Spirit of Football geht mit Projekt in andere Bundesländer

Erfurt.  Mit spielerischen Methoden versucht „Spirit of Football“ seit Jahren Kindern Werte zu vermitteln. Nun auch jenen in anderen Bundesländern

Spirit of football startet inzwischen Projekte in anderen Bundesländern

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Foto: Spirit of Football

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Der Verein „Spirit of Football“ verknüpft die beiden Themen Bildung und Fußball miteinander und bringt somit Kindern und Jugendlichen wichtige Themen spielerisch näher. Eines der bekanntesten Projekte von „Spirit“, wie der Verein liebevoll genannt wird, ist wohl die Ballreise, welche zu jeder Weltmeisterschaft stattfindet.

Seit 2005 besteht der Verein und nun will er sich bundesweit engagieren. Ein erster Schritt ist mit dem neuen Projekt „5 Bälle, 5 Bundesländer“ getan. Dieses behandelt das Thema nachhaltige Entwicklung und stützt sich dabei auf die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, siebzehn Punkte, welche angestrebt werden, darunter weniger Ungleichheiten und Frieden.

„Ich war zuerst etwas skeptisch, da ich dachte, was hat das mit „Spirit“ zu tun?“, so Andrew Aris’ Meinung, welche sich jedoch nach dem Beschäftigen mit dem Thema geändert hat. „Nachhaltigkeit ist viel mehr als Klimaschutz“ sagt er, es gehe auch um globale Konflikte und Gleichheit.

Aus diesem Grund kombiniert „Spirit of Football“ die Nachhaltigkeitsziele mit ihren eigenen drei Säulen: Vielfalt, Teamwork und Respekt und entwickelte auf dieser Grundlage Methoden für das Projekt. Die Methoden gehen von Theater über FairPlay-Fußball bis zu einem World Café, bei dem die Schüler diskutieren können.

Beim Fußball geht es jedoch nicht nur darum, als Team zu funktionieren. Nach der Hälfte der Spielzeit bekommt das Team mit den blauen Leibchen neue Anweisungen. Sie sollen sich nun vorstellen, dass sie auf der Flucht sind, die Grenzen jedoch verschlossen wurden. Somit müssen sie in einem Flüchtlingslager ausharren, was bedeutet, dass sie sich nur noch in ihrer eigenen Spielhälfte aufhalten dürfen. Sie sind also eingegrenzt und eingesperrt und haben fast keine Chance mehr. Die gelbe Mannschaft dagegen, darf sich verhalten wie zuvor und schießt ein Tor nach dem anderen.

Nun folgt eine weitere Situation. Der Krieg ist vorbei, allerdings erfährt nun die rote Mannschaft eine Hungersnot. Sie dürfen ab sofort nur noch in Zeitlupe spielen, während sich bei der gegnerischen grünen Mannschaft nichts verändert. Eine Ungerechtigkeit, die die Sicht vom Spielfeld auf die Welt übertragen soll. Die Spieler sind frustriert, aber auch überrascht von dem Gefühl der Ungleichheit und der Unfairness. Einem Gefühl, welchem viele Menschen täglich ausgesetzt sind.

Nach zwei Tagen darf jeder auf einem, von Botschafter Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool, unterzeichneten Ball, sein Autogramm setzen. Zudem werden abschließende Ziele formuliert, welche sich auf das Verhalten als Klasse sowohl im Miteinander, als auch darauf konzentrieren, was man selber machen kann, um dem Planet zu helfen. Diese werden aufgeschrieben, so dass sie immer vor den Augen sind.

Aber wie kommt das Projekt bei den Kindern an? „Natürlich kann man es nicht jedem recht machen, aber im Schnitt erreichen wir ganz Viele“ meint Andrew dazu. Die Lehrer und auch die Schüler seien begeistert. Vor allem in ländlichen Gegenden gäbe es gute Resonanz. Ein Grund dafür sieht Andrew darin, dass diese durch die Flucht in die Städte und Arbeitsplatzmangel die Globalisierung stärker erleben und somit offener für das Thema seien.

Insgesamt wurde das Projekt von Ende August bis Anfang Dezember in fünf Schulen in Thüringen durchgeführt. In den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt konnten weitere Schulen an dem Projekt teilnehmen. Unterstützt wurde Spirit of Football dabei von der Organisation RENN.mitte und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Spirit of Football streckt also seine Fühler weiter aus Erfurt und Thüringen hinaus. Sollte das Projekt weiterhin gefördert werden, äußert Andrew begeistert Interesse daran, sich in ganz Deutschland auszubreiten.

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