Wacker Nordhausen nach Derby-Sieg gegen Erfurt für Leipzig gerüstet

Nordhausen  Nach dem wichtigen Derby-Sieg gegen Erfurt ist Wacker Nordhausen bereit für das Spitzenspiel bei Lok Leipzig. Erfurts Trainer Thomas Brdaric kündigt eine Revanche im Rückspiel an.

Ein Torschütze „auf der Flucht“: Stepan Kores knallte den Ball zum entscheidenden 1:0 für Wacker in die Maschen.

Ein Torschütze „auf der Flucht“: Stepan Kores knallte den Ball zum entscheidenden 1:0 für Wacker in die Maschen.

Foto: Sascha Fromm

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Als das Fernsehen mit Stepan Kores ein Interview führen wollte, schüttelte der Derby-Torschütze nur mit dem Kopf. „Mein Deutsch ist noch nicht gut genug“, meinte der 30 Jahre alte schüchterne Tscheche und trat die „Flucht“ zu den Fans an. Die feierten den Nordhäuser Helden des Tages mit seinen Kollegen ausgiebig. Nach 26 Jahren hatte Wacker den FC Rot-Weiß endlich in einem Ligaspiel auch daheim besiegt.

Für unsere Zeitung fand Kores dann später im Halbdunkel des Albert-Kuntz-Sportparks seine Übersetzerin. Ehefrau. Iveta Koresova, Handball-Topstar beim Thüringer HC, küsste ihren Stepan stürmisch und legte dann in Tschechisch los. „Das war das wichtigste Tor für Nordhausen seit ich hier bin. Endlich habe ich auch auf meiner Lieblingsposition gespielt“, sagte Kores, der bei Wacker seit seinem Wechsel im Herbst 2018 immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen worden war.

Trainer Heiko Scholz freute sich deshalb besonders über die Leistung des Blondschopfs. Von einer Lieblingsposition wollte er aber nichts wissen. „Das wird ein schönes Treiben werden, wenn Mickels, Scholl und Kores alle im offensiven linken Mittelfeld ran wollen“, fand Scholz.

„Spitzenreiter für eine Nacht“

Wie verdient der Sieg der Nordhäuser war, darüber waren beide Trainer unterschiedlicher Auffassung. „Wir haben mehr investiert und mit Kores einen geilen Fußballer“, meinte Scholz. Doch der Trainer des „Spitzenreiters für eine Nacht“, räumte auch ein, „dass uns die Cleverness fehlte, durch Dörnte das zweite Tor zu machen.“

Thomas Brdaric musste sich in der öffentlichen Pressekonferenz erst in ein Wortgefecht mit einem Zuschauer begeben, bot ihm gar das Mikrofon zur weiteren Bewertung des Thüringenderbys an. Danach kehrte etwas Ruhe ein und Erfurts Trainer analysierte eine aufregende Partie, bei der man dem Gegner nichts geschenkt habe. „Nach dem 0:1 hatten wir das Spiel im Griff und hätten es drehen müssen. Aber es gibt ja ein Rückspiel - und das gewinnen wir“, meinte Brdaric und heizte das VIP-Zelt noch einmal ordentlich an.

Mit Lok Leipzig wartet am Freitag das nächste Top-Duell

Erfurts frühere Nordhäuser Pierre Becken und Petar Lela waren glockenklar in ihrer Bewertung der Partie. „Wir sind zu spät mutig geworden, hatten aber genug Chancen“, sagte Becken. Und Lela ärgerte sich „über einen verpassten Punkt gegen eine Wacker-Offensive, die uns bis auf Kores Einzelleistung gar nicht so enorm gefordert hat.“

Wackers Spieler feierten den wichtigen Sieg ausgelassen mit zwei Trommeln Bier. Bei Lok Leipzig wartet nun am Freitag (19 Uhr) das nächste Top-Duell. Der Sieger ist wieder Spitzenreiter für mindestens eine Nacht.

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