Erfurts Grüne wollen auf Parkhaus am Löbertor verzichten

Erfurt.  Wird das Parkhaus am Löbertor jetzt doch nicht gebaut? Die Fraktionen der Grünen und Mehrwertstadt bringen eine Alternative mit Parkpalette ins Spiel.

Von der Hochhaus-Stirnseite im Bild nach links soll sich das geplante Parkhaus künftig einfügen. Auf den Parkplatz im rechten Bildteil würde das neue Hotel errichtet.

Von der Hochhaus-Stirnseite im Bild nach links soll sich das geplante Parkhaus künftig einfügen. Auf den Parkplatz im rechten Bildteil würde das neue Hotel errichtet.

Foto: Marco Schmidt

Seit gut fünf Jahren befasst sich der Erfurter Stadtrat intensiv mit den Plänen, in der Löberstraße – quasi als dortigen Eingang in die City – ein Parkhaus und Hotel zu errichten. Mit einem Beschluss soll der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch nun das Bebauungsplanverfahren einleiten.

Stadtrat soll Parkhaus und Hotel auf den Weg bringen

Anfang 2018 hatte das Projektentwicklungsunternehmen OFB, eine Tochter der Helaba, den Zuschlag bekommen. Deren detaillierten Pläne liegen nun den Räten mit der von der Stadt eingereichten Beschlussvorlage vor. Gleichzeitig aber auch bereits Anträge, die diese Planungen massiv ändern wollen. So halten die Grünen an ihre Ablehnung eines Parkhauses an der Stelle fest und stellen – nun gemeinsam mit der Fraktion der Mehrwertstadt – den Antrag, eine Alternative zu prüfen, die zumindest den Anwohnern die Chance böte Stellplätze zu mieten bzw. einfach zu nutzen.

Parkpalette als Alternative

Sie gehen mit ihrer Idee buchstäblich über die Straße. So würden sie auf den bereits existierenden Parkplatz Rosengasse direkt neben dem Bahndamm eine Anwohnerparkpalette errichten lassen. „Eine Parkpalette ist in ihrer Errichtung günstiger als ein Parkhaus“, begründen die beiden Fraktionen, „und zudem rückbaubar, falls der Bedarf künftig aufgrund der Mobilitätswende und alternativen Mobilitätsformen wegfallen sollte.“

Damit würden von der Bebauung am Entree des Hirschgartens das Hotel mit 150 bis 200 Zimmern und ein Supermarkt übrig bleiben. Das Parkhaus mit einer Kapazität von gut 550 Autos, was nach den Plänen baulich ohnehin bereits entkoppelt ist, würde wegfallen.

Streit um Notwendigkeit des Parkhauses

Das Parkhaus an sich war seit den ersten Planungen schon der Streitpunkt im Gesamtkonzept. So wurde versucht mit Statistiken nachzuweisen, dass sowohl ein Parkhaus nicht gebraucht wird als auch, dass dieses nötig sei, um die Innenstadt an dieser Stelle zu beleben.

Gerade hier hakt auch das Stadtentwicklungsamt in einer ersten Stellungnahme ein. „Insbesondere die Lage zu den Zielen der Innenstadt, die Erschließung und der zu erwartenden Stellplatzanzahl sind gegenüber dem beabsichtigten Parkhausstandort ungünstiger einzuschätzen“, heißt es da.

Linke fordern mehr Rad-Stellplätze

Etwas weniger aufwendig erscheint ein Nachschlag, den die Linke-Fraktion in der Planung wünscht. 100 Fahrrad-Stellplätze sollten nach ihrer Ansicht in dem Projekt untergebracht werden. 68 seien aber laut Stadtverwaltung schon im Parkhaus fest vorgesehen, weitere auf der Fläche zwischen Parkhaus und dem anderen Hauptgebäude.

Stadtratssitzung, Mittwoch, ab 17 Uhr Ratssitzungssaal

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