Gierstädt: Haltbare Feinkost in der Dose

Gierstädt  Zum 25-jährigen Jubiläum der Naba Feinkost GmbH gab es für jeden Mitarbeiter 250 Euro extra

Das Familien-Unternehmen.

Das Familien-Unternehmen.

Foto: Hartmut Schwarz

Nur gute Nachrichten gab es für die Beschäftigten der Naba Feinkost GmbH zum 25-jährigen Jubiläum in Gierstädt. Geschäftsführer Bernhard von Reiche überraschte die 100 Beschäftigten mit der Nachricht, dass es zum Jubiläum 250 Euro extra auf dem Lohnzettel geben wird (und die Möglichkeit, beim Büchsenwerfen zusätzliche Urlaubstage zu gewinnen). Außerdem präsentierte er ein neues Bio-Sortiment und kündigte an, dass im kommenden Jahr weiter expandiert wird.

Seit 25 Jahren ist das Feinkost-Unternehmen jetzt bereits ein fester Bestandteil des Gewerbegebietes von Gierstädt. 1994 wurde von Erfurt aufs Land umgezogen, erinnerte sich von Reiche. Begonnen hat die Geschichte des Unternehmens mit der Übernahme des Alo-Werkes, in dem einst Brühpasten und andere Lebensmittel hergestellt wurden. Das „Maggi des Ostens“ (Bild im Text) wurde nicht mehr benötigt, eine Fortsetzung als Erfurter Nahrungsmittelfabrik scheiterte. Dann kam von Reiche und zog mit dem Unternehmen und neuem Konzept nach Gierstädt auf die grüne Wiese.

Mit dem Brotaufstrich „Erntesegen“ startete in einem ehemaligen Bürohaus von „Fahner Obst“ ein Neubeginn, der sich von Beginn an auf den Bio-Anbau konzentrierte. Ketchup, Mayonnaise und Senf wurden produziert – der Diätkuchen des Unternehmens schaffte es einst sogar in den Quelle-Katalog. Damals verließen pro Jahr um die 75.000 Posten die Produktion – heute sind es mehr als 1,5 Millionen.

Über die Jahre wurde der Standort kontinuierlich ausgebaut. Nachdem zu Beginn vor allem für Privat-Label produziert wurde gibt es jetzt mit Nabio und Reichenhof zwei eigene Herstellermarken – auch ist man sich nicht zu schade kleine Manufakturen und Food-Start Ups zu unterstützen. Und die eigene Produktentwicklung folgt immer wieder dem Trend und dem Wunsch der Kunden – Fair Trade, glutenfrei, laktosefrei, zuckerfrei,.. alles sei machbar. Bedarfsgerecht werde für die Zutaten gesorgt, die allerdings nicht aus dem Thüringer Raum stammen. Es habe sich noch kein Partner gefunden, der die benötigten Mengen an Bio-Erzeugnissen liefern könne.

Dabei wachse der Bedarf an Bio-Erzeugnissen kontinuierlich. Erstmals wurde deswegen 2014 die Produktion ausgebaut. Nachdem in diesem Jahr eine Tiefkühlhalle errichtet wurde, geht es im kommenden Jahr weiter mit einem erneuten Ausbau der Produktion. Dies bedeute auch, kündigte von Reiche an, dass das Personal aufgestockt wird. 15 neue Mitarbeiter werden eingestellt. Gesucht werden Schlosser, Mechatroniker und Lebensmitteltechniker. Zudem werde im Unternehmen auch ausgebildet – pro Jahr 14 Azubis. Seit Anfang 2017 habe das Unternehmen außerdem ein Büro in Berlin, in dem sich ein junges Team um Trendforschung, Produktinnovationen und die eigenen Marken kümmert.

Nach dem geplanten Ausbau allerdings werde es auf der Gewerbefläche eng. Insgesamt 20 Millionen Euro habe man in Gierstädt bisher investiert – weitere drei Millionen kommen mit den Neubauten hinzu. Zur Freude von Bürgermeister Ulf Henninger, der sich von Beginn an für die Expansionspläne des Feinkostherstellers stark machte. Auch jetzt wieder. Er kündigte an, dass von der Gemeinde weitere 3.000 Quadratmeter Bauland verkauft werden. Auf der Fläche soll Ersatz geschaffen werden für die Parkplätze, die wegen der Erweiterung wegfallen werden. Bei der Genehmigung sei auch an die Gemeinde gedacht worden, erklärt Henninger. Denn die Parkplätze werden beim Erntefesten und ähnlichen Veranstaltungen dann auch den Besuchern zur Verfügung stehen.

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