Klimapaket in der Kritik

Fridays for Future in Erfurt: Bund verfehlt Thema

Erfurt.  Müll im Erfurter Ortsteil Rieth einsammeln: Das stand am Freitag ab Mittag auf der Agenda der „Fridays for Future“-Demo.

Am Ufer der Gera im Norden Erfurts sammelten  Justus, Gabriel, Frank und  Frederic  in den Müllsack  was nicht in die Landschaft gehört.

Am Ufer der Gera im Norden Erfurts sammelten Justus, Gabriel, Frank und Frederic in den Müllsack was nicht in die Landschaft gehört.

Foto: Lydia Werner

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Eine herrenlose rosa-hellblau bedruckte Trinkflasche wanderte nicht in den schwarzen Müllsack. Sie wurde gut sichtbar auf der obersten Steinstufe an der blauen Pylonbrücke im Nordpark platziert. „Vielleicht kommt ja noch jemand und sucht nach ihr“, sagt Frederic. In Grüppchen zu zweit, zu dritt oder auch zu viert sammelten Schüler am Freitag im Rieth ein, was nicht in die Landschaft gehört. Die Müllsammelaktion war Bestandteil der all-freitäglichen „Fridays for Future“-Demos.

Erstmals im Norden der Stadt aktiv

Zum ersten Mal verlegten die Organisatoren die Demo und die dazugehörige Müllsammelaktion in den Stadtteil Rieth. An jedem zweiten Freitag waren die jungen Klima-Demonstranten bislang eher in der Erfurter Innenstadt unterwegs.

Die Kundgebung am Einkaufsmarkt im Rieth startete wie gewohnt um 12 Uhr. „Sie war diesmal absichtlich klein gehalten“, erklärt Sprecher Marvin Volk vom Org-Team. Etwa 30 Leute waren dabei, die anschließend auch zum Müllsammeln ausschwärmten. Noch einmal so viele Schüler gingen direkt mit Mülltüten, Handschuhen und Greifern los. Die meisten von ihnen kamen vom Albert-Schweitzer-Gymnasium. Die Schule unterstützte die Aktion, indem die fleißigen jungen Leute ihre gefüllten Müllsäcke dort entsorgen durften. „Das hat uns sehr geholfen“, so Marvin Volk. Die nächste größere Demonstration, an der sich natürlich auch die Erfurter beteiligen, wird der globale Streiktag am 29. November sein. Dabei rückt noch stärker in den Fokus, was den Mitstreitern schon von Beginn an wichtig war: die soziale Gerechtigkeit. „Dieses Thema hat die Bundesregierung mit ihrem Klimaschutzpaket ganz klar verfehlt“, kritisiert Marvin Volk die Arbeit der Parlamentarier. Der Aspekt soziale Gerechtigkeit wird demnach bei den Demonstrationen und allen begleitenden Aktionen einen größeren Raum einnehmen beziehungsweise deutlicher markiert. Was bundesweit gilt, soll auch in Erfurt zentraler Punkt beim Klimaschutz sein.

Wo am kommenden Freitag, dem 22. November, die nächste Aufräumaktion der Erfurter Bewegung von „Fridays for Future“ startet, haben die Organisatoren noch nicht entschieden. Fest steht nur, dass wieder Müll eingesammelt wird. Auf jeden Fall wird rechtzeitig über die Aktion informiert.

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