Grundlage für Ausgliederung der Profis des FC Rot-Weiß Erfurt geschaffen

Erfurt  Mit einer GmbH soll die Eigenständigkeit der Profimannschaft des insolventen FC Rot-Weiß Erfurt vorangetrieben werden.

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt will die erste Mannschaft zeitnah ausgliedern.

Foto: Frank Steinhorst

Es geht so langsam voran beim Fußball-Regionalligisten FC Rot-Weiß Erfurt, was die Zukunftsgestaltung des Vereins betrifft. Um die seit langer Zeit geplante Ausgliederung der ersten Mannschaft und der U 19 aus dem Gesamtverein bewerkstelligen zu können, erwarb Insolvenzverwalter Volker Reinhardt die erforderliche Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Zuerst hatte die Bild-Zeitung darüber berichtet.

Die mit dem etwas sperrigen Namen Mertus 491. versehene GmbH mit Adresse in der Erfurter Andreasstraße – dem Sitz von Reinhardts Kanzlei – ist im Handelsregister beim Amtsgericht Frankfurt/Main registriert und wird momentan von Geschäftsführerin Beate Gertrud Köttig aus Erfurt geleitet. Zuvor war die Kapitalgesellschaft vom Berliner Rechtsanwalt Felix-Ernst Neukamp gegründet worden. Der FC Rot-Weiß ist als Gesellschafter mit 25.000 Euro beteiligt. Dies ist die Mindesthöhe des Stammkapitals, welches für eine GmbH benötigt wird.

„Zu den Vorbereitungshandlungen zur Ausgliederung der Profimannschaft in eine Kapitalgesellschaft gehört unter anderem der Erwerb eines GmbH-Mantels. Rot-Weiß Erfurt hat daher alle Anteile an der Mertus 491. erworben. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Ausgliederung, zu der ich durch den Gläubigerausschuss beauftragt und ermächtigt wurde“, sagt Reinhardt. Bereits im März dieses Jahres hatte er betont, dass „intensive Gespräche mit ungefähr zehn Investoren aus dem regionalen und überregionalen Bereich laufen. Ich bin sehr optimistisch, die Verträge bald unterschreiben und die Investoren präsentieren zu können.“

Zeitlich hatte er damals auf die laufende Saison verwiesen, doch bisher blieben Namen und Investitionsgrößen aus. Reinhardt verweist auf vereinbarte Vertraulichkeit. „Sobald die Umsetzung erfolgt ist und alle Verträge unterschrieben sind, werde ich das erzielte Ergebnis veröffentlichen“, ließ er wissen.

Fest scheint nur, dass ein bis zwei Geschäftsführer künftig den Geschäftsbetrieb der GmbH leiten sollen. Zusätzlich soll ein Beirat von maximal sechs Mitgliedern berufen werden, der die Geschäftsführung beruft, kontrolliert und gegebenenfalls abbestellt.

Im von Reinhardt bevorzugten Drei-Säulen-Modell können sich Großunternehmen und Finanzinvestoren, regionale Firmen sowie Fans als Investoren durch eine Genossenschaft Anteile am Club sichern.

Investoren, die sich mit zehn Prozent am Kapital beteiligen, können ebenfalls im Beirat vertreten sein. Voraussetzung ist für alle die Mitgliedschaft im eingetragenen Verein. Um die 50+1-Regel des DFB zu gewährleisten, hat der Vorsitzende bei Stimmgleichheit zwei Stimmen.

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