„Nachgelacht“ mit fünf Frauen in Erfurt

Erfurt  „Sisters of Comedy“ erstmals auch in Erfurt. Der Gewinn ist bestimmt für hiesige Frauenschutzprojekte

Franziska Ball

Franziska Ball

Foto: Sisters of Comedy

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Wie schon oft in Erfurt hat das Frauen-Netzwerk funktioniert: Einen Comedyabend, bei dem weibliche Künstlerinnen gänzlich im Fokus stehen, kündigt Erfurts Gleichstellungsbeauftragte Birgit Adamek an. „Eine der fünf Künstlerinnen hat einen besonderen Bezug nach beziehungsweise Freunde in Erfurt“, sagt sie.

Die Initiative „Sisters of Comedy“ findet immer am Abend des 12. November in vielen deutschen Städten statt, wo überall zeitgleich Frauen der Kunst- und Kulturszene auf der Bühne stehen. Für Erfurt ist das Programm „Nachgelacht“ mit Franziska Ball, Sonja Pikart, Anika Janakiev, Filiz Tasdan und Hüperbel nun also eine Premiere. Der Gewinn, der in Erfurt erzielt wird, ist für Erfurter Frauenschutzprojekte bestimmt. Auch von den Veranstaltungen in den anderen Städten profitieren Projekte für Frauen oder Frauenschutzeinrichtungen von der Initiative.

Ein Programm für Frauen und Männer

Die Grundidee und Initialzündung hinter der Initiative „Sisters of Comedy“ erläutert Erfurts Gleichstellungsbeauftragte so: Frauen in der Kunst- und Kulturszene stellten im Erfahrungsaustausch fest, dass viele von ihnen immer wieder mit den gleichen Aussagen konfrontiert werden: „Es gibt ja so wenig lustige Frauen in Deutschland“ oder „Unsere Show hat doch schon eine Frau“, sowie zahlreichen Alltagsdiskriminierungen wie „Sie machen das beruflich? Was sagt denn Ihr Mann dazu?!“ Deshalb beschlossen diese Frauen, ein Event zu inszenieren – mit ihren Waffen: Humor auf der Bühne – und viele machten mit.

Am 12. November 2018, anlässlich des 100. Jahrestages des Frauenwahlrechts, standen insgesamt 163 Frauen in 28 Veranstaltungen auf der Bühne unter dem Label „Sisters of Comedy“. In diesem Jahr werden es vielleicht noch ein paar mehr. Wichtig sei dabei, dass es immer mehrere Beiträge sind, damit die Abende nicht zum Werbezweck für eine Künstlerin werden.

„Humor ist die Reinform des Widerstandes“, findet Hüperbel alias Isabel Arnold, die ihre Wurzeln im Ilm-Kreis hat und mit vielen anderen Komikerinnen deutschlandweit in die Offensive geht – am 12. November gehört sie zum Frauen-Quintett in Erfurt, auf der Bühne im Haus der sozialen Dienste.

Mehr zu den beteiligten Künstlerinnen ist auf der Internetseite www.sisters-of-comedy-nachgelacht.de / zu entdecken – oder am 12. November im HsD. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Stadtverwaltung mit der Evangelischen Jugend Erfurt, der Kreativtankstelle Erfurt des Kulturkessel e.V. und der Künstlerin Isabel Arnold.

Ganz wichtig: Obwohl nur Frauen auf der Bühne stehen, ist es kein Abend nur für Frauen. „Im Publikum sollen und dürfen selbstverständlich auch Männer sitzen“, betont Birgit Adamek und hofft auf einen vollen Saal. Über ihr Frauen-Netzwerk erfuhr sie von der Initiative, besorgte den Raum und räumte noch ein paar andere organisatorische Hindernisse aus dem Weg.

Der Kartenverkauf ist bereits gestartet. Birgit Adamek war gestern gerade dabei, Fraktionen des Stadtrates anzuschreiben, um für Karten-Sponsoring zu werben.

„Wir hoffen, dass die eine oder andere Karte für Frauen spendiert wird, die sich den Eintritt sonst nicht so einfach leisten können“, erklärt sie.

Dienstag, 12. November, 19.30 Uhr, Haus der sozialen Dienste, Juri-Gagarin-Ring 150; Karten in der Tourist-Info, der Kreativtankstelle im Peckham‘s, bei der Gleichstellungsbeauftragten und in den beiden Frauenzentren

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