Erfurter Narren mit gelebter Vereinsarbeit in Pandemiezeiten

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Der neu gewählte Präsident des Anger Karnevals Clubs Erfordia heißt Matthias Polten.

Der neu gewählte Präsident des Anger Karnevals Clubs Erfordia heißt Matthias Polten.

Foto: Matthias Polten / AKC Erfurt

Erfurt.  Mit einem neuen Präsidium geht der Anger Karnevals Club Erfordia die Zukunft an. Vorbereitet wurde der Wechsel seit drei Jahren.

Mitten in der Corona-Pandemie das Präsidium eines Vereins auszutauschen – das ist sicher nicht ganz einfach. Doch mit guter Vorbereitung von etwa drei Jahren ist dies dem Anger-Karneval-Club Erfordia jetzt reibungslos gelungen, schätzen die Verantwortlichen ein. Bei der ersten virtuellen Vollversammlung, bei der mit 76 stimmberechtigten Mitgliedern mehr anwesend waren, als in Präsenz-Zeiten, wählte der Verein einen neuen Präsidenten und neue Präsidiumsmitglieder.

AKC-Präsident ist jetzt Matthias Polten. Mit 93 Prozent erhielt er bei seiner Wahl eine breite Zustimmung. Der 50-jährige Polizeibeamte hatte bereits verschiedene Funktionen im AKC und auch im Präsidium. Zudem ist er im Landesverband Thüringer Karnevalvereine tätig. Ebenfalls neu gewählt wurden Schatzmeisterin, Protokollerin, zwei Beisitzer und zwei neue Kassenprüfer.

Verein soll fit für die Zukunft sein

Der Verein mit seiner Tanzsportabteilung und seiner Brauchtumsabteilung soll fit für die Zukunft sein. Eine jüngere Generation will auf das aufbauen, was Peter Schowanek (Präsident a.D.) in den vergangenen zwölf Jahren aufgebaut hat. „Wichtig ist, dass wir als Verein zusammenhalten, uns unterstützen und füreinander da sind. Ich habe vor drei Jahren meinen Rückzug angekündigt, weil ich der festen Überzeugung bin, dass eine Amtszeit von zwölf Jahren genug ist. Unser Verein geht neue Wege und braucht deshalb auch eine neue Führung“, sagt Schowanek. Er habe ein Leistungszentrun für den karnevalistischen Tanzsport im Verein geschaffen, der in seiner Zeit 29 Thüringer Meistertitel gewann.

An Poltens Seite stehen künftig zwei Vizepräsidenten: Steffi Weber-Liel für den Tanzsportbereich – das Anger Tanz Korps – und Patrick Taubald für den Brauchtumsbereich. Dass es jetzt zwei Vize gibt, ist neu. Der Verein hat dafür extra seine Satzung geändert. Das Ziel ist es, beide Abteilungen gleichberechtigt zu stärken und miteinander zu verzahnen. „Der Grundgedanke ist, dass zu einer guten Garde auch ein stark unterstützendes Regiment gehört. Das möchte ich wieder neu aufbauen“, erklärt Brauchtums-Vize Patrick Taubald.

Veranstaltungen wieder auf festere Füße stellen

Rückblickend stellten alle gemeinsam fest, dass es mit dem Verein in den letzten Jahren kontinuierlich bergauf ging. Zwar nicht ohne Rückschläge, aber immer bergauf. In den zurückliegenden Monaten musste der AKC einige Mitglieder gehen lassen. Doch ein Großteil ist geblieben, und über 250 Mitglieder halten dem Verein auch in diesen schwierigen Zeiten ihre Treue. Das Budget hat sich in den letzten Jahren durch gute Sponsorenarbeit mehr als verdoppelt. Wobei dies in der Corona-Pandemie auch wieder relativiert werden muss. Denn aktuell werden nur noch 33 Prozent der Gesamteinnahmen durch Sponsorengelder erreicht. Da geht wieder mehr, ist sich der neue Vorstand einig. So wurden neue Gardekostüme in der Saison 2019/2020 angeschafft. Geld, das erst einmal wieder eingespielt werden muss. Vorgenommen hat sich der AKC für die nächsten Jahre, die eigenen Veranstaltungen wieder auf festere Füße zu stellen und besser zu vermarkten. Es sei schwierig, Veranstaltungen rentabel zu gestalten. Für die Tanzgala, die Festsitzung und den Kinderfasching gibt es somit viel zu tun.

www.akc-erfordia.de