Ein Foyer voller Kunst in der Erfurter Schotte

Altstadt  Renate Lichnok und Regina Petzoldt bescheren den Theatergästen der Schotte künstlerische Eindrücke in Ton und Farbe

Renate Lichnok und Regina Petzoldt stellen bis Mitte Oktober in der Schotte aus.

Renate Lichnok und Regina Petzoldt stellen bis Mitte Oktober in der Schotte aus.

Foto: Birgit Kummer

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Wer in den kommenden Tagen das Erfurter Jugendtheater „Schotte“ in der Schottenstraße besucht, der sollte sich etwas zusätzliche Zeit nehmen. Denn neben den anspruchsvollen Theaterstücken erwartet die Gäste ein Foyer voller Kunst.

Die Werke in Ton und Farbe entstammen dem schöpferischen Tun zweier Damen, Renate Lichnok und Regina Petzoldt. Sie kennen sich seit 40 Jahren. Beide arbeiteten damals als junge Lehrerinnen an der Polytechnischen Oberschule 17 und drückten nicht nur den Wänden im Schulhaus ihren künstlerischen Stempel auf. Während Regina Petzoldt auch die folgenden Berufsjahre dem Kunstunterricht an verschiedenen Schulen widmete, befasste sich Renate Lichnok mit anderen Formen des Unterrichtens. Sie wurde 1991 eine der Gründerinnen der Schotte und wirkte hier als künstlerische Leiterin.

Lebenskluge Figuren, ausdrucksstarke Bilder

Jetzt zeigen die beiden „Herbstzeitlosen“, die inzwischen 77 (Lichnok) und 71 (Petzoldt) Jahre alt sind, dass Kunst eine wunderbare Form ist, das Leben zu spiegeln. Das Schotte-Team freue sich sehr, den kreativen Damen ein Podium zu bieten, sagte Laudatorin Sabine Wilberg vom Schotte-Vorstand zur Eröffnung. Die Ausstellung zeige, wie wach, offen und interessiert die beiden Frauen durchs Leben gehen.

Dass die langjährige Schotte-Chefin Renate Lichnok nicht nur das Theaterspiel kann, sondern auch ein Händchen für das Malen und Gestalten hat, das ist der Truppe lang bekannt. Relativ frisch aber ist Lichnoks Leidenschaft für Ton. Seit zwei Jahren versucht sie sich im Formen und Modellieren – Fehlschläge und anschließende Desaster im Brennofen eingeschlossen, wie ihre Scherben-Kiste „Mut zum Scheitern“ beweist. Ihre Plastiken zeigen zahlreiche Facetten menschlichen Seins, das alte Ehepaar, das in Liebe verbunden seinen Weg geht, die Familie, die sich nichts mehr zu sagen hat. Die dralle Dame im roten Punktekleid, die sich selbstbewusst präsentiert. Den Kleinen und den Großen, die Nackte, die Staunenden und die Zweifler.

Ganz wunderbar passen zu den lebensklugen Figuren die Bilder von Regina Petzoldt. Erstmals stellt sie öffentlich aus, zeigt Landschaften voller Licht und Tiefe, Porträts, Abstraktes und Gegenständliches. Petzold schätzt an Lichnok die Spontanität, das Unmittelbare, den Gestaltungswillen – Lichnok an Petzoldt die Sensibilität, die Ausdrucksstärke. „Ich habe sie lange ermuntern müssen, ich freue mich sehr, dass wir jetzt gemeinsam ausstellen“, sagt Renate Lichnok. „Wir erheben nicht den Anspruch, dass wir große Kunst machen. Wir wollen nur zeigen, wie viel Spaß es macht, kreativ zu sein. Und dass das besser ist, als die Hände in den Schoß zu legen.“

Regina Petzoldt wird weiter malen und zeichnen und Kunst-Kurse besuchen. Renate Lichnok macht sich jetzt an das Schreiben von Kindergeschichten. „Nur nicht auf dem Sofa rumhängen und gar nichts tun“, sind sie sich einig.

Die Ausstellung ist bis 15. Oktober in der Schottenstraße 7 zu sehen.

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