Kampagne gegen polizeifeindliche Schmierereien in Erfurt startet

Anja Derowski
| Lesedauer: 3 Minuten
Rückblick: Auch im Sommer 2021 entfernten der Beigeordnete Andreas Horn und der damalige Polizeichef Jürgen Loyen Schmierereien.

Rückblick: Auch im Sommer 2021 entfernten der Beigeordnete Andreas Horn und der damalige Polizeichef Jürgen Loyen Schmierereien.

Foto: Marco Schmidt

Erfurt.  Sicherheitsdezernent, Polizei und Kriminalpräventiver Rat wehren sich gegen Graffiti-Schmierereien in Erfurt.

Sinnlose Graffiti in der ganzen Stadt, das hat Ordnungsdezernent Andreas Horn allmählich satt. Erst in der vergangenen Woche hatten Unbekannte erneut an der Krämerbrücke gesprayt, Brückenbögen und Mauern sind seit langem Ziel von Schmierereien. Das kostet die Stadt ordentlich Geld, ein fünfstelliger Betrag pro Jahr muss berappt werden, um die Graffiti zu entfernen.

Zwischen den Schriftzügen und Zeichen taucht auch immer wieder „ACAB“ auf, was für „All cops are bastards“ steht. „Diese Hassparolen und Beleidigungen auf Stromkästen, Bauwerken und in Unterführungen sind inakzeptabel“, sagt der Beigeordnete. „Sie sind zudem Sachbeschädigung und natürlich sieht es auch hässlich aus.“

Anfeindungen gegen Polizei und Rettungskräfte nehmen zu

Kerstin Teply vom Kriminalpräventiven Rat und Andreas Horn möchten nun vehement dagegen vorgehen. Kommende Woche startet eine Kampagne, in der unter anderem persönliche Statements von Polizisten, später auch von Rettungsdienstmitarbeitern, Feuerwehrleuten und Angestellten des Stadtordnungsdienstes erscheinen werden. „Anfeindungen gegen die Polizei, aber auch gegen Feuerwehr, Rettungs- und Ordnungskräfte nehmen zu“, sagt Andreas Horn.

Daher habe man sich gemeinsam entschieden, diese Kampagne durchzuführen. Zum Auftakt werden mehrere Polizisten der Landespolizeiinspektion und der Bundespolizei mit Erfurts Polizeichefin Heike Langguth sowie Andreas Horn und Kerstin Teply öffentlichkeitswirksam ACAB-Schmierereien entfernen. Eine solche Aktion fand bereits im Juli 2021 statt, damals in der Arndtstraße und war ein Erfolg. „Keiner hat es verdient, so beleidigt zu werden“, betont Andreas Horn.

Und blickt auf die zukünftigen Wochen und Monate. Etwa zehn Unterführungen werden umgestaltet. Als Vorbild gelten die Brücken in der Löber- und in der Karthäuser Straße. Hier waren die Wände gereinigt und dann von Künstlern neu gestaltet worden, unter anderem mit einer Bildergeschichte der Fabel „Die Meise“. Sogar Kindergärten machen nun Exkursionen hierher, um über diese Fabel zu reden.

Die Unterführungen werden nun als sicherer empfunden. „Wir haben uns gemeinsam mit Alexander Reintjes vom Tiefbau- und Verkehrsamt die Unterführungen angesehen und die Maßnahmen besprochen. Wir sind ihm sehr dankbar für diese Zusammenarbeit“, sagt Kerstin Teply. Eine davon ist auch die Überprüfung und bei Bedarf Nachbesserung der Beleuchtung.

In den großen Wohnungsbaugenossenschaften finden sie und Andreas Horn zuverlässige Partner. So wurden in den vergangenen Jahren schon etliche Stromkästen von sinnlosen Graffiti befreit und neu bemalt.

Das ist nicht überall möglich, schon gar nicht an Denkmälern. Hier ist bereits das Auftragen eines Graffitischutzes immer mit dem Denkmalschutz abzusprechen, da dieser auch Bauwerk zerstören kann.

Wichtig sei, betont Andreas Horn, dass auch Privatpersonen Anzeige erstatten, wenn ihr Eigentum besprayt wurde. Übrigens, vor zwei Wochen griffen Anwohner aber zur Selbsthilfe, als Sprayer Autos mit Farbe verunstalteten, und hielten die minderjährigen Täter bis zum Eintreffen der Polizei fest.