Umbau des Kommandantenhauses verzögert sich

Erfurt.  Das Kommandantenhaus auf dem Petersberg stellt sich beim Umbau als Haus voller böser Überraschungen heraus. Jetzt läuft der Wettlauf mit der Zeit

Die Baugrube für den Anbau ist zum Teil schon ausgehoben. An der Schnittstelle zum Bestandsgebäude muss nachgearbeitet werden.

Die Baugrube für den Anbau ist zum Teil schon ausgehoben. An der Schnittstelle zum Bestandsgebäude muss nachgearbeitet werden.

Foto: Marco Schmidt

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Der Umbau des Kommandantenhauses zum „Petersberg-Entree“ wird zum Wettlauf mit der Zeit. Überraschungen am Zustand des historischen Bestandsgebäudes machen Korrekturen im Bauablauf nötig, die laut Buga-Dezernent Alexander Hilge (SPD) zu gut zweimonatigen Verzögerungen führen.

Noch ist Hilge zuversichtlich, dass der Umbau rechtzeitig bis zur Buga-Eröffnung am 23. April 2021 fertig sein wird. Der Bauablaufplan geht inzwischen von einer Übergabe Ende März 2021 aus. „Weitere Überraschungen dürfen nicht mehr dazukommen“, sagt Hilge.

Das Kommandantenhaus soll auf zwei Etagen eine Ausstellung zum Petersberg und seiner reichen Geschichte beherbergen. Zudem ist ein mehreckiger Anbau aus Glas und Stahl für den Eingangsbereich geplant, in dem auch der Fahrstuhl zwischen den Etagen untergebracht wird.

Fundament hängt zum Teil in der Luft

Die Probleme beim Bau sind an der Schnittstelle von Bestandsgebäude und Anbau aufgetreten. „Es ist ein Haus voller Überraschungen“, sagt Hilge. „Wir haben 200 Jahre alte Nachlässigkeiten entdeckt, die den Umbau komplizierter machen.“

Konkret sitzt zum Beispiel das Fundament für den oberen, später entstandenen Gebäudeteil aus Obergeschoss und Dachgeschoss nicht passgenau auf den Mauern des unteren Teils auf, sondern steht über. Für die bisherige Nutzung stellte das kein Problem dar, so lange die Erde das Haus umschloss. Wird sie nun aber entfernt, um den Anbau an das Haus zu bauen, hängt das Fundament zum Teil in der Luft – die Konstruktion wird instabil.

Zudem ist das Tonnengewölbe des Untergeschosses nach oben hin nicht fertig gemauert, sondern mit losem Material aufgefüllt worden. Wird es im Zuge der Bauarbeiten freigelegt, kann das lose Material abrutschen. Dann wird die Last nicht mehr in die Fläche verteilt, sondern stützt sich auf einzelne Punkte – das Haus droht wegzubrechen.

Tonnengewölbe wird mit hydraulischen Hightech-Stützen gesichert

Mehrere Gegenmaßnahmen sind eingeleitet worden. Zum einen soll das Fundament des oberen Gebäudeteils auf das nötige Maß ausgebaut werden. Das bedeutet zugleich, dass rund 120 Kubikmeter Erde nicht mehr großflächig, sondern schaufelweise mit Kleinbaggern ausgehoben werden müssen, um das Fundament dann bis in eine Tiefe von sechs Metern zu erweitern.

Zum anderen wird das Tonnengewölbe im Untergeschoss für die Bauzeit abgestützt. Dabei kommen hydraulische Hightech-Stützen zum Einsatz.

Wie Alexander Hilge erläutert, messen sie kleinste Bewegungen des Hauses und steuern automatisch gegen. „Die Stützen können bis zu 22 Tonnen Druck zur Decke leiten“, sagt Hilge.

Zum Teil ausgeglichen werden die Verzögerungen durch die Witterung. Die milden Temperaturen verhindern, dass die Arbeit aus Frostgründen pausieren muss.

Der Innenausbau liegt laut Hilge im Plan. Auch das Konzept für die Ausstellung liegt bereits vor. Es wurde von einer Leipziger Agentur erstellt und erzählt die Geschichte der Petersberg-Nutzung von den Anfängen als Kloster bis zur DDR-Zeit thematisch gestaffelt in neun Kapiteln.

Einen Plan B gibt es noch nicht

Damit das Projekt rechtzeitig zur Buga-Eröffnung fertig wird, muss der Anbau bis Jahresende stehen. Im Mai oder Juni werde sich zeigen, ob der Plan zu halten ist, sagt Hilge.

Einen Plan B gebe es noch nicht. Bei allen Unwägbarkeiten ist der Buga-Dezernent überzeugt, dass die für den Gebäudekomplex geplanten Funktionen einschließlich der im Untergeschoss geplanten Toiletten ab der Buga-Eröffnung in jedem Fall ausgefüllt werden können.

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