Erfurt will Touristen mit Barrierefreiheit locken

Erfurt.  „Das gibt es sonst nirgendwo!“ Das sagt der Buga-Dezernent über die Idee, den Petersberg für alle Menschen zu erschließen. Was er damit meint:

Vier Buga-Schecks vom Wirtschaftsministerium wurden am Mittwoch im Rathaus übergeben. Mit dabei waren Dezernent Andreas Horn, Bürgermeisterin Anke Hofmann-Domke, Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Buga-Dezernent Alexander Hilge (von links).

Vier Buga-Schecks vom Wirtschaftsministerium wurden am Mittwoch im Rathaus übergeben. Mit dabei waren Dezernent Andreas Horn, Bürgermeisterin Anke Hofmann-Domke, Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Buga-Dezernent Alexander Hilge (von links).

Foto: Holger Wetzel

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Mit einem Projekt auf dem Petersberg will Erfurt zum Vorreiter im barrierefreien Tourismus werden. Ab der Bundesgartenschau (Buga) 2021 könnten Gruppen von Menschen mit Behinderung unter dem Motto „Erfurt für alle“ erstmals ein Festungsbauwerk umfassend erschließen, sagt Buga-Dezernent Alexander Hilge (SPD). „Das gibt es sonst nirgendwo“, fügt er hinzu.

Am Mittwoch nahm die Erfurter Stadtspitze Fördermittel des Thüringer Wirtschaftsministeriums in Empfang, die das Projekt weiter befördern sollen. Mit ihrer Hilfe sollen die Horchgänge am Ravelin Anselm barrierefrei erschlossen werden. Dazu gehört auch ein weiterer Mineneingang.

Zudem wird die Geschützkaponniere, in der ein Teil der Petersberg-Ausstellung zu sehen sein wird, zur barrierefreien Nutzung umgebaut. Das Gebäude erhält dabei auch behindertengerechte Toiletten. Andere Projekte wie der Zickzackweg mit Glasfahrstuhl am Hang zum Domplatz oder der Bastionskronenpfad von der Bastion Martin zur Festwiese sollen für den barrierefreien Aufstieg zum Plateau und für einen barrierefreien Rundweg sorgen.

„Die Buga darf kein Strohfeuer sein“, meinte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). „Die Investitionen müssen langfristig zu neuen Magneten werden.“

Fördergelder auch für den neuen Parkplatz an der Messe

1,5 Millionen Euro brachte Tiefensee für den Ausbau der Horchgänge mit. 6,3 Millionen Euro gab es zudem für den Parkplatzbau oberhalb der Messe.

Neben 377 Pkw-Stellplätzen und 57 Stellplätzen für Reisebusse sind dort 49 Caravan-Stellplätze geplant, die sich in die bestehenden Streuobstwiesen einfügen sollen. „Das wird ganz idyllisch“, meinte Hilge.

Zudem ist ein Servicebereich mit Aufenthaltsgelegenheiten für die Reisebusfahrer und mit einem touristischen Leitsystem geplant. Hilge nannte den neuen Parkplatz einen „Meilenstein für die touristische Entwicklung“. Baustart werde im April sein. Dass der Parkplatz ursprünglich größer geplant war, lasse sich im Buga-Jahr durch die Messeparkplätze ausgleichen – Absprachen zur Veranstaltungsplanung gebe es bereits.

Zwei weitere Schecks über 490.000 und 350.000 Euro bedeuten Landeszuschüsse für zwei Brücken, die in der Nördlichen Geraaue zum Ausbau des Gera-Radweges beitragen sollen. „Die Buga soll langfristig das Stadtbild prägen und die Lebensqualität erhöhen“, meinte Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD).

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