Einheitliche Leerung

Sauberkeit in der Stadt soll erhöht werden

Erfurt.  1200 Papierkörbe gibt es in Erfurt. Doch wer leert die eigentlich?

In den Sommermonaten geraten die Mülleimer auf dem Petersberg an ihre Grenzen. Dann fliegt der Unrat auf der ganzen Grünfläche umher.

In den Sommermonaten geraten die Mülleimer auf dem Petersberg an ihre Grenzen. Dann fliegt der Unrat auf der ganzen Grünfläche umher.

Foto: Paul-Philipp Braun

Einen langen Anlauf hat es gebraucht, einige Hürden waren zu nehmen. Nun bringt die Verwaltung einen Entwurf im Stadtrat ein, laut dem alle Papierkörbe zukünftig durch die Stadtwirtschaft geleert werden sollen. Hintergrund: Derzeit sind fünf verschiedene Ämter mit dem Thema Papierkörbe betraut, das soll nun vereinheitlicht und von einer Stelle aus – der SWE Stadtwirtschaft – koordiniert und durchgeführt werden.

Manche Regelung, wer wann welchen Papierkorb entsorgt, stammt aus dem Jahr 1994 und ist nach Ansicht von Ordnungsdezernent Andreas Horn längst hinfällig. „Diese ganze Aufsplittung soll wegfallen“, sagt er und ist sich mit Jörg Lummitsch, Leiter des Umwelt- und Naturschutzamtes, einig: „Wir möchten eine Verbesserung der Sauberkeit in der Stadt.

350.000 Euro Zusatzkosten

1200 Papierkörbe befinden sich im öffentlichen Raum, dazu zählen nicht die von der Evag oder von den Wohnungsbaugenossenschaften. Vor allem am und nach dem Wochenende ist die Vermüllung in einigen Bereichen ein großes Problem. „Unsere Mitarbeiter haben den Großteil des Montages damit zugebracht, Papierkörbe zu leeren und die Flächen zu reinigen. Wir haben zunehmend mit Müll auf den Flächen zu tun. Die Leute nutzen die Grünanlagen viel mehr als früher“, berichtet Jörg Lummitsch. Er hat zwar beobachtet, dass es auch mehr Initiativen gibt, die ehrenamtlich Müll einsammeln, etwa am Geraufer.

Doch insgesamt bedeutet das erhöhte Müllaufkommen auch mehr Kosten. „Bundesweit nehmen die Städte mehr Geld in die Hand. Wenn ich mehr Sauberkeit möchte, muss ich auch mehr ausgeben“, meint Andreas Horn. Bisher betrugen die Kosten für die Leerung der Papierkörbe 249.000 Euro im Jahr. Das neue System kostet die Stadt rund 350.000 Euro mehr. Die notwendigen Finanzmittel werden in der Fortschreibung des Finanzplanes ab 2020 beziehungsweise im Nachtragshaushaltsplan 2019/2020 bereitgestellt, heißt es in der Drucksache. Mit der Umstellung würde auch eine Art Inventur erfolgen, bei der grundsätzlich einmal erfasst wird, welcher Leerungsrhythmus Sinn macht.

Beginn für 1. Juli 2020 geplant

Nach Beauftragung benötigt die SWE Stadtwirtschaft etwa sechs Monate Vorlauf, um Technik zu beschaffen und Personal zu akquirieren. Stimmt der Stadtrat dem Vorschlag der Verwaltung zu, könnte am 1. Juli 2020 mit der einheitlichen Entsorgung durch die Stadtwirtschaft begonnen werden. Diese wäre dann auch direkter Ansprechpartner bei Meldungen übervoller Papierkörbe. Die Datenbasis wird vereinheitlicht, das Beschwerdemanagement entschlackt, lange Wege würden der Vergangenheit angehören, heißt es seitens der Verwaltung. „Und das Garten- und Friedhofsamt kann sich seiner originären Aufgabe wieder mit voller Kraft widmen“, sagt Jörg Lummitsch. Andreas Horn fügt hinzu: „Wir hoffen auf ein positives Votum des Stadtrates.“

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.