Engpässe bei Hallen verursachen in Erfurt Ausfall von Schulsport

Erfurt  Engpässe bei den Turnhallenzeiten führen zu Einschnitten beim Schulsport. Zudem gibt es Wirbel um die Hallenreinigung am Nachmittag - zu besten Traqiningszeiten.

Rückblick: Schulleiter Thomas Müller musste im März die Turnhalle der Wilhelm-Busch-Grundschule wegen baulicher Mängel sperren.

Rückblick: Schulleiter Thomas Müller musste im März die Turnhalle der Wilhelm-Busch-Grundschule wegen baulicher Mängel sperren.

Foto: Marco Schmidt

Dieses Jahr ist in Thüringen zum „Jahr des Schulsports“ deklariert worden. „Gemeinsam Kinder in Bewegung bringen – mit der fünften Auflage des Jahres des Schulsports wollen die Partner ein Signal setzen, dass Sport in der Familie, in der Schule und in der Gesellschaft wieder einen höheren Stellenwert bekommt“, ruft der Landessportbund in die Städte und Dörfer des Freistaates hinaus.

In der Landeshauptstadt ist dies wohl überhört worden. Statt „Sport und Bewegung im Alltag von Bildungseinrichtungen fest zu etablieren“, wie es sich der Sportbund wünscht, werden in diesem Jahr Sportstunden ausfallen oder – wenn es noch gut läuft – durch Bewegungsspiele auf dem Schulhof ersetzt.

Beispielsweise in der Montessori-Grundschule am Paulinzeller Weg. Hier gibt es noch irgendwann in diesem Schuljahr keinen Sportunterricht in der sonst genutzten Halle am Wiesenhügel mehr. Nun ist es ein schon bekanntes Problem (wir berichteten), dass es durch das Schulbauprogramm – und den darin enthaltenen neun (!) parallelen Hallensanierungen – eng wird für den Schul- und Vereinssport. Dass aber Unterricht ausfällt, ist eine Information, die in Elternabenden zum Schuljahresbeginn weitergegeben wurde. Die Stadtverwaltung selbst war nicht in der Lage, innerhalb der zurückliegenden Woche auf die Frage, ob Hallenzeiten für den Sportunterricht gekürzt wurden, eine Antwort zu geben. So bleibt bis heute auch offen, wie viele Schulen von derartigen Einschnitten betroffen sind und ob es Ideen gibt, wie denn der Ausfall womöglich mit anderen sportlichen Aktivitäten der Kinder kompensiert werden könne. Eine Mutter, die ihren Sohn an der Montessori-Schule hat, kam etwa auf die Idee, Eislaufzeiten zu erbitten.

Dieser Probleme und Einschränkungen nicht genug, sorgt eine weitere Nachricht bei Eltern und Pädagogen für Verunsicherung: Die Reinigung von Sporthallen soll von den frühen Morgenstunden in den Nachmittag verlegt werden. Nachdem unsere Zeitung vor einer Woche angefragt und gestern zweimal nachgehakt hatte, erhielten wir von Pressesprecher Daniel Baumbach eine Antwort, die den Liegenschaftsamtsleiter Torben Stefani zitiert: „Nein, es trifft nicht zu, dass die Reinigung der Hallen von vormittags in die Nachmittagsstunden verlegt wurde. Die Reinigung findet noch immer vor Beginn des Schulunterrichts statt.“ Im Vorbeigehen habe Baumbach aber erfahren, dass es sich nur um eine Schule handele, die das Problem betreffe.

Das muss dann die Gemeinschaftsschule Kerspleben sein. Denn dort war in einem Elterngremium mitgeteilt worden, dass die Reinigung der Halle von 4 Uhr früh auf 15.45 bis 16.30 Uhr verlegt wird. Auch wenn in der Runde die Gründe offen blieben, hieß es aus dem Rathaus, dass es Beschwerden von den Vereinen gegeben habe, die die Halle nach der Schule nutzten.

Offen blieb gestern, ob die Aussage Torben Stefanis nun auch für Kerspleben gilt. Sonst fällt trotz der ohnehin bestehenden Engpässe für den Schulsport eine weitere Stunde weg. Denn genau bis 16.30 Uhr dauerten zumindest im Vorjahr auch Angebote, wie sie dem „Jahr des Schulsports“ gut zu Gesicht standen.

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