Rein ins Warme: Abbau der Skulpturen am Triangelportal des Erfurter Doms

Erfurt  Die Skulpturen des Jungfrauenportals zogen am Montag ins Langhaus des Doms um. Indes läuft die Suche nach Sponsoren für die Restaurierung.

Die Skulpturen des ersten Teils des Triangelportals des Erfurter Domes – die törichten Jungfrauen – wurden gestern bis zur weiteren Sanierung ins Langhaus des Domes gebracht und dort aufgestellt.Von hier kommen sie abwechselnd in eine Restauratoren-Werkstatt.

Die Skulpturen des ersten Teils des Triangelportals des Erfurter Domes – die törichten Jungfrauen – wurden gestern bis zur weiteren Sanierung ins Langhaus des Domes gebracht und dort aufgestellt.Von hier kommen sie abwechselnd in eine Restauratoren-Werkstatt.

Foto: Marco Schmidt

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Ein warmes Plätzchen haben seit gestern die Jungfrauen vom Dom. Mit der Demontage der noch verbliebenen törichten Jungfrauen und ihrer Zwischenlagerung im Dom trat die Restaurierung des Triangelportal in die nächste Phase.

Nachdem bereits Ende Juni einzelne Figuren abgenommen wurden, folgten nun alle weiteren. Mit mehreren Vorzügen. So kämen die Handwerker bei der anstehenden Sanierung besser an die Wände – eben auch dort, wo sonst die Figuren stehen, erklärt Heike Kirsten, die im Auftrag des Dombauamtes die Bauleitung übernommen hat. Die Figuren wiederum seien in der Restauratorenwerkstatt besser von der Schmutzkruste zu befreien, ohne dabei die noch vorhandenen Farbfassungen zu zerstören, wie Christine Machate, Restauratorin für Farbfassungen und Gemälde erläutert. Sie hatte mit der Steinrestauratorin An­drea Neid die Voruntersuchungen und Notsicherung übernommen. Wer die Figuren vom Triangelportal saniert, müsse aber erst noch das Ergebnis der Ausschreibung zeigen. Den Auftrag für die Steinsanierung des Portals – von dem bereits Sandsteinbrocken herabgefallen waren – habe die Firma Schiecke aus Erfurt erhalten. Deren Mitarbeiter brachten gestern auch die Jungfrauen ins Warme.

Als nächstes kommt nun an Stelle des provisorischen Gerüsts ein hohes, festes. So wird Ende des Monats der komplette Wimperg (dreieckiger Giebel) demontiert. Das sei laut Heike Kirsten nötig, da die Verbindungsstreben aus Stahl zwischen den Teilen verrostet seien. „Sieht man von den Skulpturen und dem Wimperg ab, bewegen wir uns bei der Sanierung von oben nach unten“, erklärt Dombaumeister Andreas Gold den Ablauf der Arbeiten. „Wir nehmen alles in Angriff, was der Witterung ausgesetzt ist. Zum Arbeitsplan gehört, die Brüstungselemente zu überarbeiten und die Wasserumläufe, die den Niederschlag vom Triangelportal ableiten, zu ertüchtigen“, sagt Gold.

So es die Witterung zulässt, es also frostfrei ist, werde, so Bauleiterin Heike Kirsten, über den Winter gearbeitet. In einem Jahr ungefähr werde dann die zweite Seite des Triangelportals in Angriff genommen, so dass im Juli 2021 das gesamte Portal saniert sein könnte.

Den repräsentativen Platz im Langhaus des Domes erhalten die Figuren aber nicht, weil es dort besonders wohlig ist. Sie sollen im wahrsten Sinne des Wortes ins Blickfeld der Besucher gerückt werden. So hofft das Domkapitel, möglicherweise Spender zu finden, die die Restaurierung einer der Figuren finanziell unterstützen.

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