Eldorado für Gartenfreunde: Cerealienmarkt auf dem Domplatz in Erfurt

Erfurt  Am Feiertags-Freitag und am Samstag bieten 103 Erzeuger auf dem Erfurter Domplatz ihre Produkte zum 28. Cerealienmarkt an.

Marktmeister Sven Kaestner (r.) und Gärtnermeister Pascal Klenart

Marktmeister Sven Kaestner (r.) und Gärtnermeister Pascal Klenart

Foto: Michael Keller

„Dafür gab‘s ne Goldmedaille“. Gärtnermeister Pascal Klenart strahlt, als er Erfurts Marktmeister Sven Kaestner eine der riesigen Staudenhibis-cus-Blüten in rot-weiß-rosa überreicht. Die Goldmedaille hat Klenart soeben auf der Bundesgartenschau in Heilbronn für diese und acht weitere Züchtungen bekommen. Zur Buga in Erfurt 2021 wird sich der junge Gärtner selbstverständlich bewerben, um mit seinen prachtvollen Pflanzen das Stadtbild zu gestalten. So lange muss man aber nicht gespannt sein. Seine Pflanzenpracht wird Klenart bereits an diesem Wochenende auf dem Domplatz anbieten. Denn dort wartet das Eldorado für Gartenfreunde auf fleißige Käuferschaft. Es ist Cerealienmarkt.

Gelegenheit, sich Beutel und Tasche zu füllen

Der 28. inzwischen. Für die Freunde von Gartenpflanzen, Stauden, Herbstkränzen und Gemüse ein Muss. Am Freitag, dem ersten Feiertag in Thüringen, der den Kindern gewidmet ist, und am Samstag, gibt es an beiden Tagen jeweils von 7 bis 15 Uhr die Gelegenheit, sich die Taschen und Beutel ausgiebig mit dem zu füllen, was für zur Herbst- und Winterbepflanzung nötig ist und was jetzt noch richtig anwachsen soll. Die Zeit ist genau richtig. Die notwendigen Tipps von den Gartenbauexperten für gutes Wachstum gibt‘s selbstverständlich gratis dazu.

Insgesamt 103 Anbieter – 55 auf dem Cerealienmarkt, 48 im Bereich des Wochenmarktes – werden ihre Ware feilbieten. 86 der Händler kommen aus Thüringen, 38 direkt aus Erfurt.

Die Angebotspalette umfasst aber nicht nur Grünes und Buntes für den Garten. Obst- und Gemüseerzeugnisse, Wurstsortimente, Bratwurst vom Grill – man ist schließlich in Thüringen – und als kulinarische Besonderheit gebackener Blumenkohl – man ist schließlich in Erfurt – runden das Bild des 28. Cerealienmarktes ab.

Die Wortschöpfung „Cerealien“ geht auf die römische Göttin „Ceres“ zurück. Die Dame wacht der Sage nach über die Bestellung des Ackers und den Anbau von Getreide und Feldfrüchten. Entsprechend gilt sie als Göttin der fruchtbaren Erde, des Ackerbaus und des Wachstums. Mit ihr muss Pascal Klenart einen besonderen Deal – keinesfalls nach britischer Art – gemacht haben. Die Gartenbaufirma, die seit 1981 existiert, damals noch in Bischleben, seit 2003 nahe der Sulzer Siedlung, produziert alle Pflanzen selbst, verkauft sie vor Ort oder bietet die Gewächse deutschlandweit auf Pflanzenmärkten an. In der Gärtnerei in der Stotternheimer Straße 16 – etwas versteckt und nicht leicht zu bemerken, da Autofahrer meist nur schauen, wo die berüchtigte Blitzersäule steht – wird seit 16 Jahren ein breit gefächertes Sortiment in Reih und Glied präsentiert. „1500 Sorten“, sagt der 30-Jährige stolz. Von den Eigenzüchtungen hatte Klenart 20 bei der Heilbronner Buga eingereicht. Neun bekamen eine Goldmedaille. Beste Voraussetzungen, sich bei Klenarts auf die Buga 2021 in der Heimatstadt Erfurt zu freuen. Ginge es nach ihnen, könnte sie sofort losgehen.

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