Kita-Anbau in Alperstedt soll Ende Oktober übergeben werden

Alperstedt  Alperstedter Kindergarten wird derzeit um 15 Plätze vergrößert

Derzeit wird von den Trockenbauern in der Kita-Erweiterung letzte Hand angelegt. Danach geht es Schritt für Schritt: werden die Heizkörper an die Fernwärme angeschlossen, wird die Elektrik montiert und für Farbe gesorgt. Ende Oktober soll Einzug gefeiert werden.

Derzeit wird von den Trockenbauern in der Kita-Erweiterung letzte Hand angelegt. Danach geht es Schritt für Schritt: werden die Heizkörper an die Fernwärme angeschlossen, wird die Elektrik montiert und für Farbe gesorgt. Ende Oktober soll Einzug gefeiert werden.

Foto: Hartmut Schwarz

Es gibt Tage, an die man sich zeitlebens erinnern wird. Für Peter Hehne, für den Bürgermeister von Alperstedt, gehört zu diesen Tagen ein Dienstagabend, eine Bürgersprechstunde, in der den Einwohnern die Gelegenheit gegeben wird, ihre Probleme direkt an den Mann zu bringen. An diesem Dienstag saßen im Wartezimmer sechs schwangere Muttis, und alle hofften auf einen Platz im Kindergarten der Gemeinde.

Damals sei ihm vor Augen geführt geworden, dass die derzeitige Kapazität im „Märchenland“ nicht mehr ausreicht. Die 40 Plätze sind stets schnell vergeben, die Kita wird dem Bedarf nicht mehr gerecht. Fortan stand das Thema im Gemeinderat ganz oben, die Kinder wurden sofort an die Spitze der Prioritätenliste gesetzt.

Zu den Kindern auf der Warteliste wurden weitere zu erwartende neue Erdenbürger dazu gerechnet. Man einigte sich, die Kita um 15 Plätze zu erweitern. Gesucht wurde eine Lösung, die schnell und preiswert ist, aber trotzdem den Ansprüchen gerecht wird. Keine der jungen Muttis sollte darauf angewiesen sein, sich außerhalb von Alperstedt nach Alternativen umsehen zu müssen. Außerdem sei in den kommenden Jahren in Alperstedt weitere Wohnbebauung geplant, wird mit dem Zuzug weiterer junger Familien gerechnet.

Deshalb wurden im vergangenen Herbst im Gemeinderat Nägel mit Köpfen gemacht. Andere Vorhaben wurden zugunsten der Kita zurück gestellt.

Den Zuschlag erhielt dort eine Container-Lösung, die Anfangs für rege Diskussion im Ort sorgte, erinnert sich Hehne. Allein der Begriff sorgte für alle erdenklichen Gegen-Argumente. Bis dann offensichtlich wurde, dass die für die Erweiterung bevorzugten Module alles an Bord haben, was auch im konventionellen Hausbau benötigt wird.

Schnell wurde erkannt, dass die Module extrem flexibel sind. Sie können für nahezu jeden Zweck montiert und ausgebaut werden. Falls sich die Anzahl der benötigten Kindergartenplätze einmal ändern sollte (was so schnell nicht passieren werde), können die vier Module neben der Kita für andere Zwecke umgenutzt werden – für die Senioren oder für die Jugend.

Module überzeugten mit vielen Vorzügen

Nach dem Beschluss ging alles sehr schnell. Es wurden Fördermittel beantragt – und bewilligt, vom Landratsamt wurde zügig die Baugenehmigung erteilt, und der Standort der fünf Erweiterungs-Module war schnell direkt neben dem Kindergarten gefunden. Insgesamt standen 25.000 Euro für das Projekt zur Verfügung – ohne, dass von der Gemeinde ein Kredit aufgenommen werden musste.

Verzögerungen gab es bei der Erweiterung nur bei der Lieferung. Denn die Alperstedter waren nicht die einzigen, die die Vorteile der Module erkannt hatten. Die mit der Erweiterung beauftragte Architektin Katja Raddau weiß von drei weiteren ähnlichen Projekten im Erfurter Umkreis. Die Auftragsbücher des in Ohrdruf beheimateten Herstellers waren deswegen entsprechend voll. Die Alperstedter mussten sich anstellen.

Zwar war schon im Frühjahr Platz für den Anbau geschaffen worden – Anfang Oktober wurden die Module jedoch erst geliefert. Und seitdem wird gebaut. Ohne dass der benachbarte Kindergarten gestört wird, bevorzugt in den Schließzeiten. Drei Module wurden zu einem Gruppenraum vereint, ein Modul beherbergt weitere Sanitäranlagen, einer dient verbindend als Flur. Große Fenster sorgen für viel Licht, eine 20 Zentimeter dicke Dämmung für Wärme im Winter. Auch an einen direkten Zugang auf den Spielplatz wurde gedacht.

Ende Oktober, so wird eingeschätzt, wird der Anbau bezugsfertig sein. Gleichzeitig soll auch die bisherige Durchgangsstraße, der hintere Bereich des Neuen Anger, zur Sackgasse beziehungsweise zur Spielstraße umgewidmet werden. Alperstedt sei damit für die Zukunft gerüstet, zeigt sich Bürgermeister Peter Hehne sicher. Jetzt verfügt die Kita über 55 Plätze, die ausschließlich von Alperstedter Kindern belegt sind. Und glaubt man den Prognosen, wird die kleine Reserve, die jetzt noch besteht, schnell wieder ausgeschöpft sein.

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