würden viele so auch ein Verständnis dafür kriegen, warum an manchen Stellen Bäume fielen. Das zeige sich sogar auf dem Petersberg. Auch wenn sich hier tatsächlich einige Pläne in Luft aufgelöst hätten, das Erscheinungsbild werde ab Beginn der Gartenbauausstellung um Klassen besser als vorher.

„Haben Sie mal jemand mit einer Decke auf dem bröckelnden Asphalt des früheren Verkehrsgartens liegen sehen?“, fragt Kathrin Weiß provokativ. Auch wenn es viele noch nicht wahrhaben wollten, das sehe sie wie die Analyse unserer Zeitung, viele Bereiche – und nicht nur die Geraaue – profitierten immens von den Buga-Millionen.

Was die Stimmung betrifft, spüre das Buga-Team bereits eine deutliche Verbesserung. So zeige sich bei ersten Gesprächen mit Reiseveranstaltern und Busunternehmen, dass viele volles Vertrauen in das Gelingen der Schau 2021 haben.

Schlusswort Kathrin Weiß: „Wenn die Erfurter eine Willkommenskultur zeigen, mache ich mir keine Gedanken, dass die Buga bei den Touristen nicht bestens ankommt.“

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