Geografieunterricht im Flugzeug

Erfurt.  Wer braucht schon Tafel und Kreide, wenn er sich im Flugzeug bilden kann . . .

Thomas Coburger (2.v.l.) übergab einen Scheck über 5000 Euro an Winfried Wehrstedt (2.v.r.) vom Förderverein „Spielplatz der Generationen“ für das fliegende Klassenzimmer, das in der IL 18 entstehen soll.

Thomas Coburger (2.v.l.) übergab einen Scheck über 5000 Euro an Winfried Wehrstedt (2.v.r.) vom Förderverein „Spielplatz der Generationen“ für das fliegende Klassenzimmer, das in der IL 18 entstehen soll.

Foto: Marco Schmidt

Wo liegt eigentlich La Réunion? Die Geografiekenntnisse vieler Jugendlicher sind durchaus ausbaufähig. Thomas Coburger berichtet von einer solchen Situation, die um ihn Stehenden nicken zustimmend. Neben der kleinen Gruppe glänzt sie: die IL 18. Ihr gilt die ganze Aufmerksamkeit am Dienstagvormittag, denn Thomas Coburger hat 5000 Euro für sie dabei. Besser gesagt für den Förderverein „Spiel- und Freizeitplätze der Generationen“. An dessen Spitze: Winfried Wehrstedt. Der Unternehmer möchte aus der IL 18 ein fliegendes Klassenzimmer machen. In dem, und nun kommen wir zurück zur Geografie, viel Länderkunde betrieben werden kann. Auf eine virtuelle Reise können sich Schüler hier begeben.

Bis dahin ist es ein langer Weg. Die Hälfte etwa ist geschafft, nun bedarf es weiterer 250.000 bis 280.000 Euro, um das alte Flugzeug fit zu machen. Das Geld kommt durch Spenden und Aktionen, wie etwa Geschenke einpacken im Supermarkt, zusammen. Gestern nun übergab Thomas Coburger, der Regionaldirektor Mitteldeutschland bei der Revitalis Real Estate AG, den Scheck an Winfried Wehrstedt. „Revitalis unterstützt gezielt soziale Projekte. In diesem Jahr entschieden wir uns für das fliegende Klassenzimmer“, sagt der Architekt. „Das Projekt passt zu uns, es geht schließlich auch um Bau. Und um die Welt außerhalb des Handys.“

Lust auf Naturwissenschaften wecken

Zahlreiche Lehrlinge aus Baufirmen in Erfurt und Umgebung sind an der Renovierung des Flugzeuges beteiligt. Im Sommer erhielt es einen Lack, getreu dem Original in Rot-Weiß. „Ich finde es toll, dass sich private Firmen so stark daran beteiligen“, meint Steffen Linnert. Als Erfurts Wirtschaftsdezernent hat er viel mit Firmen zu tun, hört deren Klagen. „Viele technisch orientierte Unternehmen finden keine Lehrlinge mehr. Vielleicht hilft das fliegende Klassenzimmer, das Image von Technik, der naturwissenschaftlichen Fächer, aufzuwerten und Freude auf MINT zu machen. Es ist gut, dass es ein solch wichtiges Projekt außerhalb des Unterrichtes geben wird“, sagt Linnert. Er steht in der IL 18, die im Innenraum noch gänzlich Baustelle ist.

„Die alte Isolierung muss raus, eine neue rein, der Fußboden wird erneuert. Dann werden die Sitzschienen eingesetzt, darauf kommen die Sitze, die haben wir von Condor“, berichtet Flughafengeschäftsführer Uwe Kotzan. Thomas Coburger ergänzt: „Jetzt kommen die Arbeiten, die richtig Geld kosten.“ Mittels einer App, die eigens für das Projekt entwickelt wird, wird eine Reise simuliert, auf der die Schüler Aufgaben erledigen müssen. Vielleicht auch auf dem Weg nach Réunion . . .

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