Weckruf zur Pause – Rot-Weiß Erfurt gewinnt gegen Bischofswerda

Erfurt  Regionalligist FC Rot-Weiß gelingt nach einem müdem Beginn mit dem 3:0 gegen Bischofswerda der dritte Saisonsieg.

Marc Brasnic jubelt mit seiner Mannschaft über den dritten Saisonsieg. Der Angreifer steuerte zwei Tore zum 3:0 bei.

Marc Brasnic jubelt mit seiner Mannschaft über den dritten Saisonsieg. Der Angreifer steuerte zwei Tore zum 3:0 bei.

Foto: Sascha Fromm

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Es war recht frisch im Erfurter Steigerwaldstadion. Und tatsächlich benötigte der FC Rot-Weiß Erfurt mehr als eine halbe Stunde, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Aber das 3:0 (2:0) gegen den Bischofswerdaer FV als Schlusslicht der Regionalliga ließ die Thüringer zumindest für eine Nacht gleich um fünf Ränge auf Platz neun und damit aus dem Tabellenkeller klettern.

„Ich bin erleichtert. Denn wir haben gezeigt, dass wir Tore schießen können“, sagte Selim Aydemir, der mit dem dritten Treffer gleich nach der Pause für eine beruhigende zweite Hälfte gesorgt hatte. Bis dahin aber musste sich Erfurt mächtig strecken. Bischofswerda dachte als Tabellenletzter ganz und gar nicht daran, sich in Erfurt zu verstecken. Selbst von den ersten fünf Minuten ließen sich die Sachsen nicht entmutigen. Der FC Rot-Weiß nämlich wollte schnell ein Zeichen setzen. Aber die Chance für Aydemir (3.) verstrich ungenutzt.

Und die Gäste wurden mutiger. Als gar der erste Schuss durch Hannes Graf in Richtung des Erfurter Tores segelte, gab es die ersten Pfiffe (15.). Wenig später musste Torhüter Jannick Theißen Kopf und Kragen riskieren, um die größte Gefahr in einem weiteren Duell gegen Graf zu bannen (21.). Aber der erst 21 Jahre alte Schlussmann war auch sonst auf der Hut.

Es schien so, als würden den Erfurter Spielern die Beine mit zunehmender Spielzeit immer schwerer. Das Eckenverhältnis von 3:2 nach einer halben Stunde dokumentierte, dass der Gegner längst auf Augenhöhe agierte. „Wir wollen euch kämpfen sehen“, skandierte lautstark die Südkurve angesichts der bis dahin dürftigen Vorstellung ohne Spielwitz. „Ich habe schon oft gegen einen Tabellenletzten gespielt. Da ist es egal, wann man die Tore schießt“, sagte Trainer Thomas Brdaric. Und genauso kam es. Genau in jener Phase riss ein einziger Schuss als Weckruf den FC Rot-Weiß aus der Lethargie.

Erst schnappte sich Alexander Schmitt den Ball, der bediente wiederum Lukas Novy und bugsierte die Kugel zu Marc Brasnic, der seinen ersten Punktspieltreffer für Erfurt erzielte (40.). Aber nicht nur das. Noch vor der Halbzeitpause hämmerte der 22-Jährige die Kugel in den rechten Winkel und sorgte für große Erleichterung. „Die Tore kurz vor der Pause sind genau zur richtigen Zeit gefallen. Damit haben wir den Willen des Gegners gebrochen“, sagte Brdaric.

Die beiden Treffer innerhalb von nur vier Minuten bewahrten auch die Mannschaft vor einer Standpauke des Trainers, der in dieser Saison wegen seiner Unzufriedenheit auch schon mal eine Wasserflasche durch die Kabine schleuderte. „Diesmal war es nicht ganz so laut“, sagte Kapitän Luka Novy schmunzelnd. Dass die Zuschauer vor der Pause unzufrieden waren, nahm er zur Kenntnis. „Das hast du doch überall. Nach den drei Toren und dem Sieg war wieder alles gut“, sagte Novy.

Offenbar hatten die Spieler zur Pause ihrem Trainer gut zugehört. Tatsächlich kam Rot-Weiß mit viel Schwung aus der Kabine und machte mit dem dritten Treffer endgültig die dürftige Leistung in der ersten halben Stunde vergessen. Brasnic schwebte nach seinen beiden Toren auf Wolke sieben, vergaß aber nicht den Blick für den Mitspieler. Nur 180 Sekunden nach Wiederbeginn stürmte er zur Grundlinie, sah Aydemir, der ohne Gegenwehr keine Mühe hatte mit Tor Nummer drei.

Längst war klar, dass Erfurt nach drei sieglosen Spielen den dritten Saisonerfolg einfahren würde. Restlos glücklich waren die 3128 Zuschauer aber noch nicht. Genauso wenig wie der Trainer. „Nach dem 3:0 hätte ich mir mehr Coolness von meiner Mannschaft gewünscht. Da sind wir zu fahrlässig mit unseren Möglichkeiten umgegangen“, sagte Brdaric.

Durchaus hätte der engagierte Gegner sogar noch ein Tor erzielen können. Denn Bischofswerda spielte selbst nach dem 0:3 mutig nach vorne und hätte beim Lattenknaller (80.) um ein Haar wenigstens einmal getroffen. Aber Erfurt brachte den Sieg ohne Gegentreffer nach Hause. „Jetzt wollen wir eine kleine Serie starten“, sagte Kapitän Novy.

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