Es geht ums Überleben: FC Rot-Weiß Erfurt kann keine Kosten mehr decken

Erfurt.  Der Kampf ums finanzielle Überleben hat beim Fußball-Regionalligisten FC Rot-Weiß Erfurt die ersten Spuren hinterlassen.

FC Rot-Weiß Erfurt: Bild vom Training am 17. Januar.

FC Rot-Weiß Erfurt: Bild vom Training am 17. Januar.

Foto: Axel Lukacsek

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Die Lage ist offenbar dramatischer denn je. Zunächst wurde das für Samstag geplante Testspiel beim Südwest-Viertligisten Kickers Offenbach abgesagt. Nun hat Insolvenzverwalter Volker Reinhardt dem Insolvenzgericht angezeigt, dass Masseunzulänglichkeit vorliegt, teilte der Verein mit.

„Das bedeutet, dass Zahlungen auf die Verbindlichkeiten von Rot-Weiß Erfurt aktuell nicht geleistet werden können“, hieß es in einer Erklärung. So ist es offenbar aktuell unter anderem nicht möglich, Löhne oder Mietkosten wie zum Beispiel für die Heimspiele im Steigerwaldstadion zu begleichen.

Entscheidung soll voraussichtlich am Dienstag fallen

„Mit den Vereinsgremien wurden die möglichen Szenarien erörtert, die jetzt zur Verfügung stehen. Bis Mitte kommender Woche will man sich mit dem Insolvenzverwalter auf eine Option verständigen“, so die Pressemitteilung des Vereins.

Die kritische Situation war entstanden, weil der Hauptinvestor, die ASGV Grundbesitz- und Verwaltung GmbH aus Leipzig, seine Gelder nicht freigibt. Im vergangenen Jahr war die erste Mannschaft ausgegliedert worden. Gegründet wurde die FC Rot-Weiß Erfurt Fußball GmbH. Die aktuelle Entwicklung lässt nun den Schluss zu, dass die geplante Ausgliederung offenbar gescheitert ist. Wie der MDR berichtet, bestätigte der Sprecher des Erfurter Amtsgerichts, Michael Müller-Hilgert, dass der Hauptinvestor die Rückabwicklung der GmbH beantragt hat. Eine Entscheidung werde voraussichtlich am kommenden Dienstag fallen, hieß es.

Suche nach Wegen aus der Krise

Freitagmittag kam Reinhardt mit Steffen Böhm (Aufsichtsrat), Dieter Steiger (Ehrenrat) und Frank Nowag als amtierendem Präsidenten zusammen, um Wege aus der Krise zu suchen. Wie die Lösung aussehen kann, ist offen. „Wir versuchen alles, damit es möglichst gelingt, den Spielbetrieb des Vereins im vollen Umfang fortzuführen“, sagte Reinhardt.

Nicht das erste Mal kämpft der FC Rot-Weiß Erfurt ums nackte Überleben. Nachdem der Verein am 14. März 2018 einen Insolvenzantrag gestellt hatte und später erstmals aus der 3. Liga abgestiegen war, stand der 1966 gegründete Klub vor dem Aus. Nur dank privater Sponsoren konnte damals der Untergang abgewendet werden. Im März 2019 verhinderte schließlich ein Darlehen der Volksbank Gera/Jena/Rudolstadt ein weiteres Mal die Einstellung des Spielbetriebs. Die Situation sei ähnlich kritisch wie damals, sagte Reinhardt.

Noch am Freitagmittag ging Trainer Robin Krüger nach der Übungseinheit auf dem Gelände Cyriaksgebreite davon aus, dass das Testspiel stattfinden kann. Doch es kam anders. „Wir hatten heute 15 Feldspieler im Training. Davon sind nicht alle zu 100 Prozent fit und ich kann gut verstehen, dass einige Spieler unter dieser schwierigen Situation kein Risiko eingehen wollen“, sagte der 30-Jährige.

Stattdessen wird am Samstag ein Training absolviert, dann hat die Mannschaft wie schon länger geplant zwei Tage frei. Wie es danach weitergeht, ist völlig offen.

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