Weitere Baumfällungen auf dem Erfurter Petersberg

Erfurt.  Die Bürgerinitiative „Stadtbäume statt Leerräume“ will Baumfällungen auf dem Petersberg nicht hinnehmen. Nun stehen erste im Wäldchen an.

Die Bürgerinitiative „Stadtbäume statt Leerräume“ hat sich bereits auf dem Petersberg gegen Baumfällungen eingesetzt. Derzeit geht es um Fällungen im Wäldchen nahe des Bundesarbeitsgerichtes.

Die Bürgerinitiative „Stadtbäume statt Leerräume“ hat sich bereits auf dem Petersberg gegen Baumfällungen eingesetzt. Derzeit geht es um Fällungen im Wäldchen nahe des Bundesarbeitsgerichtes.

Foto: Marco Schmidt

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„Buga 2021 – Baumfällungen Petersberg“. Wenn ein Tagesordnungspunkt im Buga-Stadtratsausschuss unter diesem Titel läuft, ist Aufregung vorprogrammiert. In der Sitzung am Dienstagabend wurde das betreffende Papier vertagt. Der zuständige Beigeordnete, Alexander Hilge (SPD), sagte aber klar. „Wir werden die Entscheidung zum Fällen treffen.“

Hilge: Fällungen sind nicht zu umgehen

Es geht um das Wäldchen, durch das ein Abschnitt des Projektes Bastionskronenpfad führen soll. Es ist auch das Wäldchen, für dessen vollständigen Erhalt ein Bürgerbegehren gestartet wurde.

Die geplanten Fällarbeiten wurden seitens der Stadtverwaltung gleichwohl in zwei Pakete unterteilt. Da geht es zum einen um Fällungen „im Rahmen der Herstellung der Verkehrssicherheit“.

Rußrindenkrankheit im Wäldchen verbreitet

Grundsätzlich, so erklärt die Stadt, sei das Wäldchen ein Gebiet, das unter das Thüringer Waldgesetz falle. Um die Verkehrssicherheit herzustellen, sollen so 73 Gehölze mit Stammdurchmesser ab 10 Zentimeter gefällt werden. 19 davon seien von der auch für Menschen gefährlichen Rußrindenkrankheit befallen. Die anderen seien abgestorben oder brüchig und deshalb zu fällen. Und dass dies geschieht, daran ließ Hilge eben keine Zweifel.

Insgesamt 22 stärkere Bäume müssten, wie die Stadt nun erstmals auflistet, speziell für den Bastionskronenpfad gefällt deren. Hier steht eine Entscheidung aus.

Bürgerinitiative zweifelt Notwendigkeit der Fällungen an

Die Bürgerinitiative „Stadtbäume statt Leerräume“ sieht in dem Beschluss einen Versuch, Tatsachen zu schaffen und zweifelt die Notwendigkeit an, so viele Bäume zu fällen. Zudem sei das Wäldchen ein geschützter Landschaftsbestandteil, der eh nicht von jedem betreten werden dürfe. Die Unfallsicherheit sei also anders zu beurteilen.

Michael Panse (CDU) monierte abschließend, dass der Buga-Ausschuss endlich zu seiner eigentlichen Arbeit zurückfinden solle – zumal wenn er wie hier überhaupt kein Entscheidungsrecht hätte.

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