Selbsterfahrung mit dem Blindenstock

Vieselbach.  VdK-Ortsverband Vieselbach weckt an Grundschulen den Wunsch nach einer barrierefreien Welt

Zum Glück war es nur kurze Zeit, dass Zoe auf den Rollstuhl angewiesen war. Die Selbsterfahrung hat bei den  Vieselbacher Grundschülern Spuren hinterlassen, hofft man beim Sozialverband VdK.

Zum Glück war es nur kurze Zeit, dass Zoe auf den Rollstuhl angewiesen war. Die Selbsterfahrung hat bei den Vieselbacher Grundschülern Spuren hinterlassen, hofft man beim Sozialverband VdK.

Foto: Hartmut Schwarz

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Wie ist das eigentlich, wenn man nichts mehr sehen oder hören kann, auf die verbliebenen Sinne angewiesen ist? Wie ist es, im Rollstuhl sitzen zu müssen, sich damit einen Weg durch das Leben bahnen zu müssen?

Die Kinder der Vieselbacher Grundschule können jetzt mitreden. Für eine kurze Zeit tauchten sie jetzt ein, in eine Welt voller Hindernisse und Barrieren. Treffen sie künftig auf Menschen mit Behinderungen, werden sie etwas anders reagieren als bisher. Dies zumindest ist der Wunsch von Volker Wieser, dem Vorsitzenden des Ortsverbandes Vieselbach des Sozialverbandes VdK Hessen-Thüringen. Er war mit seinen Mitstreitern jetzt an der Grundschule zu Gast, um im Rahmen des Ergänzungsunterrichtes eine Lanze für die Barrierefreiheit zu brechen.

Zur Seite stand der Ortsgruppe dabei Käpt’n Kork – ein Papagei, der die Hauptrolle in einer kleinen Broschüre spielt, in der die Barrierefreiheit kindgerecht vor Augen geführt wird. Er sucht das Weite und auf der Suche nach ihm stößt der kleine Ben mit seiner nicht mehr ganz so mobilen Großtante auf allerlei Hindernisse, auf Türschwellen, Rathaustreppen, Bordsteine,...

Die Broschüre gibt es schon seit einiger Zeit – erstmals zum Leben erweckt wurde sie jetzt in Vieselbach. Kurzzeitig wurden die Kinder in der Turnhalle mit Augenbinde und Blindenstock in eine ihnen fremde Welt geführt, wurden mit einen Rollstuhl auf den Parcours geführt und mussten sich bei einem Hör-Memory beweisen. Am Ende waren alle froh, dass die zeitweiligen Einschränkungen wieder vorbei waren – und voller Achtung den Menschen gegenüber, denen dieses Glück versagt bleibt.

Im Ortsverband habe man eigens eine Jugendabteilung gegründet, die sich mit der Umsetzung der Broschüre beschäftigte. Nach der Premiere will die Ortsgruppe mit ihrem Konzept nicht nur in ihrem Zuständigkeitsbereich, dem ehemaligen Erfurter Landkreis, in die Schulen gehen, sondern auch im Erfurter Stadtgebiet. Erste Kontakte wurden bereits geknüpft, Start wird im Erfurter Norden sein.

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