Moppi und Schnatterinchen in der Innenstadt

Erfurt  Mit Kastenbrot Bernd fing alles an. Sponsoren machen Zuwachs bei den beliebten Kika-Figuren möglich

Große Aufmerksamkeit gab es für Moppi und Schnatterinchen, die von Ministerpräsident Bodo Ramelow und Oberbürgermeister Andreas Bausewein und mit einem kleinen Programm des Kinderhauses an der Gera enthüllt und in der Stadt begrüßt wurden.

Große Aufmerksamkeit gab es für Moppi und Schnatterinchen, die von Ministerpräsident Bodo Ramelow und Oberbürgermeister Andreas Bausewein und mit einem kleinen Programm des Kinderhauses an der Gera enthüllt und in der Stadt begrüßt wurden.

Foto: Frank Karmeyer

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Kaum waren die roten Schleifen gelöst und die weißen Laken gelüftet, wurden sie auch schon von einer Kindergartengruppe komplett in Beschlag genommen und waren kaum noch zu sehen in der Kinder-Traube: Moppi und Schnatterinchen, das scheint sicher, werden manches Kind auf ihrem Rücken (er-)tragen müssen an ihrem Standort zwischen Krämerbrücke und Augustiner-Biergarten. Fest steht: Wer die beiden Figuren sehen will, ist künftig nicht mehr auf Sandmann-Abendgruß angewiesen.

Die ersten, die sich mit den Kinderlieblingen fotografieren ließen, waren allerdings Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Ministerpräsident Bodo Ramelow — letzterer bezeichnete sich selbst als Begleiter von „First Dog“ Attila, der die Kika-Figuren entspannt beschnüffelte. Zum zehnjährigen Kika-Jubiläum war Bernd das Brot aufgestellt worden – quasi vor Bauseweins Büro – um „bei all der schlechten Laune motivierend auf mich zu wirken“, wie der OB sagte. Mit den beiden neuen Figuren, verwaltungstechnisch zur „Stadtmöblierung“ zählend, sei noch kein Ende in Sicht: Fuchs und Elster sollen auf dem Theaterplatz den Reigen vergrößern, der kleine Maulwurf soll seinen Platz in der Rathausgasse finden. Finanziert jeweils wieder aus Spendengeldern der Erfurter.

Ramelow bekannte sich als Sandmann-Fan und sagte mehrdeutig: „Die fünf Minuten vor dem Thüringen-Journal sind immer ein Genuss.“ Zumal es der Sandmann als einziger vom Osten in den Westen geschafft habe. Aus der DDR herübergerettet, sei er längst zu einer gemeinsamen Figur von Ost und West geworden.

Wenn Bausewein ein mürrisches Brot vor der Tür habe, so „sitzt die Regierung hinter einem Drachen“ – an der Staatskanzlei n der Regierungsstraße wurde vor Jahren Tabaluga aufgestellt.

Vom Ententanz der Kinder aus dem Kinderhaus an der schmalen Gera und einem eigens verfassten Gedicht der Domzwerge wurde der Festakt begleitet, bei dem die beauftragten Künstler fast in den Hintergrund traten. Das neue Figurenensemble schuf der Erfurter Metallgestalter Thomas Lindner – der auch für die Entstehung von Pittiplatsch verantwortlich war – gemeinsam mit der Erfurter Bildhauerin Melanie Fieger. Beide haben vorgesorgt: „Wir haben versucht, so dumm zu denken, wie man nur denken kann“, sagt die Künstlerin, damit den beiden Figuren nichts Böses widerfährt oder gar etwas abbricht. Im Innern der Figuren steckt ein Metallgerüst, überzogen mit einem glasfasergebundenen Epoxidharz. Auf der glatten Oberfläche lasse sich auch eine Schmiererei gut entfernen. Ein massiver Betonsockel dient überdies dazu, dass die Figuren nicht umgestoßen oder davongetragen werden können.

Zuletzt hatte die Kika-Figur von Hein Blöd für Schlagzeilen gesorgt: Unbekannte hatten sie zerstört, ihr den Kopf abgetrennt und gestohlen.

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