Ein Leben lang daheim - als Langzeitstrategie gegen die Pandemie

Erfurt.  Klamauk-Duo „Kalter Kaffee“ blickt humorvoll-musikalisch auf Corona und die Impf-Sorgen

Tilo Schäfer (links) und Björn Sauer, zusammen sind sie das Klamauk-Lieder-Duo "Kalter Kaffee", haben sich musikalisch eine mögliche Langzeitstrategie gegen die Pandemie vorgeknöpft.

Tilo Schäfer (links) und Björn Sauer, zusammen sind sie das Klamauk-Lieder-Duo "Kalter Kaffee", haben sich musikalisch eine mögliche Langzeitstrategie gegen die Pandemie vorgeknöpft.

Foto: Duo Kalter Kaffee

„Der neue Impfstoff in Liedform ist da“, versprechen Tilo Schäfer und Björn Sauer, bekannt für klugen Klamauk an Klampfe und Klavier und besser bekannt unter dem Namen „Kalter Kaffee“. „Risiken und Nebenwirkungen bei kognitiven Schieflagen“ schließt das Musiker-Duo nicht aus und bekommt derzeit mit seinen Songs zu Corona und Corona-Impfung zu spüren, wie das Thema die Gesellschaft spaltet, selbst durch Familien hindurch verlaufe da die Meinungsgrenze. Das ist beim Song „Der Impfluenzer mit der Langzeitstrategie“, dem mittlerweile dritten Titel zum Thema nicht anders. In kürzester Zeit haben mehr als 1000 Menschen das Musikvideo gesehen, rund 50 davon ihren Kommentar hinterlassen auf einem weiten Feld zwischen Verschwörungstheorie und vernünftiger Sorge.

Nie wieder Frischluft

Dabei wollen weder der Song noch deren Macher Partei ergreifen pro oder contra Impfung, wie Björn Sauer sagt. Er soll vielmehr komödiantisch das Dilemma aufzeigen, in dem wir alle in dieser Pandemie stecken: „Wir wollen niemanden in eine Ecke stellen, der sich nicht impfen lassen will“, sagt er. Bliebe die Impfquote aber niedrig, würde man sich künftig wohl nur von Lockdown zu Lockdown bewegen können. Der Protagonist des Musikvideos wählt dabei die Langzeitstrategie, sagt sich zu Reggae-Klängen von Rausgehen, Feiern und letztlich aller Körperhygiene los, um zunächst stinkig und später stinkend zehn Jahre oder eben lebenslang gänzlich Zuhause zu bleiben: „Nie wieder Frischluft oder Oma sehn, es geht hier um mich und mein Immunsystem“, flötet Sauer im Song.

Den Optimismus nicht verlieren

„Bleibt heiter und humorvoll und haut euch nicht die Köpfe ein“, wünscht sich Björn Sauer von seinem Publikum, das derzeit nur ein virtuelles sein kann. Ihn selbst hat die Pandemie hart getroffen: Als Sportlehrer kann er seinem Haupterwerb nicht nachgehen, als Nebenerwerbs-Musiker fehlt ihm die Bühne, als Kabarettist des Kabaretts „Die Arche“ das Publikum. „Es ist alles runtergefahren, Sport und Singen. Ich habe viel gewonnen – vor allem an Bedeutungslosigkeit“, sagt er. Zu allem Überfluss fällt er durch die Kombination mehrerer Standbeine durchs Raster, was Anspruch auf Hilfszahlungen angehe. Dennoch gelte es kreativ und optimistisch zu bleiben, sagt er. Gemeinsam mit Tilo Schäfer, mit dem er seit 2004 das Duo „Kalter Kaffee“ ist, war er im Studio, hat ein Album aufgenommen sowie eine Single ihres wohl berühmtesten Songs, der der Bratwurst huldigt. Neben vielen weiteren Hit-Verballhornungen wird dabei Tim Bendzkows „Nur noch kurz die Welt retten“ umgereimt zu „Wär‘ schön, wenn wir noch Senf hätten“ und widmet sich so einem ganz anderen Thüringer Streitthema: dem Grillen.

Das Video bei Youtube: https://youtu.be/Qj9wnoMLfj4