Wohnpark statt Flughafen in Erfurt? – Reaktionen zur Airport-Debatte

dpa
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Der Haupteingang zum Flughafen Erfurt-Weimar.

Der Haupteingang zum Flughafen Erfurt-Weimar.

Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Erfurt.  Es wurde viel öffentliches Geld in den Flughafen Erfurt gesteckt, der technisch gut ausgestattet ist. Während das Logistikgeschäft läuft, kommt der Passagierverkehr nur langsam voran - Grund für Debatten.

Die staatliche Finanzierung des Flughafens Erfurt sorgt erneut für Kontroversen. Der Stadtverband der Grünen schloss sich am Montag einer Forderung des Thüringer Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) an, den Flughafenbetrieb einzustellen und Alternativen für die Nutzung des mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe ausgebauten Areals und die Beschäftigten zu suchen.

Die Grünen plädierten wie der BUND für bezahlbares Wohnen statt des Flughafenbetriebs. Über eine Stilllegung des Flughafens, der zumindest im Charterverkehr weit unter den ursprünglich geplanten Passagierzahlen liegt, wird seit Jahren in Thüringer diskutiert.

Forderung nach Investitions- und Entwicklungskonzept

Die CDU-Fraktion im Landtag wies die Forderung von BUND und Grünen zurück, denen sich auch der Thüringer Landesverband der ÖDP anschloss. Der parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Bühl, erklärte, "in Zeiten der Krise und Verunsicherung ist es Gift, wichtige Infrastruktur in Frage zu stellen". Thüringen brauche ein Flugdrehkreuz für Logistik, Business- und Personenflüge.

Bühl verlangte von der Landesregierung, ein langfristiges Investitions- und Entwicklungskonzept zum Erhalt des Flughafens vorzulegen. "Statt alle paar Monate eine Schließungsdebatte vom Zaun zu brechen, braucht es endlich klare konzeptionellen Investitionen." Der Flughafen gibt nach seinen Angaben insgesamt etwa 2000 Menschen direkt oder mittelbar Arbeit.

Land steuert Fördermittel bei

Die Sprecherin des Erfurter Kreisverbands der Grünen, Doreen Denstädt, verlangte einen Ausstiegsplan für den Flughafenbetrieb, der Alternativen aufzeige. "Unsere Vorstellung ist, an dem Standort bezahlbaren Wohnraum zu schaffen." Nach ihren Angaben würden jährlich staatliche Subventionen von etwa zwei Millionen Euro eingespart, die der Wohnungsbauförderung zugute kommen könnten.

Mehrheitsgesellschafter des Flughafens ist das Land, das auch die Fördermittel beisteuert. Die Stadt Erfurt hat nur einen Anteil im einstelligen Prozentbereich. In Deutschland werden fast alle Flughäfen mit öffentlichen Geldern unterstützt.

Erfurt ist Thüringens einziger internationaler Flughafen. Der Flughafen rechnet nach bisherigen Angaben in diesem Jahr mit insgesamt etwa 135.000 Passagieren - 80 bis 90 Prozent mehr als 2021. Beim Bau und Ausbau des Airports war von mehreren Hunderttausend Passagieren jährlich ausgegangen worden.

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