Michelle Petter und Rica Maase greifen bei Schwarz-Weiß Erfurt an

Erfurt  Gemeinsam stark: Mit Michelle Petter und Rica Maase greifen zwei junge Volleyballerinnen aus Dresden bei Schwarz-Weiß Erfurt an.

Von Dresden nach Erfurt: Michelle Petter und Rica Maase, hier an der Krämerbrücke, spielen künftig für Schwarz-Weiß in der 1. Bundesliga.

Von Dresden nach Erfurt: Michelle Petter und Rica Maase, hier an der Krämerbrücke, spielen künftig für Schwarz-Weiß in der 1. Bundesliga.

Foto: Sascha Fromm

Morgens Athletik, nachmittags Balltraining. Die Reihenfolge ist umgekehrt als in den ersten Trainingswochen. Den Rhythmus zu finden bestimmt bei den Bundesliga-Volleyballerinnen von Schwarz-Weiß Erfurt jedoch nach wie vor den Inhalt der Vorbereitung. Dass Trainer Florian Völker sehr viel auf Kleinfeldspiele gesetzt hat, freut Michelle Petter (22) und Rica Maase (19). Nicht nur wegen der „coolen Form der Ballgewöhnung“. „Dabei kann man sich sehr gut kennenlernen“, sind sie sich einig. Im Moment geht es auch den beiden genau darum.

Die beiden Dresdnerinnen gehören zu sieben Neuzugängen, mit denen der Erfurter Verein einen weiteren Versuch wagt, sich im Oberhaus des deutschen Volleyballs zu etablieren. Bisher war es ihm sportlich als dreimaliger Vorletzter eher weniger gut gelungen. Mit rundum neu formierter Mannschaft, mit neuem Trainerstab und Management soll der vierte Anlauf von mehr Erfolg gekrönt sein.

Ballast verspüren die Spielerinnen deswegen nicht. Michelle Petter und Rica Maase wollen ohnehin keinen Gedanken an das Gestern bei Schwarz-Weiß verschwenden. Ihre neue Aufgabe zählt. „Ich denke, wir passen hier super rein“, sagt Libera Michelle Petter. Und die Diagonalspielerin Rica Maase ergänzt in Richtung Bundesliga-Konkurrenz. „Man kann immer ärgern.“ Sie haben genau das mit den Erfurterinnen vor.

Zu Schwarz-Weiß gewechselt zu sein ist unterdessen kein Zufall. „Alex hat Erfurt empfohlen“, klärt Rica Maase auf. Sie meint Alexander Waibl. Der Coach des Dresdner SC bescheinigt ihr große Fortschritte, nachdem sie mit 17 in den Erstliga-Kader aufgerückt war. Und er riet ihr zum Wechsel nach Erfurt, damit die 1,86 Meter große Diagonalangreiferin viel Spielpraxis bekommt, um sich weiter zu entwickeln. Aufgrund der Zusammenarbeit mit dem Erfurter Trainer Florian Völker kam die Ausleihe für ein Jahr zustande.

Wegen längerer Spielzeiten nach Erfurt gekommen

Es sei an der Zeit, „Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur im Training, sondern vor allem auch im Spiel, um über längere Zeit Leistung abrufen zu können“, meint die Angreiferin. Sie spricht damit eine Sprache wie Michelle Petter, die ebenfalls wegen längerer Spielzeiten nach Erfurt gekommen und für zunächst ein Jahr verpflichtet worden ist. Beim fünfmaligen deutschen Meister hätte sie Nationalspielerin Lenka Dürr mit 217 Einsätzen für die deutsche Auswahl vor sich. „Es ist schwer, sich dort sich aufs Feld zu kämpfen“, sagt die Defensivspielerin. Ihre kämpferischen Vorzüge hebt Florian Völker hervor.

Umso schöner für die beiden, dass es in dieser Woche zu ei­nem Wiedersehen in der Heimat kommt. Die Schwarz-Weiß-Damen absolvieren am Donnerstag und Freitag ein Kurz-Trainingslager beim Dresdner SC.

Die Vorliebe für Serien und dasselbe Ziel

Für die 1,76 Meter große Libera bildet Thüringen indes kein Neuland. Zwei Spielzeiten trug sie das Trikot des VfB Suhl, bevor sie 2017 in die Heimat Dresden zurückkehrte. Bei den Südthüringerinnen herrschte damals Unklarheit, ob sie weiter erstklassig bleiben. Und sie musste sich entscheiden. „Ich hatte das Glück, dass mir Alexander Waibl das Vertrauen gegeben hat“, meint Michelle Petter. Sie passt wie Rica Maase perfekt in das Konzept des Erfurter Neu-Trainers, junge deutsche Talente weiter zu entwickeln.

Die beiden leben in Erfurt in einer Wohngemeinschaft, gewöhnen müssen sie sich an das neue Team, aneinander aber nicht. Beide kennen sich schon von Kindheitstagen an. „Bei meiner ersten Trainingseinheit war Michi schon dabei“, sagt Rica Maase im Rückblick. Rund zwölf Jahre ist das her, als sie damals mit sieben beim Dresdner SC begonnen hat. Ihr Weg hat sie nicht zuletzt des Altersunterschiedes von drei Jahren getrennt, bis er sie beim Auswahlkader des VCO Dresden wieder zusammengeführt hat.

Michelle, die die Bälle vom Parkett kratzt, und Rica, die den Ball lieber ordentlich aufs Parkett schmettert. Was sie trennt, scheint sie vor allem auch zu verbinden. In dieser Saison vielleicht umso mehr. Die WG, die Vorliebe für gleiche Fernsehserien, die gemeinsame Dresdner Volleyball-Schule und nicht zuletzt der Wille, auf dem Feld Leistung zeigen zu wollen.

Vereint in Erfurt, bereit für den nächsten Schritt.

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