THC-Handballerinnen sind bereit für den Supercup

Erfurt  Die THC-Handballerinnen gewinnen zum Abschluss ihrer Testspiele ein heißes Duell gegen Kopenhagen mit 28:20.

Herausragend: THC-Torhüterin Ann-Cathrin Giegerich (hier im Duell mit Kopenhagens Mia Rej) wehrte eine Reihe von Bällen ab und erwies sich als starker Rückhalt.

Herausragend: THC-Torhüterin Ann-Cathrin Giegerich (hier im Duell mit Kopenhagens Mia Rej) wehrte eine Reihe von Bällen ab und erwies sich als starker Rückhalt.

Foto: Sascha Fromm

Die Generalprobe ist gelungen. Sechs Tage vor dem Supercup gegen den deutschen Meister Bietigheim haben sich die Bundesliga-Handballerinnen Selbstvertrauen geholt. In einem heißen Treffen zum Abschluss ihrer Vorbereitungsspiele schlugen die THC-Frauen um ihre herausragende Torhüterin Ann-Cathrin Giegerich Kopenhagen mit 28:20 (12:12). Zugleich feierte der Verein im Duell mit den Däninnen eine vielversprechende Wiederkehr in die Riethsporthalle.

Acht Jahre ist es her, dass der Thüringer HC Champions-League-Gruppenspiele in der damals nigelnagelneuen Riethsporthalle im Erfurter Norden gespielt hatte. Durch den Umbau der Salzhalle in Bad Langensalza kehrt der siebenfache deutsche Meister nach Erfurt zurück und trägt dort in der kommenden Saison seine Heimpartien in der Bundesliga aus. Rund 800 Zuschauer bekamen am ges­trigen Sonntag bei der Saisoneröffnung schon mal eine klasse Vorstellung des amtierenden Pokalsiegers geboten.

Den Beifall des Publikums gab Trainer Herbert Müller als Dank an jeden einzelnen sogleich zurück. „Und wir wollen die Halle noch voller kriegen“, rief er den Fans zu und war froh, dass die ei­nen Sieg bejubeln durften.

Maßgeblichen Anteil daran besaß Ann-Cathring Giegerich im Tor. Die 27-Jährige wehrte allein vor der Pause neun Bälle ab, parierte unter anderem einen Siebenmeter und schuf auch nach der Pause die Grundlage für den Erfolg. Als i-Tüpfelchen hielt sie in der letzten Sekunde noch ei­nen weiteren Strafwurf von Debbie Bont.

„Ein toller Auftritt“, meinte die Torhüterin. In ihrer langärmligen Montur war sie am wenigsten von den Spielerinnen zu beneiden, die sich trotz der gefühlten 35 Grad Celsius in der Halle ein temporeiches Duell lieferten. An die Halle jedenfalls kann sich die Torhüterin gewöhnen. „Sehr schön, sehr hell. Ich freue mich sehr darauf, hier zu spielen“, meinte sie schweißgebadet nach den heißen 60 Minuten.

In denen korrigierten die Thüringerinnen das Ergebnis vom Vortag in Sömmerda. In der Unstruthalle waren die Thüringerinnen von dem dänischen Meister von 2018 überrascht worden und kassierten beim 22:27 (7:15) die erste Niederlage der Vorbereitung. Die schmerzte Trainer Herbert Müller nur halb so viel wie die vergebene Möglichkeit, ausgiebig eine taktische Spielart zu testen. Eigentlich hatte er vor, das Überzahlspiel intensiv zu trainieren. „Aber wir haben so schlecht begonnen, dass es nicht möglich war“, sagte er, hob jedoch die norwegische Torhüterin Marie Davidsen hervor. „Gestern haben wir eine überragende Marie im Tor gesehen und heute eine überragende Ann-Cathrin“, lobte der Trainer beide, sah bei aller Vorfreude auf den Supercup („Bietigheim ist Motivation pur.“) aber auch noch einiges an Ar­beit.

Viel Licht, aber auch Schatten prägten am Sonntag die ersten 30 Minuten. Trotz der Wärme legten die Thüringerinnen ein höllisches Tempo vor und schienen eben genau die Mängel abgestellt zu haben, die Herbert Müller am Vorabend kritisierte. Vorn zunächst effektiv, hinten als stabiler Verband, beherrschte der THC in der neuen Heimstätte das Geschehen. Eingeleitet von einer Einzelaktion Alicia Stolles Treffer zum 6:4 (11.) setzte sich der THC auf 9:4 ab. Mit den ersten Wechseln nach einer Viertelstunde kam der Pokalsieger indes von der Linie ab, leistete sich Fehler, die das junge dänische Team um seine erfahrene und wurfstarke Rückraumspielerin Mia Rej eiskalt nutzte.

Gerade das Rückzugsverhalten wollte Herbert Müller verbessert sehen, ärgerte sich aber über das Gegenteil. Die schnellen Däninnen nutzten das. Debbie Bont glich aus, und Marie Wall legte zur erstmaligen Gästeführung nach (11:10, 27.). Der THC fing sich wieder. Umso mehr tobte der Trainer, als Ma­ria Lykkegaard mit dem Halbzeitsirene mutterseelenallein den erneuten Ausgleich warf.

Mit der Startformation der ersten 30 Minuten gewannen die Gastgeber auch zu Beginn der zweiten Hälfte die Oberhand. Emily Bölk und Mikaela Mässing aus dem Rückraum sowie Meike Schmelzer am Kreis warfen in Windeseile einen Drei-Tore-Vorsprung heraus (17:14, 38.). Und spätestens als Josefine Huber im Nachsetzen am Kreis das 23:16 warf (50.), war die Entscheidung gefallen. Zumal die Kräfte dann auch nachließen.

Der Schlussmoment gehörte Ann-Cathrin Giegerich mit dem zweiten gehaltenen Siebenmeter. Nach der Niederlage am Vortag sei es umso wichtiger gewesen, sich ein gutes Gefühl zu holen.

Der Supercup jedenfalls kann wohl kommen.

Korešová wird geschont

Erfurt.Fast alle kamen zum Einsatz, Iveta Korešovà musste indes in den Testspielen gegen København Håndbold mit der Zuschauerrolle vorlieb nehmen. Dass die Tschechin pausierte, resultiert aus einer Entzündung ei­ner Schultersehne im Wurfarm. Es sei jedoch vor allem eine Vorsichtsmaßnahme in Richtung des Supercups am kommenden Samstag, betonte THC-Manager Maik Schenk bei der Saisoneröffnung in der Riethsporthalle. Die 30-Jährige werde spätestens in der Wochenmitte wieder ins Training einsteigen.

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