Die Karnevalisten sind stärker als der Sturm: 20.000 feiern

Erfurt.  Kostüme, Kamelle und Party: Erfurt hat beim Festumzug ausgelassen Karneval gefeiert. Der Sturm sorgte nur für eine kurze Unterbrechung

Die Garde vom Büßlebener Karnevalsverein tanzte auf dem Fischmarkt.

Die Garde vom Büßlebener Karnevalsverein tanzte auf dem Fischmarkt.

Foto: Marco Schmidt

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Vom Sturm kräftig durchlüftet, aber nicht vom Winde verweht: Rund 2500 Mitwirkende und 20.000 Zuschauer haben am Sonntag beim Erfurter Karnevalsumzug ausgelassen die fünfte Jahreszeit gefeiert. Die „große Runde“ von Domplatz zu Domplatz war fast durchgehend von gut gelaunten Besuchern gesäumt, die in der Innenstadt und an strategischen Punkten oft dicht gedrängt standen.

Nach der wetterbedingten Absage mehrerer kleinerer Umzüge in Thüringen erfolgte in Erfurt 13.03 Uhr die Freigabe. Angeführt vom Fanfarenorchester, setzte sich der Zug am Domplatz in Bewegung. Die Zugfolge bestand aus 47 Bildern: Als der Wagen des GEC-Komitees nach rund 100 Minuten zum Domplatz zurückkehrte, bog der Wagen des Prinzenpaars gerade erst auf den Juri-Gagarin-Ring ein. Ein Drittel des Umzugs folgte sogar noch.

„Es war bombastisch“, sagte Prinzessin Nadin I. später. „Das Wetter hat gerade noch so mitgespielt, die Organisation war perfekt, und die Erfurter haben super mitgemacht und für tolle Stimmung gesorgt.“ Die Organisation lag einmal mehr in den Händen der Gemeinschaft Erfurter Carneval (GEC).

Sturmböen und Nieselregen hielten niemandem vom Feiern ab. Doch mussten die Narren ihre Kappen festhalten, kämpften die Bannerträger mit ihren Fahnen und jagten die Zuschauer den windanfälligen Popcorn-Tüten hinterher, die gemeinsam mit allerlei Kamelle von den Wagen ins Publikum geworfen wurden.

Der Sturm sorgte auch für eine etwa 20-minütige Unterbrechung des Umzugs. In der Johannesstraße wackelte ein Werbeschild dermaßen, dass die Berufsfeuerwehr mit der Drehleiter anrücken musste, um das Schild zu bergen, bevor es auf die Straße stürzen konnte.

Einige Wagen nahmen die lokalen und die Landesereignisse aufs Korn. Der Marbacher MKC zeigte den Landtag als Kaspertheater. Der Alacher KCA hatte ein kleines Steigerwaldstadion nachgebaut, in dem der heimische SV mit einem Sieg über Rot-Weiß die Insolvenz des größten Erfurter Fußballclubs besiegelte.

Die Erfordia Carneval Vereinigung kam als Bäume verkleidet. „Sinnlos gefällt für teuer Geld“, stand auf dem Wagen. Und der SCC aus Stotternheim kommentierte: „Thüringen – Wir können alles außer Politik und Fußball.“ Zwischen den bunt geschmückten Wagen tanzten die Garden, trommelten die Orchester und winkten viele kostümierte Kinder.

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