Spindeln im Parkhaus am Anger 1 in Erfurt werden saniert

Iris Pelny
| Lesedauer: 2 Minuten
Ein Baugerüst steht bereits in der Auffahrtsspindel im Parkhaus Anger 1.

Ein Baugerüst steht bereits in der Auffahrtsspindel im Parkhaus Anger 1.

Foto: Marco Schmidt

Erfurt.  Welche lärm-intensiven Arbeiten es im Parkhaus am Anger 1 in Erfurt gibt, wollen die Anwohner wissen.

Wer schwärmt schon für Baustellen? Beispielsweise Ingenieur Uwe Hallmann, wenn er vom Baufortgang am Q-Parkhaus Anger 1 spricht. Doch was passiert seit Monaten hinter den Planen, wollen die Anwohner vom Juri-Gagarin-Ring an lärm-starken Tagen wissen.

Tau-Salz hat Stahlbetonbewehrung des Parkhauses angegriffen

Uwe Hallmann von der Ingenieurgesellschaft plan² hallmann + partner, spezialisiert auf die Sanierung von Betonbauwerken, hat den Bauhelm auf, im Namen der Eigentümerin, der Investorengesellschaft Quantum, und der Pächterin Q-Park. Das Parkhaus, zur Jahrtausendwende eröffnet, ist nun quasi an Krebs erkrankt. Eine Ursache ist Tau-Salz, welches im Winter eingeschleppt wird und die Stahlbetonbewehrung angreift. Da hilft nur die gründliche Entfernung des kontaminierten Betons von Pfeilern, Parkebenen und Auf- und Abfahrten, genannt Spindeln.

Abstrahlen mit Wasserstrahl unter Höchstdruck verursacht Lärm

„Das Lauteste ist das Abstrahlen“, erklärt Uwe Hallmann. Dabei gehe man schon schonend vor, denn der Einsatz des Höchstdruck-Wasserstrahls – mit über 2000 bar Druck – zertrümmert den Beton, andere Verfahren wären noch lärmintensiver. Das Freideck und die Ebenen 3, 4 und 5 seien fertig, jetzt könne man in den Sommerferien die Rampen angehen.

Nach Anwohnerkritik wegen fehlender Kommunikation, steht ein aktualisierter Hinweis im Internet zu den Einschränkungen ab 24. Juli. Uwe Hallmann spricht von Nacht- und Wochenendeinsätzen und der hohen Einsatzbereitschaft der Bauleute.

Ab Januar 2022 kommen Ebene 2 und Erdgeschoss in die Kur

Ab Januar sollen Ebene 2 und Erdgeschoss saniert werden. Durch die ständig angepasste Bau-Logistik hoffe man auf einen Vorlauf, der die Bauzeit in 2022, ursprünglich bis in den Herbst, um Monate verkürzt. Aktuell wird neuer Beton auf die Auffahrspindeln gespritzt und mit einer Spezialfarbe beschichtet, als künftiger Schutz vor eindringendes Spritzwasser. Zudem werden neue Entwässerungsrinnen ausgebaut. All dies mit neuen Verfahren und Materialien, die es zur Bauzeit um 2000 noch gar nicht gab.