Bauflächen in Nesse-Apfelstädt sind bald ausgereizt

Nesse-Apfelstädt.  Neue Wohngebiete im Bereich der Gemeinde Nesse-Apfelstädt sind nur noch mit hohem technischen und finanziellen Aufwand zu realisieren.

Leerstand gibt es im alten Ort von Gamstädt reichlich. Angestrebt wird, im Bestand zu erweitern, bevor neue Wohngebiete erschlossen werden.

Leerstand gibt es im alten Ort von Gamstädt reichlich. Angestrebt wird, im Bestand zu erweitern, bevor neue Wohngebiete erschlossen werden.

Foto: Hartmut Schwarz

„Das Problem sind die Vorfluter“, bringt es Christian Jakob auf den Punkt. Für die Schaffung neuer Wohngebiete sieht der Bürgermeister der Nesse-Apfelstädt-Gemeinden ein nur schwer lösbares Problem. Er verstünde die Bemühungen der Ortsteilbürgermeister, in ihrem Ort den Nachfragen nach Bauflächen gerecht werden zu wollen, verweist aber zugleich auf die Kapazitätsgrenze der Wasserentsorgung. Vor allem auf die des Oberflächenwassers, das meist in Vorfluter abfließt.

Versiegeln steigert Gefahr

Mit jeder versiegelten Fläche mehr steige die Gefahr, dass es bei Starkregen zu Überschwemmungen kommt. Ohne Rückhaltebecken werden keine weiteren Erschließungen möglich sein – und falls ein Rückhaltebecken finanziert werden kann, müsse dafür erst einmal Platz in der Landschaft gefunden werden. Damit meint er vor allem den Wunsch der Kornhochheimer, die das Wohngebiet Am Berg gern erweitern würden. Ein kleiner Teilbereich wurde jetzt noch nachgelegt. Mehr sei derzeit nicht vertretbar.

Eine weitere „Abrundung“ sei an dieser Stelle nicht mehr möglich, weil Abstand zu den Stallanlagen gehalten werden müsse. Zu bedenken sei außerdem, dass die Ortschaften der Gemeinde, bis auf Kleinrettbach, alle an Verkehrsadern liegen - an Eisenbahnstrecken, Bundesstraßen und in der Nähe der Autobahn. Ohne Lärmschutz ginge da meist nichts. Man versuche aber Bauland zu schaffen, wo es irgendwie möglich ist.

In Neudietendorf sind hinter dem Einkaufsmarkt auf einer Brachfläche weitere Eigenheime geplant und in Apfelstädt wurden im Ort neue Häuser in der „zweiten Reihe“ gebaut. Auch eine Lückenbebauung am Ortsrand sei ermöglicht worden. Vor allem in Gamstädt soll sich demnächst etwas bewegen. Seit 30 Jahren wartet das Dorf auf einen Abwasserkanal. Auch wenn dieser wegen des geringen Gefälles mit einem hohen Aufwand verbunden ist, soll er zeitnah realisiert werden. Und dies möglichst zeitgleich mit der Erschließung neuer Bauflächen. Kein Wohngebiet sei geplant, vielmehr eine Abrundung des Dorfes. Der Abwasserverband werde in den nächsten Jahren die Voraussetzungen dafür schaffen. Bis dahin setzt Jacob auf Potenziale, die mit wenig Aufwand kurzzeitig erschlossen werden können - auf ungenutzte Bauflächen, Leerstände und Lücken in den Straßenzügen.

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